Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mach mich einfach glücklich
Dann trau ich mich mal hier rein, hoffe ist schon okay?^^ Wünsche euch auf jeden Fall weiterhin viel Spaß an der Geschichte!
Mach mich einfach glücklich<<
Es war ein schöner Sommermittag, die Sonne stand an höchster Stelle, die Kinder spielten drinnen und es war angenehm ruhig. In den Großraumbüros wurden die Fenster weit aufgerissen, die Ventilatoren standen auf der höchsten Stufe und es war einfach unglaublich warm.
Die Innenstadt Kölns lechzte nach frischem Wasser, welches seit Tagen Mangelware in den Geschäften war. Überall wo man hinsah wurde an Wasser gespart, keiner der Brunnen war an, die Flüsse hatten nur noch wenig und generell herrschte Knappheit. Jeder hatte sich Vorräte ins Haus geschafft, trank nur noch das nötigste damit man diese Dürre überstand.
So auch bei der Autobahnpolizei. Kriminalhauptkommissar Ben Jäger hatte seine Hemdärmel nach oben geschoben, die Füße lagen auf dem Schreibtisch und er lehnte sich zurück. Er trug sein weißes Lieblingshemd und eine lässige Jeanshose die ein wenig ausgefranst war. Schon lange war es nicht mehr so unglaublich ruhig gewesen, aber anscheinend hatten auch die Verbrecher bei solch einem Wetter auch keine Lust mehr irgendwas zu machen. Ihm war es recht so. Er sah kurz auf die Uhr und seufzte, noch 3 Stunden bis zum Feierabend. Semir hatte schon nach Mittag Feierabend gemacht weil Aida Heute Geburtstag hatte und sie heute Abend Grillen wollten und noch vieles vorbereitet werden musste.
Er richtete sich leicht auf, lächelte kurz und sah aus dem Büro zu der Sekretärin. Ben musste zugeben dass er sie äußerst attraktiv fand. Er mochte ihren Humor und auch die Chemie stimmte zwischen den beiden hervorragend. Aber er wollte noch nichts überstürzen, zu oft hatte er erfahren müssen was es hieße auch mal verlassen zu werden. Er fuhr sich kurz mit der Hand durch die Haare, stand auf und ging aus dem Büro raus um sich mal die Beine zu vertreten. „Herr Jäger, wenn sie schon eine faule Nummer schieben wollen kümmern sie sich gefälligst um die Berichte von der letzten Woche. Bis Morgen will ich sie auf meinem Tisch sehen!“, seufzte die Krüger und schlug die Tür von ihrem Büro wieder zu. „Was ist der denn über die Laus gelaufen?“, schluckte er kurz und setzte sich auf Susannes Schreibtisch. Sie grinste ihn kurz an und blickte wieder auf ihren PC. „Dieter und Hotte haben eben angerufen, anscheinend haben sie es auch mal wieder geschafft einen Wagen zu Schrotten“. „Ne, oder?“, lachend fiel er etwas zurück und musterte sie dann schnell. Sie hatte einen weißen Rock der ihr bis zu den Knien ging und eine gelb angehauchte Bluse mit halbem Arm an. „Gefällt dir was du siehst?“, belustigt beugte sie sich vor als sie bemerkte wie der Blick von Ben an ihr haftete. Dieser reagierte erst gar nicht, schüttelte aber kurz mit dem Kopf und sah sie dann mit großen Augen an. „Was hast du gefragt?“ „Ich fragte, ob dem Kriminalhauptkommissar gefällt was er sieht?“ „Was meinst du denn?“ „Also, ich denke mal ja“, grinste sie und widmete sich wieder ihrer Arbeit. Aus dem Augenwinkel konnte sie jedoch sehen, wie er ihr zuzwinkerte und vom Schreibtisch ging. „Warum müssen Polizisten immer so sexy sein“, murmelte sie noch leise und ging dann ans Telefon.
Ben hatte sich derweil wieder in sein Büro verzogen und dachte über ihr Gespräch nach. Ein Lächeln legte sich auf die Lippen des Kriminalhauptkommissars und er ließ sich beschwingt in seinen Stuhl sinken und zog sich zum Schreibtisch vor. Er zog sich eine alte Akte hervor, las sie sich nochmals durch und machte ein paar Notizen in dieser bevor er sie wieder Schloss und sich an das Schreiben der Berichte machte. Wie er so was doch hasste. Durch ein Klopfen an der Tür wurde er jedoch von der Arbeit unterbrochen. „Hey, du einsamer Held. Massenkarambolage auf der A44, zwei Tote und mehrere Verletzte. Sieh zu das du dahin fliegst und guckst was da los ist“, lachte sie und ließ die Tür offen stehen als sie wieder ging.
Ben grinste nur, schaltete schnell den PC aus und fuhr zu der Unfallstelle hin. Es waren mehrere alte und junge Wagen gegen einen Trinkwasserlaster gefahren, dieser hatte sich um 180° gedreht und lag jetzt auf der Seite. Die Autobahn glich einer reinsten Überschwemmung und er trauerte leise dem guten Wasser hinterher ehe er ausstieg und zu Dieter und Hotter ging die bereits mit den Unfallzeugen sprachen. Diese hatten mehrere Schrammen im Gesicht und waren natürlich total durchnässt, ansonsten schien es ihnen aber gut zu gehen. „Ben, dieser LKW war wohl viel zu schnell unterwegs, hat dann die Kontrolle über das eigene Fahrzeug verloren und diese 180° Drehung gelegt. Die anderen Fahrzeughalter konnten nicht mehr rechtzeitig reagieren, das Resultat siehst du ja. Über die beiden Toten ist allerdings noch nichts bekannt, man konnte keine Ausweise oder ähnliches bei ihnen finden. Noch nicht mal einen Führerschein“, haspelte Hotte herunter und Ben bedankte sich kurz und machte sich auf den Weg zu Hartmut der bei zwei ineinander verkeilten Fahrzeugen stand von denen nicht mehr viel übrig war. „Hallo Hartmut, schon was rausgefunden?“, fragte er leise und zog die Sonnenbrille aus seiner Hosentasche. „Ja, zuerst schien es ja so als ob der Fahrer des LKWs nur die Kontrolle verloren hätte, aber komm mal mit“, murmelte er und führte Ben zu dem noch vorhanden Führerhaus, welches ja auf der Seite lag. „Ich sag’s mal kurz: Die Bremsen wurden durchgeschnitten. Er wollte wahrscheinlich vor lauter Panik irgendwie Bremsen, hat es nicht geschafft und hat dann das Lenkrad verrissen. Durch den Aufprall war er sofort tot, Genickbruch“. Ben schluckte kurz und sah kurz zu dem Toten der abgedeckt auf der Fahrbahnfläche lag. „Hast du mal Handschuhe für mich?“, fragte der junge Hauptkommissar leise und nahm sie dankend entgegen. Er ging kurz in die Hocke und hob das Tuch etwas an. Vor Schreck hätte er dieses beinahe wieder fallen gelassen.
Erstmal dankeschön für eure lieben Kommentare! :) Ich find auch das sie ein süßes Paar abgeben würden (; Ja, könnte gut sein Jaz das er den toten kennt...wirst du aber jetzt erfahren! Viel Spaß
Schrecken ohne Ende<<
„Das darf doch nicht wahr sein“, murmelte er leise und stand sofort wieder auf. Er schloss seine Augen und riss sich die Handschuhe von den Händen. „Hartmut, HARTMUT! Sag mir bloß nicht, du weißt nicht wer der Tote LKW-Fahrer ist?!“, rief er ihm in Rage zu und wurde wieder an die ganzen Alpträume erinnert. Die ganzen schlaflosen Nächte, die ganzen Tränen die er deswegen vergossen hatte. „Woher Ben, ich habe diesen Mann noch nie in dieser Gegend gesehen. Ich kenne ihn nicht“. „Das ist Wolf Mahler“, flüsterte er nur noch erstickt und drehte sich von ihm ab. „Oh...“, kam leise von ihm und Ben hörte raus das dieser nun verunsichert war wie er mit ihm umgehen sollte. Er schluckte die aufkommenden Tränen hinunter und drehte sich wieder zu Hartmut um. „Ist schon gut“, hauchte er erstickt. „Ich komme morgen in die KTU“, sagte er etwas kräftiger und straffte wieder seine Schultern. Nein, er würde jetzt nicht klein beigeben. Eigentlich, ja eigentlich müsste er sich darüber ja freuen. Aber, es war einfach ein Schock für ihn und warum war Mahler schon wieder auf freien Füßen? Er schüttelte kurz mit dem Kopf, sah wie die restlichen Autoteile auseinander gemacht wurden und stieg in seinen Wagen ein. Kurz sah er auf die Uhr und seufzte, trotz dass er jetzt so lange weg gewesen war, hätte er immer noch eine Stunde. Heute sehnte er den Feierabend aber schnellstmöglich herbei. Der Kriminaltechniker winkte ihm noch einmal kurz zu und ging dann wieder an die Arbeit.
Nach einer weiteren Viertelstunde kam Ben an der Past an, parkte seinen Wagen aber blieb erst mal noch sitzen. Müde rieb der junge Mann sich über die Augen und lehnte sich für einen kurzen Augenblick zurück. Szenenweise kamen ihm die Alpträume und die Realität wieder in den Sinn und er schreckte nach einer weiteren kurzen Phase auf und schüttelte den Kopf. „Bloß jetzt nicht den Kopf verlieren“, dachte er bei sich und stieg aus seinem Wagen aus und ließ den Blick über den Parkplatz schweifen. Die meisten der Kollegen waren schon im Feierabend, die andere Hälfte musste noch genauso wie er eine Stunde Arbeiten.
„Susanne, würdest du...würdest du so lieb sein und mir die Akte, über Wolf Mahler und meine Entführung raussuchen?“, hauchte er ihr ins Ohr und sie sah ihn leicht erschrocken und irritiert an. Der Hauptkommissar setzte sich neben ihr auf den Schreibtisch und schob einige ihrer Akten beiseite. „Einer der Toten, war Wolf Mahler. Finde mir bitte raus, wie er es geschafft hat aus dem Gefängnis auszubrechen und warum wir noch nicht informiert wurden. Weißt du noch in welche Justizvollzugsanstalt er gebracht wurde?“, flüsterte ihr leise ins Ohr und sah sie mit traurigen Augen an. „Aachen, Ben. Meinst du, seine Komplizen könnten jetzt die Rache, die er an dir ausüben wollte fortführen?“ „Könnte sein. Aber so schnell nicht, ich denke die werden sich jetzt erst mal einen Plan ausdenken und das könnte bei denen schon eine Woche dauern. Also lass mir wenigstens noch das schöne Wochenende, ja?“ „Okay, die Akte liegt morgen auf deinem Tisch. Denk dran, Semir hat Spätschicht. Sieh zu, das er sie nicht zu sehen bekommt wenn du es nicht willst“, hauchte sie leise und sah ihn sorgenvoll an. Er musste leicht lächeln während er sich näher zu ihr runter beugte: „Denk dran, ich habe die späte Spätschicht meine Liebe. Aber wegen dir, mach ich auch gerne eine frühe Spätschicht daraus, damit ich eher gehen kann“, er grinste sie schief an und sie beruhigte sich leicht wieder. „Du verstehst es den Menschen die Angst aus den Ohren zu nehmen“. „Dafür, habe ich jahrelang geübt“, lächelte er leicht und stand wieder auf. „Und entschuldige das ich deinen Schreibtisch unordentlich gemacht habe, aber so sieht er definitiv besser aus“ „Ja, ja Herr Jäger“.
Er lächelte ihr kurz noch einmal zu, als er jedoch sein Büro betrat erstarb sein Lächeln sofort. Der Kriminalhauptkommissar ging langsam zu dem Fenster hin, sah kurz auf die Straße und dann auf Semir s leeren Platz. Liebend gerne hätte er jetzt mit ihm darüber gesprochen, aber er wollte ihm diesen Tag und ebenso das Wochenende nicht versauen. Der Familienvater würde sofort alles stehen und liegen lassen um seinen Partner zu helfen. Und genau das wollte Ben einfach nicht. Er ließ sich noch mal auf seinen Bürostuhl sinken, schloss die Augen und wollte einfach nur dösen. Jedoch verfiel er in einen unruhigen Schlaf. Es waren Szenen aus dem Sarg zu sehen, die vielen Entführungen und auch die Angst, etwas zu verlieren spürte er nochmals.
Susanne sah abermals auf die Uhr, die Hitze hatte sie seit der letzten dreiviertel Stunde total ausgeschaltet. Doch jetzt kam sie wieder mit voller Wucht zurück und sie seufzte unruhig. So ganz hatte Ben sie nicht beruhigt, auch er selbst schien nicht daran zu glauben dass sie solange für einen neuen Plan bräuchten. Sie wollte ihn jedoch nicht noch mehr in Rage bringen und glaubte ihn für diesen Moment. So gerne wollte die Sekretärin ihm glauben, für diesen einen einzigen Abend wollte sie es versuchen damit sie die Feier nicht zerstörte. Sie fuhr ihren Computer hinunter, packte ihre Tasche und guckte durch die Scheibe in Semir und Bens Büro. Der letztere hing locker in seinem Bürostuhl und schien unruhig zu sein. Schnell drückte sie leise die Türklinke hinunter und schloss diese kurz darauf wieder. Ben hatte Schweißperlen auf der Stirn, die vom Wetter kommen könnten, doch sie vermutete dass es wegen seinem Traum war. „Ben?“, fragte sie vorsichtig und legte eine Hand auf seine Wange. Dieser reagierte zwar nicht sofort, als sie jedoch nochmals nachfragte, schreckte er aus seinem Schlaf hoch und sah die Sekretärin mit großen Augen an. „Susanne, ... Alptraum.“, hauchte er leise und richtete sich langsam auf. „Ben, warst du wieder in dem Sarg?“ „Ja“, kam es leise, während er auf seine Hand blickte die noch unter den Auswirkungen des Traums stand und stark zitterte. Susanne wusste, sie konnte ihm nicht helfen und er musste damit alleine klar kommen, doch nahm sie ihn einfach in den Arm und wollte ihn damit beruhigen. Anfang zeigte er sich noch verkrampft, doch kurze Zeit später ließ er seinen Tränen freien Lauf. Dabei bemerkten sie nicht das, dass Telefon klingelte.
Super! Das anstrengende Wochenende ist hinter mir, jetzt sind auch die Wahlen hinüber und die SPD wird wohl gewinnen, das ist für mich jetzt nicht..akzeptabel..aber muss ja damit leben^^... Aber mit dem Teil tut das garnichts zur Sache! Also viel Spaß damit!
Der Anfang vom Ende<<
Jäger löste sich langsam aus ihrer Umarmung, strich die Tränen aus seinen Augen und rollte mit dem Bürostuhl zum Schreibtisch hin und nahm das Gespräch an. „Autobahnpolizei Kriminalhauptkommissar Ben Jäger?“, murmelte er seinen Standartsatz und hoffte das es kein weiterer Fall sein würde. „Seit wann bist du so förmlich Ben?“, kam es lachend aus dem Hörer und er atmete erleichtert aus. „Semir, was ist los? Musst du sogar schon in deinem Urlaub mich anfangen zu nerven?“, lächelte er leicht und nahm ein Taschentuch um seine Tränen besser zu trocknen. „Ich wollte doch nur fragen wann ihr kommt, oder müsst ihr noch lange Arbeiten? Andrea wird schon langsam ungeduldig“, Ben wusste das dies gelogen war und eigentlich Semir derjenige war der auf Unterstützung schnellster Art hoffte. „Wir wollten jetzt Feierabend machen, macht es dir etwas aus wenn ich meine Dienstwaffe mitnehme?“ „Nein, solange du sie nicht Aida oder Andrea direkt vor die Nase hältst ist alles in Ordnung. Aber warum willst du sie mitnehmen?“ „Das erzähl ich dir irgendwann später“, murmelte er und die beiden legten dann im Einvernehmen auf. Ben fuhr eben nur noch das System runter, schaltete sie aus und hielt Susanne die Hand hin. „Auf, zur Geburtstagsparty“, meinte er und sie nahm sie lächelnd an.
Rund eine Stunde saßen alle im Wohnzimmer der Familie Gerkan. Der fröhlichste Mensch an diesem Tag war natürlich: Aida. Das kleine Mädchen hüpfte in ihrem Kleidchen durch die Gegend und machte die Erwachsenen nur nervös. „Schatz, sei doch mal ruhig“, bat Semir und grinste die anderen an. Von ihren Eltern hatte das Mädchen das Kleidchen und etliches Spielzeug geschenkt bekommen. In der Hinsicht übertrieb Semir es gerne schon mal, aber schließlich war er nur stolz auf seine Tochter. Von Susanne bekam das Mädchen Zopfgummis damit sie sich auch mal eine tolle Frisur machen kann. „Da kann dir der Papa aber bestimmt helfen“, hatte sie lachend dazu gesagt und Semir hatte nur genickt. „Ben?“, fragte die kleine Maus und stellte sich vor den Ermittler mit braunen Haaren. „Ja Maus?“, lächelte er und setzte die Kleine auf seinen Schoß. Diese legte sofort ihre Arme um ihn, während er verwirrt die Eltern und Susanne anschaute. „Was ist denn los Aida?“ „Du traurig...“, murmelte das Mädchen und drückte sich noch fester an ihn. „Nein Schätzchen, ich bin froh das es dir gut geht und habe dir auch ein Geschenk mitgebracht“, sagte er lachend und lenkte somit die Tochter von Andrea und Semir ab. Er zog einen kleinen Umschlag hervor und gab ihn der Kleinen. „Hiermit darfst du so oft du willst in den Zoo“, lächelte er weil er wusste das Aida Tiere abgöttisch liebte. Schon merkte er, wie die Kleine sich an ihn drückte.
„Susanne, Ben. Ihr habt doch bestimmt Hunger oder? Ich habe so viel Salat gemacht dass ich schon gar nicht mehr weiß wo ich damit hin soll“, grinste Andrea und stand schon mal vorsorglich auf. „Ja, natürlich. Die wichtigste Frage zuerst, habt ihr noch etwas zu trinken ergattern können?“ „Klar, einen Moment“, meinte die Hochschwangere und zwinkerte den beiden noch kurz zu ehe sie verschwand. „Du hast eine tolle Frau Semir, wenn du sie nicht schon hättest...“, grinsend sah er in das Gesicht des Deutschtürken. „... dann hättest du mich“. Natürlich, die Antwort musste ja kommen. „Und, was habt ihr heute noch auf der Wache getrieben?“. Semir konnte nie wirklich abschalten, war ein richtiger Dickkopf und konnte ihn und Andrea damit häufig auf die Palme bringen. „Ich habe einen Fall rein bekommen der sich um eine Massenkarambolage auf der A44 handelte, zwei Tote und etliche Verletzte. Das rätselhafte, man konnte die Leichen noch nicht identifizieren“, murmelte Ben hastig und seufzte. „Also doch kein freier Tag? Susanne, was hat er davor gemacht?“ „Ähm...“, unsicher sah sie zu Ben und musste lachen: „Die Füße hochgelegt und geschlafen“, damit schaffte sie es ihn komplett abzulenken während er sich zu ihr vorlehnte. „Madam, so war das aber nicht abgesprochen oder?“, grinsend drohte er ihr mit dem Zeigefinger und sie nahm seine Hand in ihre. „Aber mit Semir“ Prompt ließ er ihre Hand los und sah auf den angesprochenen. „DU?! Du machst hier einen Komplott mit ihr aus? Das hätte ich nie gedacht“. So ging das den ganzen Abend weiter während viel gelacht, getrunken und geredet wurde.
Spät in der Nacht verabschiedete sich Ben von den beiden Gastgebern. Susanne war schon 2 Stunde eher nach Hause gefahren weil es ihr nicht so gut ging. Semir und Ben standen vor der Haustür und zogen die frische Luft in ihre Lunge rein. „Das tut wirklich gut, wir sollten mal wieder Zelten gehen“, murmelte der ältere und lehnte sich an Bens Wagen. „Bald, vielleicht im nächsten Urlaub? Oder hast du schon etwas mit Andrea geplant?“ „Wir wollten vielleicht eine Woche in die Berge. Aber die Krüger wird uns nie im Leben zwei Wochen gemeinsam genehmigen“ „Man sollte nicht den Abend vor den Morgen loben Semir, das kriegen wir schon geregelt. Außerdem sind Hotte und Dieter ja auch noch da, notfalls können die uns vertreten“ „Trotzdem, ich werde mal vorsichtig Montag nachfragen“, seufzte Semir und ging etwas abseits auf den Rasen. „Du, ich mach mich mal auf den Weg, ja? Wir sehen uns ja morgen, bis dann“, lächelnd winkte er ihm noch einmal zu, stieg in seinen Wagen, schnallte sich an, drehte den Schlüssel im Schloss um und fuhr dann los.
Auf den Straßen liefen vereinzelt Jugendliche mit Bierflaschen rum, die meisten waren Betrunken und torkelten nur so den Weg entlang. Ben schüttelte mit dem Kopf, okay, er hatte früher auch getrunken und tat es noch immer, aber dass er sich so in der Öffentlichkeit zeigte, nein, das hätte er nicht gemacht. Immer hatte ihn irgendjemand abholen können auch wenn es nicht seine Eltern waren, so waren es immer Freunde gewesen die nüchtern geblieben waren. Keine 2 Minuten später parkte er vor seinem Appartement, zog den Schlüssel raus und stieg aus. Wieder zog er die frische und kalte Luft tief ein und lief etwas beschwingt zu seiner Wohnung. An den Mordfall vom Mittag hatte er bis dato nicht mehr gedacht.
Als der Kriminalhauptkommissar seinen Haustürschlüssel raus zog stutzte er kurz, die Haustür war offen und wies eindeutige Einbruchsmerkmale auf. Sofort zog er seine Waffe bis zum Anschlag und ging langsam in die Wohnung. Sein Herz pochte ihm fast bis zum Hals. Die Eindrücke von diesem Arbeitstag hatten ihn schlagartig wieder eingeholt. Überall lagen vereinzelt Kleidungsstücke auf dem Boden, die Möbel waren verrückt und teilweise umgestoßen und es herrschte generell ein Chaos. „pst, sei ruhig verdammt noch mal“, hauchte eine leise Stimme wütend und schlug auf irgendjemanden ein. Bens Muskeln waren angespannt, sein Atem flatterte leicht. Oft brachen Leute bei ihm ein, er würde sich dennoch nie daran gewöhnen können. „Autobahnpolizei Köln“, schrie er laut aus und hoffte die beiden würden sich irgendwie regen. Doch er hörte nichts, rein gar nichts. Sekunden später verspürte er einen Schlag auf den Hinterkopf und alles um ihn herum wurde Schwarz.
Soo schlimm sind die momentanen Folgen für Ben ja auch nicht, eher angenehm erst, gell Anne? :D Viel Spaß damit!
Please, tell me...<<
Holz. Es roch eindeutig nach Holz. Sein erster Gedanke war tatsächlich dass er Holz roch, nicht wo er war und wie er da eigentlich hingekommen war. Seine Augen waren verdeckt, seine Hände zusammengebunden. Er konnte überhaupt nicht ausmachen wo er war, den Rest taten die unmenschlichen Kopfschmerzen, die ihn plagten seitdem er aufgewacht war. Wo war er da nur wieder hinein geraten?
Nach einer kurzen Zeit konnte er sich etwas orientieren. Er versuchte sich zu bewegen und wusste mit einem mal dass er in seiner Wohnung war. Sie hatten ihn nirgendwo hingeschleppt. Doch was wollten sie mit dieser Aktion erreichen? Eine Warnung, oder hatten sie irgendwo eine Nachricht für ihn hinterlassen? Der braunhaarige seufzte und versuchte sich von den Fesseln los zu machen, was ihm zunächst nicht gelang. „SCHEIßE“, rief er laut aus und seufzte. Doch schaffte er es, zumindest die Fesseln zu lösen die ihm mit einem einfachen Band angelegt worden waren. Sofort ging die Hand des Hauptkommissars an den Kopf und er zog sie sogleich wieder zurück. An seiner Hand war Blut, auf dem Boden zeichnete sich eine Menge Blut ab. „Oh mein Gott“, seufzte er. Semir anrufen, nein, der würde noch schlafen. „auf die Uhr gucken“, murmelte er leise und versuchte irgendwie hochzukommen. Sein Kreislauf war momentan wohl auch nicht der beste, es drehte sich alles in ihm und ein Würgegefühl überkam ihn. Er versuchte es zu unterdrücken, stemmte sich dann in die Luft und hielt sich dann an irgendeinem Stuhl fest. ‚Jetzt noch in die Küche kommen und bloß nicht hinfallen’, betete er leise und musste für einen kurzen Moment stehen bleiben, biss sich kurz auf die Lippen und ging seinen Weg dann weiter voran. Unter der größten Anstrengung seiner Kraft, erreichte er die Küche ohne hinzufallen. 8.39 Uhr. Mit zittrigen Händen nahm er sein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer ganz oben.
„Ja?“ „Susanne?“ „Ben, bist du das?“ „Kannst du zu mir kommen? Ich wurde eben Niedergeschlagen und Blute wie sau. Du kannst doch Erste – Hilfe oder?“ „Ja, klar. Möchtest du sonst noch etwas?“ „Ja, Spusi bitte!“, erklärte er seufzend und legte dann auf. Er hoffte sie würde bald da sein, lange wollte er nicht mehr alleine bleiben. Wer weiß was die Typen gesucht oder gefunden hatten.
Susanne war bereits früh im Büro gewesen um noch ein paar Akten zu sortieren und für Ben die gesuchte raus zulegen. Dieser würde sie allerdings jetzt erst einmal nicht brauchen. Sie schrieb noch schnell einen Zettel für die Chefin, legte diesen auf ihren Platz, schnappte sich ihre Jacke und machte sich auf den Weg zu Ben. Keine 10 Minuten später stand sie vor der offenen Wohnung des Kommissars und seufzte. Die Einbrecher hatten wirklich gute Arbeit geleistet. Nichts stand mehr an seinem Platz. Es herrschte das reinste Chaos, es war sonst auch schon schrecklich bei ihm. Aber jetzt? „Ben?!“, rief sie laut durch die Wohnung und musste seufzen. „Hier“, kam es aus der Küche zurück und sie suchte sich den Weg zu dieser. Da saß der junge Mann auf dem Boden, lehnte an der Heizung und sah sie mit müden Augen an. „Seh’ schrecklich aus, oder?“, murmelte er und versuchte aufzustehen. Doch sie drückte ihn sanft wieder auf den Boden. „Bleib erst mal sitzen. Ich habe meinen Verbandskasten aus dem Auto mitgenommen. Also halt jetzt still“, murmelte sie und stellte diesen auf den Boden neben sich. Mit geschickten Fingern zog sie sich die Handschuhe an, inspizierte seine Kopfwunde und seufzte leise. „Wie du das immer schaffst. Kannst von Glück sagen dass nicht so viel verletzt wurde. Kann nur sein das du eine Gehirnerschütterung hast. Das würde ich abklären lassen“, er nickte bloß. Sein weißes Hemd war am Kragen mit Blutflecken beschmiert, seine Hose wies Dreckflecken auf. „Danke dass du gekommen bist. Ich habe einfach die nächst beste Handynummer angerufen“, murmelte Ben leise und musste kurz zusammenzucken. „Ein bisschen zärtlicher okay?“, maulte er leise und sah sie lieb an. „Okay, dann nehmen wir halt die härtere Methode Schätzchen“, grinsend machte sie jedoch sanfter weiter und hatte rund eine Viertelstunde später ein schönes Pflaster auf die Wunde geklebt.
„Kannst du aufstehen?“ „Ich kann’s ja mal versuchen“, hauchte er und stemmte sich wieder hoch. Diesmal gelang es ihm viel leichter und er musste leicht grinsen. „Hätte nie gedacht, das ich mich mal so freuen würde wenn ich stehe. Aber dieses Gefühl musste ich wohl dann auch mal haben“.
Rund drei Stunden später stand wieder alles an seinem Platz und die beiden ließen sich in die weichen Sessel von ihm fallen. „wohltuend“, lachte Susanne und grinste ihn an. „Wie geht es deinem Kopf?“, fragte sie besorgt und legte ihren eigenen schief. Er betrachtete sie leicht, ließ seinen Blick über sie schweifen und schüttelte kurz mit dem Kopf. „Aua“, hauchte er sofort und legte seinen Hand an den Kopf. Währenddessen war die Spusi bei ihm gewesen, hatten einige brauchbare Fingerabdrücke gefunden und wollte sich bald wieder melden. „Es geht“, grinste er dann und sah sie an. Auch sie war mittlerweile mit Staub bedeckt, hatte zerzauste Haare und ihre Kleidung saß auch nicht mehr richtig. „Willst du ins Bad?“. Die Sekretärin sah ihn mit großen Augen an und sah dann an sich herunter. „Wäre wohl besser“, meinte sie dann leise und verschwand schnell im Bad. Der zurück gebliebene ließ seinen Blick auf die Uhr schweifen und schluckte kurz. Fast 12 Uhr, Semir würde gerade jetzt seinen Dienst beginnen, während er noch drei weitere Stunden dafür Zeit hatte.
„Sie ist hübsch,...“, murmelte er leise und schüttelte abermals mit dem Kopf. ‚Aua’ Er verzog leicht die Mundwinkel und unterdrückte die aufkommenden Gefühle hinunter. Der Hauptkommissar fühlte sich leicht unwohl, er war noch nie in eine ‚Kollegin’ verliebt gewesen, doch gerade Susanne zog ihn magisch an. Sekunden später war sie wieder da und lächelte ihn vertraut an. Sein Herz zog sich leicht zusammen und er schenkte ihr eines zurück. „Wann wollen wir zur Past?“, grinsend lenkte er von seinen eigenen Gedanken und Gefühlen ab und sah wie sie auf die Uhr blickte. „Jetzt? Oder möchtest du hier bleiben? Wäre nach meiner Meinung das Beste für dich“ „Susanne, du weißt das ich das nur mit Arbeit bekämpfen kann wenn es mir schlecht geht“, sie seufzte und gab sich geschlagen. „Du gibst ja eh nicht auf“ „richtig“
Semir saß im Büro und lächelte. Die Feier gestern war ein voller Erfolg gewesen, Aida war glücklich und dann war er es auch. Ihre Geschenke hatte die kleine Maus schnell in ihr Zimmer gebracht und hatte auch am Morgen schon den ganzen Tag mit ihnen gespielt. Ben war ein toller Patenonkel, das musste er dem ‚Kleinen’ zugestehen, wie er ihn heimlich nannte. Ben wäre vermutlich ausgerastet, hätte er das gehört. Denn er mochte es gar nicht so genannt zu werden. Der Hauptkommissar ließ seinen Blick im Büro schweifen und bemerkte zwei dicke und eine dünne Akte auf Bens Schreibtisch. Die waren gestern Vormittag noch nicht da gewesen. Waren das die Fälle von gestern? Langsam stand er auf, stieß sich an der Kante des Schreibtisches und fluchte kurz auf.
Nr. 355676543 A – Entführung und Freiheitsberaubung
Täter: Wolf Mahler
Opfer: Kriminalhauptkommissar Ben Jäger
Tatzeit: 04.09.2009
Ermittelnder Kriminalbeamte: Semir Gerkhan
Nr. 55777876 C – Einbruch Privatwohnung
Täter: unbekannt
Wohnung: Kriminalhauptkommissar Ben Jäger
Tatzeit: 12.02.2010 – 02.26 Uhr
Ermittelnder Kriminalbeamte: Semir Gerkhan
Nr. 55777874 B – Verkehrsunfall A 44
Verunglückter: Wolf Mahler
Todeszeitpunkt: 11.02.2010 – 16.04 Uhr
Ermittelnder Kriminalbeamte: Ben Jäger
Semir schluckte kurz und schlug die Akte auf die mit dem heutigen Datum versehen war. Er las sich schnell den Tathergang durch und rieb sich über seine müden Augen. Wieso hatte Ben denn davon nichts gesagt? Deswegen war Ben auch noch nicht erscheinen, der Bericht kam gerade aus der Spurensicherung und er hatte auch etwas davon gelesen das er verletzt worden ist. Semir schüttelte mit dem Kopf und spürte Sekunden später einen kurzen Schmerz an seinem Kopf. Als er kurz aufsah, bemerkte er dass Ben ihm eine Papierkugel an den Kopf geworfen hatte. „Ben“, rief er sauer aus und ging schnell auf ihn zu. Seine Hände bebten.
Dankeschön für eure lieben Kommentare!
... the truth<<
Der angesprochene sah ihn mit großen Augen an und wich einen kurzen Schritt von ihm zurück. „Warum hast du mir nichts davon erzählt?“, murmelte er enttäuscht und ging wieder ins Büro zurück. „Was hätte ich denn machen sollen?“, seufzend ging er ihm langsam hinterher und ließ sich wieder auf seinen Stuhl nieder. Semir stand an seinem gelehnt und hatte die Arme auf die Lehne des Stuhls gelehnt. „Ich wollte den Geburtstag von deiner Tochter nicht versauen. Du musst doch zugeben, dass der Abend dennoch gut verlaufen ist, oder? Aida hatte einen schönen Tag, das ist doch wohl was zählt?“. „Mein Gott Ben, dir hätte wer weiß was passieren können!“ „Mir ist aber nichts passiert, behandle mich nicht wie einen kleinen Schuljungen!“, fauchte Ben zurück und ging aus dem Büro. „Ich meine es doch nur gut“, murmelte Semir und starrte sauer auf seinen Bildschirm. Er hatte eine E-Mail bekommen, Absender unbekannt. Dieser hatte ein Foto geschickt, auf dem man eindeutig Ben und Susanne erkennen konnte. Ihr werdet es bereuen, das war nur der Anfang.
„Sven! Sven, jetzt komm doch mal her!“, rief Christian etwas hektisch und ging in seinem Büro auf und ab. Sein ganzes Büro war in grauen Tönen gehalten, schlicht. So wie es ihm gefiel. Für einen Betrachter sah es vielleicht edel aus, für ihn war es einfach nur praktisch. Er musste nicht mal vortäuschen, er besäße eine Firma. Denn, er leitete eine Konservenfabrik. Sogar eine ziemlich erfolgreiche. Doch, tief in seinem Inneren gab er sich damit nicht zufrieden. Ein halbes Jahr, ein verdammtes halbes Jahr waren sie schon auseinander und es schmerzte ihn noch immer. Er wollte sich einfach nicht mehr damit abfinden, lange genug hatte er sie in Ruhe gelassen. Jetzt würde er zuschlagen. Der einzige der ihm im Weg stand, war dieser Möchtegern Bulle. Aber auch der würde nach einer kurzen oder langen Zeit kein Problem mehr darstellen. Er wusste auch schon wie. Kurze Zeit später stand sein Handlanger neben ihm. „Hat es geklappt?“, fragte er leise und stand auf. Er spürte eine innerliche Unruhe, und diese würde sich auch erst wieder legen wenn alles geklappt hatte. „Na ja, der Bulle kam uns dazwischen. Der ist wohl früher wiedergekommen als geplant. Dem haben wir eine übergebraten, aber irgendeinen Hinweis haben wir nicht gefunden. Dafür, haben wir die Kamera angebracht. So klein wie die ist, wird er sie nicht finden und auch seine ach so tollen Kollegen nicht“, grinste Sven Hilbert mit sich zufrieden und sah seinen Chef herausfordernd an. „Denk dran, lasst ihn bloß ganz!“, zischte er leise zurück und scheuchte Hilbert aus seinem Büro. Niemand würde sich an seiner Verlobten ran machen. Dafür würde er schon Sorgen. Er dachte an den einen einzigen Abend, der für ihn in die Hose gegangen war.
„Susanne! Susanne wo bist du?“, lächelnd hielt er einen Blumenstrauß in seiner Hand. Es war trotz der Anfangsschwierigkeiten am Morgen noch ein erfolgreicher Tag für ihn geworden. Ein einflussreicher Geschäftspartner hatte angebissen, der Vertrag würde bald unterschrieben sein. Jetzt wollte er diesen Erfolg mit seiner langjährigen Freundin feiern. Sie wohnte mittlerweile bei ihm, bald wollten sie auch Heiraten und eigentlich waren beide zufrieden mit ihrem Leben.
Jedoch bekam er keine Antwort, er legte den Blumenstrauß auf die kleine Kommode im Flur und legte seine Jacke auf den Küchentisch. Es war verdammt ruhig. Normalerweise müsste Susanne längst wieder hier sein. Sein Blick fiel auf die Küchenuhr. Diese zeigte eine deutliche Verspätung seiner Freundin. Gerade, wo sie heute versprochen hatte wenigstens pünktlich Zuhause zu sein. Schnell hatte er sein Handy in seiner Hand und ihre Nummer gewählt. Zufrieden nahm er zur Kenntnis dass er das Freizeichen hörte. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern, dann würde er wissen warum sie noch nicht da war. „Bei Susanne König, Jäger?“, hörte er dann eine männliche Stimme und seine gute Laune verflog schlagartig. „Wer sind sie?! Und vor allem wo ist Susanne?“, brüllend schlug er mit der Hand gegen den Tisch und musste sich setzen um nicht vollends auszurasten. „Beruhigen sie sich. Ich bin ein Arbeitskollege von ihrer Verlobten, Ben Jäger“. Jäger, Jäger? Diesen Namen hatte er schon mal gehört. „Wo ist jetzt Susanne?“, seine Stimme klang gereizt. Am liebsten wäre er jetzt diesem Mann an den Hals gegangen. ‚Glück, das er nur am Telefon ist’, dachte er bei sich und konzentrierte sich wieder auf den Anrufer. „Es tut mir leid Ihnen sagen zu müssen, dass Susanne im Krankenhaus liegt. Sie ist bei einem Schusswechsel angeschossen worden. Die Kugel ging direkt in den Bauch. Wenn sie wollen, können Sie Sie besuchen“. Dieser Jäger klang eigentlich ganz freundlich, doch trauen wollte er diesem erst mal nicht. „Wieso haben sie dann ihr Handy?“ „Es lag im Büro. Ich wollte es mitnehmen damit es hier nicht so öffentlich rum liegt. Können sie es vielleicht abholen bevor sie zu Susanne fahren?“. Abholen? Auch das noch! Das würde ihm restends den Abend verderben, dann wäre auch dieser gelaufen. „Sagen sie bitte Susanne, dass ich sie Morgen Abend besuchen komme. Ja?“, bemühte er sich freundlich zu sagen und reagierte nicht mehr und legte auf. Dieser Jäger, der hatte sich verdammte Sorgen um sie gemacht! Er merkte wie die Eifersucht in ihm loderte. Na warte, die hat bestimmt was mit dem am Laufen. Wenn ich die in die Finger bekomme, dann kann sie was erleben!
Schnell hatte er sich wieder seine Jacke geschnappt, den Autoschlüssel genommen und war aus der Wohnung geflüchtet. Von wegen, morgen Besuchen. Jetzt, sofort würde er sie aufsuchen.
In kurzem Hand um drehen war er am Marien-Krankenhaus angekommen. Von allen Seiten wurde es angestrahlt, das blaue Schild mit weißer Schrift trug den Namen des Krankenhauses. Ein kleiner Pfad führte zum Haupteingang. Dieser war mit vielen Blumen faziert die sie darum eingepflanzt hatten. Eigentlich sah es recht freundlich aus, wenn er nicht Krankenhäuser verabscheuen würde. Er hasste sie, er mochte es noch nie. Allein schon dieser Sterile Geruch in den Gängen und überhaupt überall. Da wurde ihm schon kotzübel.
Währenddessen saß Ben bei Susanne am Bett und trank einen Schluck Kaffee. Die Frau lag bleich im Bett, hatte die Finger ineinander gefaltet und seufzte. „Bist du sicher dass er so ein Arschloch ist?“, fragte er leise und nahm ihre kalte Hand in seine. „Ja, Ben. Meine beste Freundin... und er! Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Vor allem weil er ja immer so eifersüchtig ist“, ihre Augen füllten sich mit Tränen und der Hauptkommissar musste schlucken. Er hatte sie noch nie so aufgelöst gesehen und stellte seinen Kaffee auf ihren Schrank um sie zu umarmen. Erst da brachen richtig die Tränen aus ihr heraus und sie klammerte sich an ihn. Er wusste um die Geschichte und er fand sie immer noch abscheulich. Die beiden waren in der Wohnung von ihr in Flagranti erwischt worden. Allerdings hatte sie sich so leise wie sie gekommen war, wieder verzogen. „Alles wird gut Susanne“, murmelte er leise und strich ihr über sanft über den Rücken. Er mochte sie, als gute Freundin. Stets war sie für einen da, jetzt wollte er ihr wenigstens einen Teil zurück geben. „Er wird kommen, schon allein weil du an mein Handy rangegangen bist. Das wird er gar nicht abkönnen Ben. Geh lieber, bring dich in Sicherheit“, murmelte sie und schob ihn leicht von sich. „Ist er war gewalttätig?“, misstrauisch sah er sie an und seine inneren Antennen meldeten sich. Er war nicht umsonst Kriminalkommissar, außerdem würde Semir gleich auch wieder hier sein. „Ich bleibe hier, sonst hätte ich wohl meinen Beruf verfehlt“, sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln. Trotzdem wurde er sein mulmiges Gefühl nicht los, vor allem weil er am eigenen Leib gemerkt hatte wie der Typ drauf sein würde. Ein kurzes Klopfen schreckte die Beiden aus ihren Träumen und er merkte wie Susanne die Luft scharf einzog. „Ja?“, kam es dann leise von ihr und er machte sich auf einiges gefasst. Vorsorglich drehte er sich schon mal um und bekam eine Faust im Gesicht zu spüren. „Du elender Bastard! Lass ja meine Verlobte in Ruhe“, schrie er sofort los. Christian Heller war zu Susanne gegangen und wollte ihre Hand nehmen. „Lass mich in Ruhe! Du ekelst mich an“, schrie sie ihn an und zog ihre Hand weg. Hellers Augen weiteten sich, damit hatte er nicht gerechnet. Er hatte geglaubt, sie würde von ihm belästigt werden. Und jetzt das? „Aber Schatz, was ist denn los?“ „Was los ist? Du verprügelst einfach meinen Arbeitskollegen und denkst noch nicht mal nach“. Schnell drehte er ich zu Ben um der etwas abseits von den beiden Stand und eine Hand auf sein rechtes Auge gelegt hatte. „Den Nichtsnutz? Sag mir, was du an ihm findest!“, gereizt verschränkte er seine Arme und sah sie herausfordernd an. Sie wusste, er würde gleich ausrasten. Doch in Bens Gegenwart fühlte sie sich sicherer als sonst. „Er ist charmant, nimmt Rücksicht und ist zum Beispiel immer für einen da. Und er springt nicht mit der nächst besten in die Kiste Herr Heller!“. Das saß. Erschrocken weiteten sich seine Augen. „Du Schl...“, schrie er laut aus und wollte auf Susanne losgehen. Allerdings hatte der Polizist schnell gehandelt und ihn gekonnt außer Gefecht gesetzt. „Sie gestatten? Kriminalhauptkommissar Ben Jäger, Autobahnpolizei. Sie sind hiermit festgenommen wegen versuchter Körperverletzung und Körperverletzung“. Christian sah mit wütenden Augen zu Susanne die sich schnell von ihm ab wandte und mit eiskalter Stimme sagte: „Es ist aus Christian. Ich will dich nie wieder sehen, deine Wohnung ist bis zur Ende der Woche geräumt. Du ekelst mich an“. Dann versackte ihre Stimme endgültig und ging ins Schluchzen über.
Währenddessen hatte Semir Susanne zu sich gerufen. Diese trug ein weißes T-Shirt und eine helle ¾ Jeanshose. „Susanne? Kennst du jemanden, der dich und Ben auf dem Kieker haben könnte?“, fragte er leise und sah die Dienststellensekretärin an. Bis vor einer Minute war sie noch gut gelaunt gewesen. Die Chefin war heute erst am späten Nachmittag anwesend weil sie noch einen Termin hatte. Eigentlich war sie auf einen ruhigen Tag eingestellt gewesen. „Ich habe keine Ahnung, Semir. Aber warum...gerade, Ben und ich?“, hauchte sie leise und heilt sich an Semir s Schreibtisch fest. Ihre Augen hatten den bekannten Glanz verloren und sie wurde ganz blass. „Müsste ich da etwas wissen?“, fragend sah er in ihre Richtung. Doch sie nahm ihn zurzeit überhaupt nicht wahr und starrte einfach nur auf das Bild. Es zeigte sie und Ben in einer Umarmung, das Bild war noch nicht lange her. Vielleicht zwei Wochen, als sie nämlich Geburtstag gehabt hatte. „N... nein warum?“ „Na ja, seit ihr zusammen?“, normalerweise würde er sich darüber freuen. Als die Sekretärin dann aber mechanisch den Kopf schüttelte verließ ihn auch wieder der Mut. „Na ja, war ja nur eine Frage“.
„Sven, wenn ich nicht wüsste was der Bulle gerade macht, würde ich glatt wieder zu der Wohnung fahren und mal nach ein paar Wertstücken Ausschau halten. Vielleicht finden wir ja Informationen zu dem gewissen Herrn Jäger, vor allem was sein Alter für Kohle ran scheffelt. Könnte für uns ja noch ganz nützlich sein, meinst du nicht?“, grinsend nickte dieser und warf ein paar Kartons auf die Ladefläche des Mietwagens. „Allerdings, hast du dem Chef schon Bescheid gesagt?“. Es interessierte ihn eigentlich nicht, aber sicher war sicher. Den Anschiss wollte er sich nämlich nicht schon wieder für eine Aktion abholen die in den Sand verlaufen könnte. Seufzend machte er sich auf den Weg dahin, besprach die Aktion und bekam die Erlaubnis dafür. Was sollte schon schief gehen hatte dieser gesagt. Irgendwas sollten sie sich wieder einfallen lassen falls der Bulle wiederkäme. So wie beim letzten Mal halt, es war ja auch relativ einfach gewesen. „Okay, lass uns fahren Lars“, grinsend setzte er sich auf den Beifahrersitz und hing während des ganzen Weges seinen Gedanken nach. Mit dem Kerl könnten sie einen dicken Fisch ans Land ziehen. Aber er wusste auch, dass der Chef ihn leiden lassen, demütigen und verängstigen ließ. So war er halt.
Kurze Zeit später erreichten sie das Haus des Hauptkommissars und verschafften sich durch einen einfachen Trick abermals Zugang zu dem Gebäude. „Na, na. Hat der wohl wieder aufgeräumt?“, grinsend war er die Vitrine im Wohnzimmer um und sah sich um. Der Kerl würde fluchen. „Lars, komm. Irgendwo muss der Typ ja auch ein Büro haben. Vielleicht hat der da Akten gelagert, die wichtig für uns sein könnten“. Die zwei machten sich auf den Weg nach oben und ließen nichts aus, etwas kaputt zu machen. Es war einfach gewesen ins Haus zu kommen. Die Alarmanlage war zwar wieder eingeschaltet, aber durch einen kleinen Trick hatten sie sich zu Helfen gewusst. Sie würden ihm das Leben in dieser Wohnung zur Hölle machen Was aber keiner von dreien ahnte, das Ben auf den Weg nach Hause war.
Soo danke für eure lieben Feeds! Jetzt kommt der Teil wo ihr erfahrt was mit Ben passiert..die schönen Teile kommen allerdings eher danach (; lg!
When somebody was there...<<
„Mensch, so einen Luxusbullen habe ich echt schon lange nicht mehr erlebt!“, grinsend sah Sven auf die ganzen teuren Markenklamotten. Es war für ihn das reinste Paradies, er selbst konnte sich nie solche Klamotten zulegen. Sie übertrafen einfach sein Limit beim Geld, da konnte er machen was er wollte. Lars wühlte gerade in einem seiner Schubladen am Schreibtisch, wurde aber anscheinend nicht so fündig wie sie sein sollten. „Wieso gibt es hier denn keinen einzigen Hinweis auf diesen Schrott Alten?!“, es war zum Haare raufen. Dennoch mussten sie gezielt vorgehen um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Das wäre fatal, dann wäre alles aus und umsonst gewesen. Sie, dann auch einen Kopf kürzer. Der Chef wartete auf Ergebnisse, bis heute Abend sollten sie heraus gefunden haben wie viel er im Einzelnen verdiente und noch eine weitere Kamera aufstellen. Von ihm wussten die beiden auch, dass der Polizist bis 22 Uhr Arbeiten musste. Also noch genügend Zeit bis hier irgendwer hin kam und ins Haus wollte.
Rund eine Stunde später hatten sie auch die Kamera an der Decke angebracht und waren nicht ganz zufrieden. „Sollen wir auf den warten und selbst nachfragen?“, ein Grinsen legte sich auf Svens Lippen und verrieten wie gern er auf den Polizisten warten wollte. In einem kurzen Moment der Stille hörten die beiden wie die Haustür aufgeschlossen wurde und sahen sich in einem kurzen Moment panisch an, während sie hinter das Sofa sprangen und hoffentlich nicht bemerkt wurden. Sie hörten Schlüsselgeklapper, ein leises Gemurmel und dann einen entsetzten Seufzer. Die beiden sahen sich an und grinsten, sie wussten, er hatte das Chaos entdeckt.
„Diese Arschlöcher“, murmelte Ben wütend und sah sich abermals einem gewaltigen Chaos gegenüber. Was wollen die von mir? Sofort fuhr er mit seiner Hand zu seiner Waffe und ging langsam durch seine Wohnung. Wirklich alles hatten die kaputt gemacht, rein gar nichts war heile geblieben. Sein Blick blieb auf seiner geliebten Gitarre hängen, kaputt. Er ballte seine andere Hand zu einer Faust und merkte wie die Wut in ihm anstieg. Sein Fernseher, seine Blumen, die Möbel... alles war zerstört worden. Die Wohnung war so gut wie unbewohnbar.
Okay..., ganz ruhig bleiben“, ermahnte er sich innerlich und zog sein Handy aus der Hosentasche. Semir. Schnell hatte er die Nummer gefunden und wählte sie an. „Semir? Ja, hier Ben. Kannst du bitte die Spusi bei mir vorbeischicken? Sag ich dir gleich, okay...“, seufzend steckte er es wieder in seine Hosentasche und konnte die nächsten fünf Sekunden kaum beschrieben was jetzt passierte. Er spürte einen heftigen tritt gegen seinen Rücken und fiel bäuchlings nach vorne in den zerbrochenen Fernseher hinein. Der Hauptkommissar merkte wie sich ein paar Splitter in seine Arme bohrten, es entwich ihm ein kurzer Schmerzenslaut. Seine Sinne liefen auf Hochtouren, er spürte einen Atem im Nacken und wurde sofort hochgezogen. „So Bulle, schön das du uns besuchst. Gefällt dir was du siehst?“, meinte einer der Kerle lachend und zwang ihn sich alles anzusehen. Dieser hatte einen so starken Griff, dass Ben es schwer fiel sich aus diesen zu lösen. „Lass mich los du Arsch“, fauchte er und spürte sofort einen weiteren Tritt im Rücken. Er zog die Luft scharf ein und verwünschte das er nach Hause gefahren fahr. „Sei still, du fragst dich bestimmt was wir von dir wollen. Ganz einfach, du Luxusbulle. Dir scheint es ja ganz gut zu gehen, was ich mich allerdings Frage. Woher hast du das ganze Geld?!“, schreiend kniete er sich neben Ben und legte die Hände um seinen Hals. „Sprich jetzt mit mir, oder soll ich dir dabei helfen“, grinsend drückte er langsam zu und sah wie die Panik auf Bens Körper übersprang und er leicht anfing zu röcheln. „Lass... mich... in Ruhe du... Arsch“, röchelnd versuchte er mit seinen Armen sich zu befreien, scheiterte aber daran weil der andere sie festhielt. „Meine Kollegen...kommen gleich“, fügte Ben hinzu und versuchte ein Ablenkungsmanöver zu starten welches erst zu klappen schien. Zudem glaubte Ben dass er schon Sirenen ausmachen konnte aber er war sich nicht sicher ob es Halluzinationen waren, die ihm das vorspielten. Er merkte langsam aber sicher, wie ihm die Sinne schwanden und er immer weniger Luft bekam. Was war wenn Semir nicht mehr rechtzeitig kam, oder aufgehalten wurde? Schlimmer noch: selber in einem Unfall verwickelt war. Aber der Hauptkommissar glaubte an seinen Partner und Freund. Die Todesangst, die er nicht oft verspürte staute einen derartigen Energieschub an dass er die Augen wieder aufmachte und versuchte sich irgendwie zu bewegen. Sein Ziel war es den lästigen Typen an seiner Hand weg zu bekommen. Doch das war schwieriger als Anfangs gedacht und er überlegte blitzschnell was er machen könnte. Allerdings sackte er dann binnen Sekunden in sich zusammen und Sven ließ blitzartig von ihm ab. „Scheiße, einen Bullenmord kann ich jetzt gar nicht gebrauchen“, fauchte er und sammelte alles ein was sie mitnehmen wollten.
Semir sah vom Bildschirm auf als sein Handy klingelte und seufzte. Hatte Ben sich etwa beruhigt? Besorgt nahm er das Gespräch an und hörte sogleich seine Stimme: „„Semir? Ja, hier Ben. Kannst du bitte die Spusi bei mir vorbeischicken?“ „Warum, was ist passiert?“ „Sag ich dir gleich, ja...“, schon hatte er wieder aufgelegt. Er stieß einen lauten Pfiff aus und nahm den Hörer des Dienst Telefons in die Hand, um wenig später mit der Spusi zu sprechen. Dann nahm er seine Jacke vom Stuhl, seinen Schlüssel und fuhr schnellstmöglich zu Ben. Er klang irgendwie beunruhigt und selbst das ließ ihn leicht aufhorchen. Sein Freund war selten beunruhigt, das konnte auch nur heißen dass er sich nicht sicher fühlte und Gefahr in der Luft lag. In weniger als 15 Minuten hatte er Bens Wohnung erreicht und sprang schon fast aus dem Wagen. Seine Waffe hielt er im Anschlag, als er kurz zur Seite sah, konnte er ausmachen dass die Spusi ebenfalls mit ihm eingetroffen war. Er stieß leicht die Tür auf und ging mit klopfenden Herzen hinein. Für einen kurzen Moment war ein lautes Krachen von der Küche auszuhören, dann wurde es sofort wieder ruhig. Langsam, mechanisch suchte er sich den Weg zur Küche, durch die ganzen Trümmer. Als er die Tür sachte aufstieß, sah er Ben auf dem Boden liegen, er bewegte sich nicht.
Dankeschön ihr seit echt lieb! (: Nein, so schlimm ist es nicht!
"Hey, du bist ja wach!"<<
„Ben!“, rief Semir laut aus und kniete wenige Sekunden später neben ihm. Sachte berührte er dessen Körper und musste schlucken. Sein Hals wies rote Würge mahle auf, aber Gott lob. Er lebte! „Hey Kumpel, aufwachen“, murmelte er leise und schlug leicht gegen Bens Wangen. Irgendjemand hatte den Rettungsdienst angerufen, er vernahm die Sirenen von ihnen und atmete erleichtert aus. Langsam ließ er seinen Blick durch Bens Wohnung schweifen und seufzte. Alles war kaputt, aber wirklich alles. Die hatten wohl gute Arbeit geleistet. Er konnte allerdings nicht ausmachen, was fehlen würde. Aber was bezweckten die damit? Vielleicht konnte ihm Ben ja nachher berichten, was passiert war.
Kurze Zeit später hockten zwei Männer vom Rettungsdienst neben Ben. Er lag jetzt auf einer Trage, hatte eine Sauerstoffmaske bekommen und wirkte ganz bleich. Aufgewacht war er noch nicht, aber nach kurzer Nachfrage stand er auch nicht in Lebensgefahr. Währenddessen hatte er die Chefin angerufen die jetzt auf dem Weg hierher war. „Herr Gerkhan, wir werden Herrn Jäger in Marien-Krankenhaus bringen und durchchecken. Wenn sie wollen, können sie mitfahren, es könnte gut sein das er gleich aufwacht und sich noch nicht richtig orientieren kann“, Semir nickt nur kurz.
„Herr Hilbert, Herr Sievert. Konnten sie irgendetwas ausfindig machen bei dem Bullen?“, interessiert schritt Christian abermals in seinem Büro auf und ab. Er war aufgeregt, seine Hände schwitzten und er lächelte den beiden scheinbar unsicher zu. Auf seiner Stirn hatte sich ein leichter Film gebildet. „Ja, etliche Bilder von den beiden Chef. Geburtstag, Geburtstag und nochmals Geburtstagsfeiern. Aber ein Bild, das hat unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen.“, sagte Sven stolz und stieß Lukas an. Dieser hatte das Bild auf dem Nachtschränkchen des Bullen gefunden und streckte es dem Chef jetzt entgegen. Auf dem Bild waren der Kerl und Susanne in einer für ihn innigen Umarmung zusehen. Aber mehr konnte er davon jetzt nicht ausmachen. „Was ist daran jetzt so besonders?“ Hilbert lächelte geheimnisvoll und nahm ihm das Bild noch einmal aus der Hand, drehte es um und gab es ihm wieder.
In Liebe, Susanne
Dieser Satz schoss so scharf in seine Gedanken ein, dass er das Bild Augenblicklich losließ und seine beiden Männer ansah. „Habt ihr noch mehr gefunden?“, lauernd blickte er zu den beiden. Sie hatten immer noch ein Grinsen auf ihrem Gesicht, das sie schon fast sympathisch zu machen schien. Die beiden schienen sich kurz abzusprechen und präsentierten ihm dann einen kleinen Zettel, es war kein Bild. Es waren klein gekrickelte Wörter zu erkennen und er hatte Mühe diese zu lesen.
Susanne anrufen, Liebe...mit Semir reden
Perfekt, dachte er grimmig. „Er war nicht Zuhause?“. Bei dieser Fragen sahen sich die beiden schluckend an und wurden augenblicklich ruhig. „Also, die Sache ist die. Er kam etwas früher als erwartet“, murmelte Sven während er am Ende immer leiser sprach. Natürlich hatte er sich das gedacht, warum sollte bei ihm denn mal etwas ganz gut ausgehen? Die beiden merkten natürlich dass er nicht nachharkte und wurden unsicher. „Wir haben ihn erwürgt“, hauchte Lars dann ganz leise und fühlte Sekunden später einen Schmerz an seiner Wange. „Ihr Arschlöcher! Ich sagte, ihr sollt ihn nicht umbringen!“, fauchte er und jagte sie aus seinem Büro. Wenn er ehrlich war, hatte er gerade Mitleid mit dem Bullen bekommen. Selbst seine eigenen Jungs wünschte er dem Typen nicht an den Hals! Die waren ja kaum noch zu kontrollieren. „Es wird Zeit, die Sache wieder etwas ruhiger anzugehen“, murmelte er zu sich selbst und lehnte sich etwas zurück.
„Andrea? Könntest du bitte ins Marien-Krankenhaus kommen, Ben. Er ist verletzt“, brachte Semir schwerfällig hervor und musste aufpassen seine eigenen Laute nicht zu verschlucken. Dies passierte ihm häufig wenn er aufgeregt war. „Natürlich“, sagte sie nur kurz angebunden und schaffte es tatsächlich binnen einer halben Stunde bei ihm im Krankenhaus zu sein. „Wo ist er jetzt?“, fragte sie direkt und setzte sich sofort neben ihn. „Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht“, hauchte er leise und sie nahm ihren Mann in den Arm. So verbrachte das Ehepaar mindestens noch eine weitere Stunde bis ein Arzt vorbei kam und an ihnen vorbei gehen wollte. „Herr... entschuldigen sie! Haben sie Ben Jäger operiert?“, rief Andrea diesem zu und befreite sich aus Semir s Umarmung. Der Arzt drehte sich kurz um, sah sie auf sich zukommen und seufzte. „Sind sie mit Herrn Jäger verwandt?“, reine Routine. Andrea wusste natürlich, dass sie auf diese Masche nicht zu Ben, oder geschweige an Informationen kommen würde. „Ich bin seine Frau“, behauptete sie stark und fest und schaffte es tatsächlich eine Träne rauszudrücken während sie den Arzt lieb ansah. Dabei bemerkte sie nicht, wie sie Semir völlig schockiert ansah und schluckte. „Wer ist dann der Mann?“, fragte der junge Arzt dann skeptisch und seufzte. Auf solche Diskussionen wollte er sich eigentlich nicht einlassen. „Mein Bruder“. Sie lächelte Semir entschuldigend zu und zog ihn einfach mit sich.
Ben musste blinzeln, helles weißes Licht strahlte auf ihn ein und er glaubte für einen kurzen Moment sogar blind zu sein. Dem war allerdings nicht so, er hörte ein kurzes Geräusch. Eine Tür ging auf. Wo war er überhaupt? Es roch verdammt nach, ja wonach eigentlich? Er fühlte sich leicht berauscht und fühlte sich beim Atmen eingeengt. „Frau Jäger, wie sie wissen wurde ihr Mann in ihrem Haus überfallen und erwürgt. Er hatte sehr großes Glück, das er nicht erstickt ist...“. Frau Jäger? Seine Schwester? Aber sie war nicht meine Frau! Wer war es dann? Augenblicklich bekam er es mit der Angst zu tun, das war bestimmt nicht seine Familie! Diese Scheiß Einbrecher, ... „Er muss bestimmt noch eine Woche hier bleiben damit wir den Heilungsprozess verfolgen können.“, fuhr der Arzt fort und er musste schlucken. Der Hauptkommissar zuckte jedoch zusammen als er die Schmerzen spürte die darauf kamen. Himmel und Hölle, das war ja beides besser noch als das! Er fühlte sich unsicher, entkräftet und völlig neben sich. Ihm war es mittlerweile egal, was die mit ihm anstellen würden. Doch sie sollten es möglichst bald tun. Immer noch spürte er diese Todesangst die er eben durch litten hatte und wollte sich leicht abwenden. Irgendwas störte ihn jedoch daran, es verursachte schreckliche Schmerzen. Es kamen ihm die Tränen in die Augen, die Atemnot kam wieder und er musste nach Luft japsen. Plötzlich wurde es bei ihm Laut im Zimmer und er wusste überhaupt nicht mehr wo unten oder oben war. „Entfernen wir ihm den Tubus, schnell! Er fängt wieder an selbstständig zu Atmen“, eine von tausend Stimmen die ihm nicht bekannt vorkam.
Andrea sah dem allem sehr unwohl zu und blickte zu Semir der kerzengerade neben ihm stand und total schockiert auf das vor sich blickte. Noch nie hatte er seinen jungen Partner so erschöpft gesehen! Das sprach dafür, dass er am Ende war. Nach einer kurzen Zeit wurde es wieder Still im Zimmer und der Arzt zog sich wieder zu Semir zurück.
Jetzt wollte er es wissen, im Zimmer war es ruhig und er kniff für einen kurzen Moment die Augen zu. Seine Augen würden sich allerdings an das helle Licht noch erinnern und er konnte immerhin schon die Umrisse von drei Personen erkennen. Kurze Zeit später entwich ihm ein wohlwollender Seufzer, er wusste, die Menschen die dort standen, würden ihm nie etwas Böses wollen! „Ben“, hauchte Andrea glücklich und setzte sich an seine Bettkante. Langsam strich sie über seine Wange und sah ihn todunglücklich an. Er verstand rein gar nichts mehr, sein Partner zwinkerte ihm kurz zu und drehte seinen Kopf wieder zurück zu der Frau, die an seinem Bett saß. „Schatz, bin ich froh dass es dir wieder besser geht!“, hauchte sie leise und gab ihm einen zärtlichen Kuss während sie die Arme auf seine Schultern legte. Der Polizist war so sehr davon verwirrt, das er einfach auf den Kuss drauf einging. Später, ja später, würde er die beiden ausquetschen. Das nahm er sich fest vor! Aber der Kuss gefiel ihm trotzdem.
Tja... (; vll. sagt ers ja Semir? :D
Lass deinen Tränen freien lauf...<<
Lange hatte der Kuss zwischen ihnen gedauert. Der Hauptkommissar wusste, es war gespielt. Aber wieso? „Also Frau Jäger, wenn sie wollen können sie bei ihrem Mann übernachten“, schlug der Arzt dann vor um die peinliche Stille zu unterdrücken. Sie lächelte leicht und sah den Arzt an, ließ aber ihre Finger nicht von Ben. Sie wusste genau wie sie das vorführen sollte, es war ein Klacks. „Ginge das wirklich? Aber sie müssen nicht, ich meine...“ „Wir tun das gerne und wir wissen ja auch, dass er bei ihnen in den besten Händen ist“, gab der Arzt zurück und sah zufrieden auf das Pärchen. Vielleicht konnte sein Patient sogar eher entlassen werden, zumindest konnte man mit dem Rezept Liebe viel erreichen.
Ben musste leicht lächeln und sah wie Andrea sich wieder runter beugte und ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte. „Alles zu deinem besten“, murmelte sie dann leise in sein Ohr und gab ihm noch einen Kuss. „Ich könnte dich dafür abknutschen Andrea. Sonst säße ich jetzt alleine hier“, murmelte er zurück und sah ihr gekonnt gespielt verliebt in die Augen. Fast hätte sie lachen müssen, unterdrückte es aber und beugte sich wieder zu ihm herunter. „tu es doch“ Er schüttelte kurz den Kopf, unterdrückte die Schmerzen am Hals und legte seinen Arm um Andreas Hals. Küsste sie ganz zärtlich auf die Lippen und hoffte der Arzt würde möglichst bald verschwinden. Semir würde ihn zerreißen oder auch tagelang damit aufziehen. Beides wollte er möglichst verhindern, wahrscheinlich war das alleine auf ihren Mist gewachsen. Der deutschtürke wippte mit seinen Füßen hin und her, unterdrückte seine eigenen Gefühlen und sah den Arzt machtlos an. „Die Liebe“, zuckte er mit den Schultern und der Arzt grinste. „Wie lange sind die beiden schon verheiratet?“ „6 Jahre, 2 Kinder“ „Wie hoch ist denn der Altersunterschied der beiden?“. Nun musste auch er jetzt grinsen und schüttelte mit dem Kopf. „Vielleicht 8 Jahre, genau weiß ich das nicht“ „Okay, Frau Jäger. Ihr Bett wird ihnen gleich zur Verfügung gestellt. Herr Jäger, Kopf hoch. Bei so einer hinreißenden Frau“.
Als der Arzt verschwunden war, richtete sich Andrea auf und sah ihren Mann schuldbewusst an. „Entschuldige Semir“, lächelnd stand sie langsam auf und ging auf ihn zu. Sie wusste, er war eifersüchtig und gerade das liebte sie ihn so sehr an ihm! „Ach mein türkischer Hengst“, murmelte sie und drückte auch ihm einen Kuss auf die Lippen. „Dafür dass du meinen Partner gerade abgeknutscht hast, ... davon muss ich mich erst erholen“, grinste er und sah die beiden an. „Küsst sie denn wenigstens gut?“ „Semir!“, rief sie entsetzt und musste über die Aussage ihres Mannes nur den Kopf schütteln. Ben konnte sich nur schwer ein Grinsen Abwinden: „Natürlich, Semir“ „Komm aber ja nicht auf die Idee...“. „Also Semir, ich weiß das Bens Herz bereits einer anderen gehört“, lächelte sie ihm zu und setzte sich wieder auf die Bettkante. „Wie, woher?“, irritiert und etwas schockiert blickte er von ein zum anderen und wieder zurück. „Das spürt man halt beim Küssen, also keine Angst. Außerdem ist er wirklich ein bisschen jung für mich. Lass dein Herz ruhig bei ihr und unterdrück deine Gefühle nicht du Dummkopf! Du brauchst jemanden der dich wirklich liebt, ja?“ „Ja, Mama“, hauchte er leise und merkte dass er nicht richtig laut sprechen konnte, es tat ihm weh.
Semir lächelte leicht, seine Sorgen waren dennoch da. Wie sollte er garantieren können dass die Täter nicht noch mal zuschlugen? Er versuchte seine Gedanken wegzuschieben, die Angst um seinen Partner, dass dieser vielleicht nicht überlebte. „Ben, ich muss das Fragen. Ich hoffe du verstehst das“, er sah kurz zur Seite und blickte ihm dann in die Augen. „Wer war das?“, murmelte er leise und ging Schritt für Schritt auf seinen Partner zu. Dessen Augen wirkten trostlos, glänzten und die ganze Freude darin war verschwunden. „Ich... habe sie nicht...erkannt“, schwerfällig, leise und kaum verständlich kamen die einzelnen Wörter über seine Lippen und Semir erschrak regelrecht. „Sie haben...meine ganze Wohnung verwüstet. Ich... habe dich angerufen. Wollte...das du mir hilfst... es war schrecklich...Angst“, sein Blick glitt auf dessen Hals und ihm wurde leicht mulmig dabei, weil er deutlich Bens Angst spüren konnte. Es war nackte Panik, Todesangst die ihn da überfallen hatte. „Sie wollten, wissen...“, er verstummte und sah hilflos in seine Richtung. „Ja?“ „Ich habe es vergessen“, murmelte er leise und wandte seinen Blick von ihm ab, blickte aus dem Fenster. Andrea hatte still daneben gesessen, seine Hand gehalten und ihn während er gesprochen hatte ruhig darüber gestrichen. „Ihr seid so... danke“, brach Ben dann die Stille und wischte sich mit der freien Hand über die Augen. Der Deutschtürke bemerkte die Tränen in dessen Augen. Keine Minute später lag der Freund der Familie in den Armen von Andrea und weinte hemmungslos. Die Angst, die er verspürt hatte, brach jetzt komplett aus ihn heraus. „ich geh mal eben seine Familie anrufen“, murmelte Semir leise dazwischen und wusste dass die beiden ihn nicht hörten. Es zerbrach ihm fast das Herz, Ben so leiden zu sehen. Seufzend wandte er sich ab, ging zur Tür, drückte die Klinke hinunter und stand sofort auf dem Klinikflur. Es war außergewöhnlich still für diese Uhrzeit. Vereinzelt liefen Schwestern auf dem Flur herum und verschwanden sofort wieder in irgendeinem Zimmer.
„Julia?“, fragte er sanft als sich eine junge Frauenstimme meldete. „Semir? Schön das du dich meldest“, klang es fröhlich zurück und er wusste das sie eine ganz liebe Person war. Er mochte sie, obwohl er noch nicht so viel Zeit mit ihr verbracht hatte. Aber er wusste, es beruhte auf Gegenseitigkeit. „Du, freu mich auch mal wieder dich zu hören. Könntest du vielleicht ins Krankenhaus kommen? Auf Ben wurde gestern ein Anschlag verübt“, murmelte er leise und war am Ende des Satzes kaum noch hörbar. Natürlich, war die Schwester seines Partners schockiert und versprach sofort zu kommen. Lächelnd steckte er sich das Handy wieder in seine Hosentasche und ging wieder zurück in Bens Zimmer.
„Hotte, kannst du nicht ein bisschen aufpassen wo du hintrittst?“, maulte Dieter leise und stolperte leicht nach vorne. Sie kamen gerade von einer Tour auf der Autobahn zurück und waren ziemlich erschöpft. Viele Temposünder und das einzige woran Dieter denken konnte war, das er Hunger hatte. Natürlich musste sofort ein Döner her, es gab auch nichts anderes in Köln was man Essen könnte. Hotte stellte das Essen auf seinem Schreibtisch ab und ließ seinen Blick durchs Büro schweifen. Viele Plätze waren nicht besetzt, schließlich war es Wochenende und keiner wollte gerne Arbeiten. Den beiden war es ziemlich egal, dafür hätten sie ein anderes Wochenende dann frei. Die Sekretärin saß mit hängenden Schultern an ihrem Schreibtisch und konnte sich nicht auf die Arbeit konzentrieren. Immer wieder stieß sie leise Fluchwörter aus und verwarf ihre Gedanken sofort wieder. „Susanne? Ist was passiert?“, murmelte Dieter leise und näherte sich der jungen Frau. Sekunden später lag diese schon in seinen Armen und weinte hemmungslos. Das einzige Wort was er verstehen konnte, war: Ben.
Dann wollen wir doch mal euren Wünschen entgegen kommen :D Da ich morgen wahrscheinlich müde bin, kommt der Teil für Morgen schon Heute (;
Where are you? <<
„Was ist mit Ben?“, fragte der ältere Polizist und hob ihren Kopf leicht an. Ihr Make-up war verschmiert, trotzdem sah sie in ihren Klamotten noch toll aus. „Er wurde erwürgt in seiner Wohnung aufgefunden“. Lange hallte der Satz der Blondine noch nach, keiner der dreien sagte ein Wort. Hotte schnaubte leise und sah Dieter fassungslos an. „Wie geht es ihm?“ „War wohl... nicht so schlimm. Aber, ich habe ... Angst um ihn“, murmelte die Sekretärin und drückte ihn noch fester an sich. Ihre Tränen waren mittlerweile zwar fast getrocknet, dennoch ließ sie sich nicht ganz beruhigen.
„War die Spusi schon bei ihm?“, hauchte Hotte leise in Dieters Ohr und seufzte. „Ja, sie sind gerade dabei. Aber Susanne ist echt fertig, vielleicht sollten wir mal mit der Chefin reden?“ „Wieso das denn?“ „Mensch Junge! Damit sie sich davon bezeugen kann das es ihm gut geht“, er schüttelte den Kopf und stand schwerfällig von seinem Schreibtisch auf. Schwermütig ging er ein paar Schritte voran und drehte sich dann nach Hotte um und seufzte. „Mensch, wo bleibst du denn? In 5 Minuten will ich wieder hier sitzen“, grinsend stand er auf und folgte Dieter bis ins Büro der Chefin. Diese saß allerdings nicht dort, wo sie Sie vermutet hätten. Kim Krüger saß auf der Fensterbank ihres Büros, das Telefon in der Hand und versuchte so frische Luft zu bekommen. Die beiden bezweifelten allerdings, das ihr dass so gelingen würde. „Chefin?“, fragte Dieter vorsichtig und wagte sich einen ganzen halben Schritt nach vorne. Sie konnte sehr unerbittlich sein wenn sie jemand bei einem Gespräch störte. Das, nahm sie den meisten Kollegen dann sehr übel und ließ sich die schrecklichsten Strafen einfallen. Diesmal allerdings, war es ein kleines wenig anders. Die Dienststellenleiterin hob ihren Kopf leicht an, sagte irgendwas zu ihrem Gesprächspartner und kam von der Fensterbank weg. So hatten die beiden sie noch nie gesehen. Auch sie hatte wie Susanne einen kurzen flatterigen Rock an und eine kurze Bluse die ihr sehr gut stand. Kurz darauf hatte sie das Telefonat beendet und sah die beiden Seelenruhig an.
„Haben sie schon etwas von Jäger gehört?“, geschäftsmäßig wie sie halt war schlug sie das eine über das andere Bein und sah die beiden in ihrem gekonnten Pokerface an. „Nicht viel Chefin, er soll ja erwürgt worden sein“ „Ich weiß, ich war selbst vor Ort und würde mir wünschen wenn sie den Fall übernehmen und gleich mit Jäger sprechen. Er ist wieder aufgewacht und bei vollem Bewusstsein, nur reden kann der gute ganz leise. Das sprechen macht ihm noch zu schaffen. Also meine Herren, ein wenig Rücksicht auf unseren jüngsten“, lächelte sie den beiden zu und wollte sich schon wieder umdrehen, die beiden jedoch sahen sich einen kurzen Moment an und Dieter trat noch einen Schritt hervor. „Ich wollte,...also wir wollten Susanne mitnehmen“, sprach er leise und nahm sich die Mütze vom Kopf. Er machte keinen großen Hehl daraus das er die Dienststellensekretärin mochte und nur ihr bestes wollte, für Hotte galt natürlich das gleiche. „Wieso das denn?“, etwas verwirrt blickte sie von ihrem herbeigenommen Bericht auf und sah ihm direkt in die Augen. Währenddessen lugte Hotte leicht auf den Namen des Berichts und konnte sich dabei sicher sein, das es sich um Bens handelte. Das wollte die Chefin wohl selbst mit in die Hand nehmen, immerhin ging es um einen ihrer besten Beamten. „Na ja, also das ist so... Ich glaube, die Susanne, die. Die mag den Ben ganz gerne“, ganz leise und schüchtern hatte er es ausgesprochen und nervös zog er sich abermals seine Mütze vom Kopf. Die wurde ihm jetzt eindeutig zu warm. Ganz anders als er sie kannte, reagierte sie auch jetzt. Auf einem Mal wurde sie ihm unheimlich, und das kam ganz selten bei ihm vor. „Natürlich, Susanne wird denk Ich heute eh nicht mehr gebraucht.“ „Sie wäre auch nicht in der Lage gewesen, sie macht sich ziemlich viele Gedanken um ihn“, entgegnete Hotte und grinste zufrieden als sie endgültig ihr Vorhaben absegnete und die beiden laufen ließ.
„Jungs, ich danke euch so sehr!“, überraschte und strahlend umarmte sie die beiden schnell und packte ihre Tasche zusammen. Die beiden hatten recht, sie wäre eh nicht mehr in der Lage gewesen heute noch irgendwas zu machen. „Dafür lade ich euch auch mal zum Abendessen ein“, die beiden nickten und sie lächelte zufrieden während ihr ein Stein vom Herzen fiel. Endlich konnte sie sich selber überzeugen, dass es Ben doch nicht so schlecht ging wie erst angenommen. Während der ganzen Fahrt wurde kaum gesprochen, so dass es den dreien sehr lange vorkam bis sie das Krankenhaus endlich erreicht hatten.
Zart wurde an seine Tür geklopft und Ben glaubte sogar fast er hätte sich überhört. Als aber dann doch die Tür aufging und Hotte, Dieter sowie Susanne auftauchten musste er anfangen zu grinsen und sah die drei freundlich an. „Hallo“, sagte er sehr leise und formte das Wort leicht mit seinen Lippen. Jedes Wort, jede Bewegung am Hals machten ihm Schmerzen die gerade mit Schmerzmitteln versucht wurden zu bekämpfen. „Mensch Ben“, hauchte Susanne leise und warf sich ihm um den Hals. Die angestaute Angst brach jetzt wieder völlig aus ihr heraus und er legte sachte die Arme um ihre Schultern und zuckte bei jedem Schmerzgefühl leicht zusammen. „Ich lebe doch noch!“ „Eben du Vollidiot! Mein Gott, hatte ich Angst um dich“, murmelte sie leise und drückte ihn noch einmal fest an sich. Hotte und Dieter kamen sich dabei etwas fehl am Platz vor und verdrückten sich in eine Ecke des Zimmers. Gehen wollten sie nicht, vielleicht konnten sie noch etwas aufschnappen was ihnen selbst das Herz erleichtern würde?
Das klopfen eines Arztes hatten die vier wohl überhört und merkten diesen erst, als er schon im Zimmer stand und etwas peinlich berührt aussah. „Herr Jäger? Wir bringen ihnen sofort das Bett für ihre Frau“, murmelte er nur leise und verschwand sofort wieder. Sofort bemerkte er das 6 – Augenpaare auf ihn ruhten, er seufzte leise und erzählte dann die ganze Geschichte von vorne. Während Hotte und Dieter lachen mussten, schaute Susanne ihn nur lächelnd an und ließ nicht mehr von ihm ab. Irgendwann gaben es auch die beiden auf und verabschiedeten sich von den zweien. Sie würden eh noch früh genug erfahren wann die beiden zusammen waren.
„Ich hatte echt Angst um dich“, murmelte Susanne leise und rückte noch näher zu Ben. Dieser lächelte leicht und eine Tränen löste sich aus seinen Augen. „Ich hatte Angst um mein Leben,... ich hatte gedacht ich seh’ dich nicht mehr wieder. Ich seh’ überhaupt keinen mehr wieder!“, hauchte er leise und fing an zu weinen. Susanne unterdrückte ihre eigenen Tränen und wusste das Ben jetzt reden wollten. Jetzt war nicht der richtige Ort und auch nicht der Zeitpunkt um über ihre Gefühle zueinander zu reden. Später, ja. Dann würden sie es tun. Sie wusste, die starke Anziehungskraft war nun auf die beiden rüber gesprungen. Sie spürte ein Verlangen nach ihm, welches sie nicht in Worte fassen konnte. „Pss... ich bin ja da“, hauchte sie leise und strich ihm übers Gesicht und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Wir sind alle für dich da ja?“, murmelte sie leise und drückte ihn noch einmal fest an sich. Was sie nicht bemerkten, eine Person stand bei ihnen im Raum und war unbemerkt hinein gelangt. Jedoch, bemerkten sie diese nicht.
Ist doch ein wenig länger geworden mit der Zeit als ich gedacht habe.. tut mir leid! Aber daafür ein neuer Teil (; Danke für eure Feeds!
Wolf...<<
Eine Woche später dauerte die Wasserdürre in Köln und Umland immer noch an, die Wasserreserven wurden langsam knapp und keiner wusste genau, wie es weitergehen sollte. Immerhin, seit 10 Wochen war es so entsetzlich warm und die Wasserindustrie wies daraufhin sparsam mit dem Wasser umzugehen. Die Rasen in den Vorgärten wiesen kahle Flecken auf, sie waren sozusagen verbrannt.
Julia Jäger saß an dem Bett ihres Bruders und lächelte ihm aufmunternd zu. „Hey Großer, sieh es doch mal so: heute Nachmittag darfst du wieder Autos Schrotten und die Autobahn wieder unsicher machen“, lächelnd stimmte er ihr zu und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Er fühlte sich sehr gerädert, was er darauf zurückführte das er sich in diesem Krankenhaus nicht richtig erholen könne. „Ich bin auch froh, ich mein. Eigentlich bin ich ja für heute noch krankgeschrieben. Aber Heute ist Donnerstag und wenn ich heute und Morgen Arbeite ist das doch kein Problem. Immerhin ist dann wieder Wochenende“, grinsend drückte er seine Schwester an sich und musste einen kurzen Moment an Susanne denken. Sie war mindestens jeden zweiten Tag bei ihm gewesen und hatte ihm von der Past erzählt. Wenn er zugeben musste, er genoss es wenn sie hier bei ihm saß. „War deine Freundin eigentlich letztens sehr schockiert als ich plötzlich im Raum stand?“, natürlich diese Frage musste kommen. Ben schüttelte leicht mit Kopf und sah sie lächelnd an. Immer noch war eine Kanüle in seiner linken Hand, sie würde erst später abgemacht werden. Auch hatte er noch das elende Krankenhaushemd an, er hatte sich noch nicht umziehen dürfen. Sein Zimmernachbar war gerade zu einer Untersuchung gebracht worden, ihm war es recht so. Dann hatte er wenigstens seine Ruhe. „Erstens Schwesterlein, sie ist nicht meine Freundin. Zweitens Ja, sie war ganz schön geschockt. Aber das war es dann auch schon“. „Irgendwie glaube ich dir das nicht, ist denn dein Urlaub genehmigt worden?“, sie lenkte ab und es war ihm auch irgendwie ganz recht so. Sie wusste ganz genau dass er ihr wenn er es nicht wollte, die Wahrheit erzählen würde. Auch wenn er jetzt mit Susanne zusammen wäre, er hätte es ihr gesagt. Was dem aber nicht entsprach, konnte er ihr natürlich auch nicht mitteilen. „Ich hoffe es, Andrea und Semir wollten mitkommen. Aber die Krüger bestimmt noch einen der speziell auf mich aufpassen soll“, rollte er mit den Augen und seufzte genervt. Das konnte ja bestimmt ganz heiter werden! „Ach Ben, sie meint es doch auch nur gut mit dir“ „Bist du dir da sicher?“
Zur gleichen Zeit saß Semir in seinem Büro und schielte mit einem Auge immer wieder auf die Uhr. 12.00 Uhr. Sein Partner wollte um 14.00 Uhr kommen und er freute sich darauf. Lange betrachtete er seine Schürfwunde am Arm und seufzte leise. Er hatte sie sich in Bens Wohnung zugezogen, der arme selbst war total zerkratzt an den Armen gewesen. Der Hauptkommissar blickte auf den Bericht der auf seinem Schreibtisch lag. Es war natürlich die Akte von Bens Übergriff am vergangen Samstag. Immer und immer wieder hatte er sich diese durchgelesen, lange Nächte im Büro verbracht und darüber gegrübelt. Dadurch hatte er nur noch wenig Zeit gehabt ihn selbst zu besuchen, er hoffte er würde es ihm nachsehen. Natürlich hatte er etliche Bekannte und Freunde aus dem Bekanntenkreis seinen Kollegen zu dieser Tat befragt, jedoch hatte keiner ihm eine passende Antwort geben können. Selbst Bens Expartner, hatte ein Alibi. Dies ärgerte ihn am meisten, selbst den kleinsten Anhaltspunkt konnte er wieder in die Tonne treten. Er wusste ja, dass die beiden im Streit auseinander gegangen waren und sich nie wieder gesehen hatten. Natürlich hatte er seine ganzen Hoffnungen darauf gelegt und war enttäuscht worden. Aber warum sollte es ihm so einfach gemacht werden? Wütend schlug er die Akte zu und rieb sich über seine Schläfen. Das ganze zerrte an seinen Nerven und er war froh dass der Urlaub für nächste Woche genehmigt war. Den konnte er jetzt wirklich gebrauchen, ebenso froh war er das Andrea ihn begleitete. Die kleine würden sie zu den Schwiegereltern bringen, da war sie definitiv in Sicherheit. Allerdings wollte die Krüger unbedingt dass Ben einen eigenen Begleiter hatte. Er konnte sie ja gut verstehen, aber er war ja auch anwesend? Wer sollte denn besser auf ihn aufpassen als der eigene Partner? Sachte lehnte er sich zurück und verschränkte seine Arme. Er hatte selbst hatte sich immer blendend mit seinen Partner verstanden, auch wenn es vielleicht manchmal Anfangsschwierigkeiten gegeben hatte. Die waren alle schnell bereinigt gewesen und dann waren sie zu einem echten Team zusammen gewachsen. Bei Ben war es anders, mit ihm fühlte er sich besonders verbunden. Ein Beschützerinstinkt hatte sich bei ihm entwickelt obwohl er seinen Partner sehr schätzte. Jedoch war er rund 10 Jahre jünger als er selbst, er wusste auch dass Ben es absolut nicht leiden konnte. Doch ab und zu war er ihm dankbar.
„Okay, auf geht’s“, murmelte der Hauptkommissar kurze Zeit später als er sich wieder gefangen hatte. Ein zweiter Fall lag auf seinem Tisch: die Akte Wolf Mahlers. Von Ben wusste er, dass dieser grausam ausgesehen haben muss. Es wäre kein schöner Anblick gewesen, hatte ihn aber in eine Art Schock Zustand versetzt. Er selbst jedoch war sehr froh, dass dieses Kapitel fast abgeschlossen war und man in Ruhe wieder leben konnte. Nach einer weiteren kurzen Pause stand er auf, öffnete die Tür seines Büros und fand sich schon in Susannes Armen wieder. „hast du was rausgefunden?“, fragte er sofort und sah sie mit forschen Blicken an. ER wusste, ihr ging es auch sehr nah. Dennoch wollte er so schnell wie möglich die Ergebnisse haben. „Leider nicht, aber eben hat ein Mann angerufen. Er wollte in 10 Minuten zurück rufen“, mechanisch nickte er und bemerkte wie die Sekretärin anfing zu grinsen. „Ich bin Bens Begleitung im Urlaub“, brach es Sekunden später aus ihr heraus und es zauberte ihm ein grinsen aufs Gesicht. „Ich hätte es mir denken können“, lächelnd drückte er sie kurz an sich und verschwand dann wieder im Büro. Wer anderes als Susanne? Auch er hatte natürlich die Nähe der beiden zueinander bemerkt und wünschte sich nichts sehnlicher als das die beiden es auch endlich bemerken würden. Als er die Tür hinter sich geschlossen hatte, fing das Telefon sofort an zu klingeln. Perfektes Timing’ kam es ihm in den Kopf und er ließ sich beschwingt neben dem Telefon nieder. „Gerkhan, Kripo Autobahn was kann ich für sie tun?“ „Herr Gerkahn, ich glaube wir hatten schon mal öfters miteinander Bekanntschaft. Oder täusche ich mich da?“ Das konnte doch nicht sein, das war doch...
Anne, musst deswegen nicht als letztes immer schreiben (; Trotzdem danke für eure lieben Kommentare!
...Mahler<<
Wolf Mahler. Entgeistert blickte er auf seinen Telefonhörer und umklammerte diesen. „Was wollen sie?“, forsch und gestresst klang seine Stimme. „Ach, ich wollte mich nur einmal melden. Mich in Erinnerung rufen, dachten sie ich gebe so einfach nach? Da haben sie sich aber getäuscht Semir Gerkahn!“, er hörte das Grinsen des Anrufers und musste schlucken. „Was wollen sie von mir?“ „Ich wollte ihnen einen schönen Donnerstag wünschen, bis demnächst mal“, dann hatte dieser auch schon aufgelegt. Fassungslos starrte er noch Sekunden später auf das Telefon und konnte sich erstmal nicht wieder einfangen. Sollte er Ben davon erzählen? Er musste es tun und durfte seinen Kollegen nicht in Unwissenheit lassen. Ihm waren eigentlich die Hände gebunden, es war Bens Fall den dieser zusammen mit Dieter angefangen hatte. Jedoch würde er nicht einfach so tatenlos hier rumsitzen und Däumchen drehen. Schnell stand er wieder auf und suchte das Büro der Chefin auf. Diese musste als allererstes davon erfahren.
Allerdings erlebte der Kriminalhauptkommissar dasselbe wie Dieter und Hotte an jenem Tag. Ihre Beine lagen auf der Fensterbank, ihr Rock war ein wenig runtergerutscht. Ihre Bluse war jedoch bis nach unten zugeknöpft, wofür er ihr sehr dankbar war. Allerdings waren auch dort die Ärmel nach oben gekrempelt und er musste sogar leicht lächeln. Ihre Haare klebten an ihrer Stirn und er spürte sofort die warme Luft auf ihn zukommen. Hier war es definitiv zu warm, sollte er ihr das Büro von ihnen anbieten? Immerhin war es dort angenehmer und er bräuchte nicht mehr so lange zu ihr zu laufen. Obwohl es gleich nebenan war. „Chefin?“, fragte er vorsichtig und sah Sekunden später in ihre Augen. „Was wollen sie Gerkahn?“, gereizt und müde klang ihre Stimme. Mit ihr hätte Ben auch fast was am Laufen gehabt, er hatte ihm allerdings strikt davon abgeraten. „Ich habe gerade einen Anruf erhalten, von Wolf Mahler“, flüsterte er leise und schloss die Tür hinter sich zu. „Mahler ist doch tot. Sind sie sicher das er es war?“ „Ja, die Stimme würde ich immer wieder erkennen Chefin. Er war es definitiv“ „Wie kommt es dann aber zustande dass der Kollege Jäger ihn als Toten identifiziert hat?“. Natürlich, daran hatte er überhaupt noch nicht gedacht. Ben selbst war es ja gewesen, der Mahler erkannt haben wollte. „Ich bin mir trotzdem sicher, dass er es war. Sie müssen mir glauben“, sie seufzte leicht und er wusste er hatte sie zum Nachdenken gebracht. „Fahren sie in die KTU und sprechen mit Hartmut darüber. Erzählen sie Jäger davon wenn sie wieder da sind“, ermahnte sie ihn noch. Er fing an zu lächeln, bedankte sich und schnappte sich seine Autoschlüssel um schnurstracks zu dem Kriminaltechniker zu fahren.
Ben atmete erleichtert die frische Luft ein und stieg auf dem Auto seiner Schwester. Sein Dienstauto war zur Past gebracht worden, wofür er sehr dankbar war. Es hatte noch ein paar Kleinigkeiten gegeben weswegen sie erst rund eine halbe Stunde später losfahren hatten können. „So Schwesterlein, wir sehen uns nächste Woche wieder“, lächelnd kam er um den Wagen herum und zog sie in seine Arme. Er war froh, sie zu haben. Sie stand immer hinter ihm und schätzte seine Entscheidungen. „Bis nächste Woche“, rief sie ihm noch zu ehe sie wieder nach Hause zu ihrer eigenen Familie fuhr. Er winkte ihr noch nach und musste lächeln. Der Parkplatz der Past war ziemlich voll, also war nicht viel los. Das einzige Auto was fehlte: war Semir s. Der würde doch nicht einen Fall übernommen haben ohne ihn? Langsam schritt er den Weg entlang zum Hauptgebäude und dachte über sein Leben nach. Ihm fehlte etwas, er sehnte sich nach Liebe. Abends war er ungern allein, er wollte mit jemanden reden, lachen oder ähnliche Dinge tun. Einfach mal fallen lassen können und abschalten. Alleine konnte er das nicht wirklich. Er öffnete die Tür zur Past und zog den altbekannten Duft ein. Es roch nach Akten, warmer Luft und Kaffee. Der Beamte musste grinsen und grüßte die Kollegen die ihn lieb begrüßten. Die Male an seinem Hals konnten nur noch als blaue Flecken erkannt werden, mehr sah man ihm nicht mehr an. „Ben“, er drehte sich sofort um und konnte Hotte sowie Dieter ausmachen. Die beiden kamen mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu und drückten ihn an sich. „Junge, Mensch sind wir froh dass du wieder hier bist, heil und gesund“, jauchzte Dieter und sofort sah er sich in Hottes Armen wieder. „Mein Gott, was für ein Begrüßungskomitee“, lächelte er leicht und befreite sich wieder von den beiden. „Jäger, schön das sie wieder da sind“. Er wusste, die Stimme konnte nur von seiner Chefin kommen. Er lächelte ihr zu und wurde auch von ihr herzlich umarmt. Zunächst war er verwundert, machte sich jedoch keine weiteren Gedanken dazu und bekam von ihr seine Waffe und seinen Dienstausweis wieder. „Kommen sie noch mit in mein Büro“. Klar, irgendwas lag der Dame noch auf dem Herzen und er konnte sie zum ersten Mal verstehen. Er war mit gemischten Gefühlen hierhin gekommen. Schließlich hatten die Kollegen ja auch gewusst, durch die Akte die auf Krügers Tisch gekommen war, was mit ihm passiert war. Langsam ging er hinter ihr her und konnte Susanne beim Schreibtisch erkennen. Er lächelte ihr zu, bekam allerdings nur ein halbherziges zurück. War irgendwas passiert was er wissen sollte?
„Jäger, setzen sie sich“, bot sie ihm an und schloss das Fenster ihres Büros. Es war eine schwüle Hitze hier drin, die es schon wieder unerträglich machte hier länger drin zu bleiben. Er bewunderte sie dafür, dass sie es hier aushielt. Er setzte sich ihr gegenüber und versuchte zu lächeln. Er wusste, hier war irgendwas im Busch. „Erstmal freu ich mich, dass sie wieder an Bord sind. Es muss ihnen aber auch bewusst sein, das sie sich nicht sofort wieder in die Arbeit stürzen sondern es langsam angehen lassen“. Der Hauptkommissar nickte leicht und war verwirrt. So eine Rede hatte sie ihm noch nie gehalten, schon mal gar nicht als er wiederkam wenn er krank gewesen war. Sei es eine einfache Erkältung oder etwas schwerwiegendes was ihn von der Arbeit abgehalten hatte. Immer, aber auch wirklich immer hatte er mit der Arbeit sofort anfangen sollen.
„Herr Gerkahn ist zurzeit in der KTU bei Hartmut, wird aber hoffentlich gleich wieder erscheinen“. Aha, zumindest wusste er jetzt wo Semir war und seufzte innerlich beruhigt auf. Zumindest war ihm nichts Schlimmes passiert. „Das andere jedoch, Herr Gerkahn hat eben einen Anruf bekommen“, sie brach kurz ab und sah in seine Augen. Er hasst es, wenn sie das tat. Dadurch wusste er natürlich dass irgendwas passiert sein musste. „Herr Jäger, Wolf Mahler hat eben angerufen“.
Dankeschön für eure lieben Feeds! Tja Mahler, was der so gemacht hat...weiß keiner so richtig. Aber der könnte noch gefährlich weden (;
Changing Situation
„Das kann nicht sein“, hauchte er leise und musste schlucken. Er hatte naiv geglaubt, der Typ wäre tatsächlich gestorben bei diesem verdammten Verkehrsunfall. „Aber, aber. Wer war das dann?“, stotterte er leicht und lehnte sich in den Stuhl zurück. Es war ein verdammter Rückschlag für ihn, aber auch diesen würde er meistern. Er hoffte es.
„Fahren sie ebenfalls in die KTU und nehmen sie Dieter mit. Identifizieren sie nochmals die Leiche und sagen sie Susanne dass sie Ähnlichkeiten mit anderen auffälligen Vergleichen soll“, bestimmt und leise hatte sie diesen Satz gesagt und stand auf. „Und Jäger, sorgen sie dafür dass Gerkahn sich aus dem Fall raus hält. Er soll sich um den generellen Unfall kümmern. Fragen sie nicht wieso, machen sie einfach“. Das saß, leicht benommen ging er aus dem Büro der Chefin und sein Lächeln war endgültig erloschen.
Schnurstracks ging er zu der Sekretärin rüber und brachte sogar ein leichtes Lächeln zustande. „Susanne, könntest du so lieb sein und mir raussuchen wer gewisse Ähnlichkeiten mit Wolf Mahler hat?“, fragte er sie leise und kam um den Schreibtisch herum. Auch ihr Lächeln war erloschen, natürlich. „Ja, klar Ben. Ich hoffe, du kannst diese Woche noch ruhig beenden und dann verdient in den Urlaub“, murmelte sie leise und drehte sich zu ihm um. Der Polizist lächelte leicht und zog sie samt dem Bürostuhl zu sich rüber. „Ich glaube kaum, dass es noch was mit dem Urlaub wird“ „Das ist eine dienstliche Anweisung Ben. Ich hoffe du weißt das?“, erstaunt sah er sie an und schüttelte den Kopf. „Die Krüger benimmt sich eigenartig, weißt du was sie hat?“, auch hier kam nur ein Kopfschütteln und er stand wieder auf. „Pass auf dich auf, ja?“ Er nickte nur und machte sich dann mit Dieter auf den Weg zur KTU. „Weißt du wo mein Autoschlüssel ist?“ „Hier, ich sollte ihn so lange für dich aufbewahren. Eigentlich sollte das ja Semir machen, aber die Krüger wollte das nicht“, zuckte dieser mit den Schultern und überreichte ihm den Schlüssel. Okay, hier war irgendwas eindeutig falsch. Seit wann distanzierte sich die Chefin so von Semir? Vor allem, das war ihr jahrelanger Mitarbeiter obwohl sie noch nicht so lange hier war.
Auf dem Weg zur KTU sprachen sie kaum ein Wort, Ben hing seinen Gedanken nach und konzentrierte sich gleichzeitig auf den Verkehr. Dieter summte irgendein altes Lied vor sich hin und schien sich damit ablenken zu wollen. Um etwas auf andere Gedanken zu kommen machte Ben das Radio an und musste sogar leicht lächeln. Das Lied gefiel ihm obwohl es seiner Musikrichtung nicht ganz entsprach. Cheryl Cole – Fight fort his Love. Das Volumen wurde laut gedreht und er sang sogar ganz leise mit. Dieter schien, als wolle er etwas sagen. Ließ es jedoch aber und summte immer noch irgendein Lied welches er immer noch nicht verstand. Ben jedoch liebte dieses Lied, wusste jedoch das er es mit seiner eigenen Situation verband und nahm sich vor, Susanne irgendwann davon erzählen. Das er ganz verwirrt war, verbarg er unter seinem Auftreten und lächelte Dieter leicht zu. Dieser schien ihn jedoch nicht zu beachten und sah aus dem Fenster. Tief zog er die frische Frühlingsluft ein und seufzte. Es war der 18. März, eigentlich ein schöner Tag. Die Sonne schien und es schien als wolle sie die letzten aus ihrem Winterschlaf wecken. Eigentlich wäre jetzt genau die Jahreszeit für Verliebte und er seufzte. Gerne würde dazugehören, aber was sollte er machen? Er bog auf den Parkplatz der KTU ein und weckte Dieter aus seinen Tagträumen aus und stieg aus dem Wagen. Auch hier kam ihm die frische Luft wieder entgegen und er öffnete leicht seine Jacke. Es wurde ihm fast schon wieder warm, sie waren das Wetter einfach nicht mehr gewöhnt. Anders rum war es im Herbst, je kälter es wurde desto mehr wurde gemeckert. Selbst bei 10°C die er heute als sehr erfrischend fand.
„Hartmut, Hartmut!“, rief Ben durch das gesamte Gebäude und schüttelte ärgerlich den Kopf. Er war leicht gereizt, Dieter tat sein übliches dazu: er redete ununterbrochen. „Dieter, lass mal gut sein. Das kannst du mir auch nach meinem Urlaub erzählen“, unterbrach er ihn stumpf und kämpfte sich weiter durch die KTU durch. Er wusste das Semir auch hier war, sein Dienstwagen stand vor der Tür. Was jedoch ungewöhnlich war, das keine Menschenseele hier auftauchte. Obwohl hier immer reger Verkehr war, es war zwar Donnerstag aber trotzdem gab es immer etwas zu tun.
„Semir, glaub mir. Wir haben etliche Untersuchungen durchgeführt, die haben alle auf ihn hingewiesen. Außerdem hat Ben ihn auch gesehen, er hat ihn ja auch identifiziert!“, wehrte Hartmut ab und setzte sich auf einen Stuhl. „Hartmut, das ist Anweisung von der Krüger. Tut mir leid“, seufzte er leise und zog den Kriminaltechniker vom Stuhl wieder hoch. „Also wo ist die Leiche?“ „In der Kühlkammer, wo sonst?“, meinte er leise und die beiden Schlugen den Weg dahin ein. „Wann kommt Ben eigentlich wieder?“. Semir blickte auf seine Uhr und erschrak. ‚Scheiße’, dachte er und sah den Rothaarigen wieder an. „Seit einer Stunde soll er schon wieder da sein“, er schüttelte leicht mit dem Kopf und schluckte. Wenn ihm das nicht einer mal übel nahm. „So, da sind wir“, murmelte Hartmut und machte das Licht in der Kühlkammer an. Zwei Baren standen in der Mitte des Raumes, über sie waren Tücher gelegt worden. Der Deutschtürke zog die Luft scharf ein und stieß einen kurzen Pfiff aus. Er war ungern hier. Als sie weiter rein gingen, fiel hinter den beiden die Tür ins Schloss und er drehte sich sicherheitshalber noch einmal um. „Semir, das ist immer so. Jetzt komm“, erwiderte der andere und zog ihn weiter in den Raum hinein. Das jemand die Tür verriegelte bekamen die beiden schon gar nicht mehr mit. Ebenso stellte dieser jemand die Temperatur des Raumes weiter nach unten: - 18°C.
Mahler grinste zufrieden mit sich selbst, endlich hatte er diesen Bullen ausgeschaltet und keiner würde die beiden hören. Sie würden elendig erfrieren. Er steckte seine Waffe wieder weg und schlug seinen Mantel darüber. Diese wärme machte ihm überhaupt nichts aus. Er sah sich noch einmal kurz um und machte sich wieder auf den Rückweg zum Ausgang.
Dankeschön für eure lieben Feeds! Ich liebe es, sie zu lesen :) Außerdem geht es jetzt mit dem Teil 12, während ich etwas beim 36ten Harke (; Ich suche noch Namen für ein paar Leute, die ich einbauen will. Vielleicht jemand vorschläge für mich? Oder möchte jemand selbst vorkommen? Bin immer für Vorschläge offen! (; Andreas Kind ist bereits da und hat einen schönen Namen bekommen. So viel dazu (; lg!
What happened next...?<<
„Also langsam fühle ich mich verarscht“, stieß Ben aus und drehte sich einmal im Kreis. Keiner war hier, das war doch nicht normal! Schnell zog er sein Handy aus der Hosentasche und wählte die Nummer der Krüger an. „Jäger. Frau Krüger, können sie mir erklären warum die KTU Menschenleer ist und trotzdem alle Wagen vor der Tür stehen?“, stieß er wütend aus und setzte sich auf einen der Schreibtische. Dieter war in einer anderen Halle und suchte dort nach den Kollegen. Aber auch sie konnte ihm nicht helfen, versprach aber selbst vorbei zu kommen und Verstärkung mitzubringen.
„Das kann jetzt erstmal dauern“, murmelte er leise und sah sich im gesamten Gebäude noch einmal um. Für einen kurzen Moment hatte er geglaubt, Schritte zu hören. Verwarf aber diesen Gedanken sofort wieder und betrachtete seine Schuhe. Das würde ein verdammtes Nachspiel haben, er ahnte es. Vor allem weil die Krüger überhaupt nicht begeistert klang, es musste auch schon etwas heißen wenn sie persönlich vorbei kam um etwas zu überprüfen. Er seufzte einmal tief und unterdrückte das Schwindelgefühl was ihn erfasste. Er schob auf seine Verletzungen zurück und stand wieder auf. Vielleicht würde es besser werden, wenn er erstmal sich ein paar Schritte vertrat. Jedoch wurde er das dumpfe Gefühl nicht los, das irgendwas im Argen war. Er zog seine Waffe aus dem Gürtel und hielt sie im Anschlag. Der innere Polizist in ihm sagte, dass er auf der Hut sein musste.
Mahler verzog leicht seinen Mund als er den Bullen entdeckte. „Da ist ja wieder mein Bennilein“, grinsend ging er ein paar Schritte nach vorne und nutzte den Moment aus als der andere sich wegdrehte. „Hallo Ben“, grüßte er dann laut und zielte mit gestreckten Arm auf diesen. Der angesprochene zuckte zusammen und drehte sich sofort um, ebenfalls mit der Waffe im Anschlag. Natürlich bemerkte er das, aber was sollte es ihm bringen? Er hatte ihn schon einmal überwältigt, warum sollte er es nicht noch einmal tun? Sven stand genau auf der anderen Seite, er würde diesen schon in Schacht halten. „Was wollen sie von mir?“, rief Ben laut und seine Augen spiegelten Entschlossenheit wieder. „Was ich von dir will? Ich fand es ja schon sehr süß von dir zu sehen, wie du geglaubt hast ich wäre tot. Alle waren glücklich und zufrieden. Warst du doch, oder?“, mechanisch nickte der Polizist und betrachtete seinen Gegenüber genau. Dieser lachte leise und ging einen Schritt auf ihn zu. Er würde es auf diese Art versuchen an ihn ranzukommen. Dieser schien jetzt zu schwiegen, aber er hatte ja noch einiges in Petto. „Glaubst du, das war Zufall dass genau 2x in deiner Wohnung eingebrochen wurde? Der Zufall daran war, dass du uns in die Quere kamst. Aber die Folgen hast du ja gespürt. Es war so schön zu sehen, wie sie alle gelitten haben. Sich Sorgen gemacht haben... und du liebst diese Susanne ja?“ „Halt Susanne aus dem Spiel“, zischte er leise und atmete kurz erleichtert aus. Er hoffte, sie wäre noch in der Wache. „Oh empfindlich der junge Kerl? Das man dich überhaupt in diesen Posten gesetzt hat. Unglaublich, findest du nicht?“, lachend steckte er seine Waffe weg und registrierte genau den verwirrten Blick des anderen. „Lass uns das mit Worten klären“ „Auf deine Worte pfeif ich“. „Na, na. Nicht so unfreundlich“, grinsend ging Mahler wieder etwas zurück und lehnte sich gegen einen Betonpfeiler. „Pass auf, was du in der nächsten Zeit machst. Wir beobachten dich“, grinste Wolf und drehte sich von ihm weg. Als Ben zuschlagen wollte, spürte er einen Schlag im Rücken und ging zu Boden.
Kim Krüger war sauer raus gefahren und teilte die Absicht die einer ihrer besten Männer trug. Die KTU durfte einfach nicht Menschenleer sein. Sie fuhr gerade auf das Gelände und stimmte Jäger Gedanklich zu. Alle Wagen standen vor der Tür, ebenfalls Gerkahn und Jägers. Schnell stieg sie aus ihrem Auto und sah die Kollegen an. „Okay, keiner geht ohne Schutzweste in das Gebäude. Jäger und drei weitere Kollegen sind da drin. Feuerabgabe nur nach Bestätigung“, sagte sie laut und zog sich selbst solch eine Weste an. Die Kollegen nickten nur und taten es ihr nach. Keine zwei Minuten später hatte sie ihre eigene Waffe im Anschlag und betrat das Gebäude mit langsamen Schritten. Von weitem her schallten ihr lauten Schritten entgegen und schon stand sie Mahler gegenüber. Diese grinste gehässig und lief in der anderen Richtung weiter. „Bleiben sie sofort stehen! Polizei“, schrie sie laut und rannte diesem im Alleingang hinterher. Sie folgte ihm durch die ganzen Gänge der KTU und schoss hin und wieder auf ihn, traf jedoch nie. Dieser Typ machte sie sauer, sie war eine gute Schützin und würde das auch jetzt wieder unter Beweis stellen. In der Zeit hatten sich Kollegen zu ihr gesellt, die ihr helfen wollten. Als sie durch die Halle C2 kamen, entdeckte sie Jäger auf dem Boden. In leicht gekrümmter Haltung.
Ben blinzelte leicht als er wieder aufwachte. Im Rippenbereich verspürte er einen stechenden Schmerz, ging aber nicht weiter darauf ein. Als er sich aufrichten wollte sah er in das Gesicht der Krüger. „Chefin, was... haben sie ihn?“, fragte er sofort und bedauerte das sie den Kopf schüttelte. „Er konnte entkommen“. Das war nicht die Antwort die er hören wollte, musste sich aber zunächst damit zufrieden geben. „Haben sie schon Semir gefunden?“ „Leider nein.“ Er stieß einen leichten Pfiff aus und konnte mit der Hilfe von Kim aufstehen. „Hat er sie erwischt Jäger?“, es war eine Routine Frage die ihm jedoch ein leichtes Lächeln auf die Lippen zauberte. „Zum Glück nicht, aber der eine hat mir wohl seine Waffe in den Rücken gerammt“, seufzte er und strich sich den Dreck von der Kleidung. „Okay, wir fahren erstmal zurück zur Past“, bestimmte sie und zog Ben an der Kleidung hinter ihr her. Er seufzte und ging ihr geknickt hinterher.
Huhu ihr lieben! Danke für eure netten Feeds! Habe festgestellt, das ich am Kapitel 36 schreibe und ich im Verzug beim Posten bin [Vorteil für euch (;] Der Teil käme in der aktuellen Planung erst am 12.06 und das ist nun wirklich noch etwas hin, also wenn ihr ganz lieb postet kommt heute spät abend noch ein zweiter Teil :D Die Fortsetzung der Geschichte muss nämlich noch während der WM online gestellt werden. Würde mich auch da natürlich über Leser freuen! (:
All good things...<<
„So Semir, hier ist die Leiche“, murmelte Hartmut und hob das Tuch leicht an. Der angesprochene trat leicht vor und verzog das Gesicht als er diese erblickte. „Er hat wirklich gewisse Ähnlichkeiten, hätte ich nicht mit ihm telefoniert. Würde ich jetzt sagen, er wäre es wirklich. Mahler wäre tot“, hauchte Semir leise und trat wieder einen Schritt zurück. „Zuerst sah es ja auch wirklich so aus, als wäre er Mahler. Aber als ich Proben und weiteres entnommen habe, kam ich auch auf ein anderes Ergebnis. Der Tote ist Michael Schranski. Polizeibekannt. Einbruchserien in Massen, der letzte war vorletzte Woche in einer Bank. Man konnte ihn zwar eindeutig identifizieren, aber gekriegt hat man ihn ja nie“, gab Hartmut bekannt und schob die Bahre wieder in die Kühlbox zurück. „Na ja, danke auf jeden Fall für die Informationen! Ich fahre zurück zur Past und guck mal was Ben macht“, lächelnd drehte Semir sich um und schlenderte den kurzen Weg zur Tür zurück. „Warte, Semir. Du wirst hier nicht rauskommen, ich habe den Schlüssel“, rief Hartmut ihm zu und musste grinsen. Er steckte ihn ins Loch und versuchte umzudrehen. „Hartmut, das kann ich sogar besser. Zeig mal her“, meinte Semir ebenfalls mit einem Grinsen im Gesicht und stieß den Kriminaltechniker leicht weg. Aber auch bei ihm, Fehlanzeige. Der Schlüssel ließ sich einfach nicht drehen, egal was sie machten. Der Hauptkommissar drehte sich leicht um und seufzte. „Hartmut, wie viel Grad haben wir hier drin?“ „Normalerweise -2°C, kann aber bis zu -5°C variieren“ „Was heißt normalerweise?“ „Na ja, es ist eindeutig kälter hier“, hauchte Hartmut und legte die Arme um sich selber. In Semir arbeitete alles, er drehte sich langsam zur Tür und wieder zurück zu Hartmut. „Sag mir, dass das nicht wahr ist! Ich will hier nicht elendig erfrieren“, zischte er leise und setzte sich auf einen der Stühle die noch sauber waren und vergrub den Kopf in den Händen. An sein Handy dachte er momentan nicht.
Es herrscht eisige Stimmung in der Past, trotz des schönen Wetters. Jeder saß mit verbissener Miene an den Rechnern, selbst die anderen lachten oder lächelten nicht. Ben sah sich mit geknickter Stimmung um und ging langsam in sein und Semir s Büro rüber. Irgendwas stimmte da doch gewaltig nicht, die KTU konnte nicht einfach nur leer sein. Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare und unterdrückte seine kommenden Kopfschmerzen, er wusste, er hätte noch nicht arbeiten sollen. Aber hätte irgendjemand ihm so was vor raus sagen können? Für einen kurzen Moment blickte er auf Semirs aufgeräumten Schreibtisch und konnte zwei Akten entdecken. Er brauchte nicht lange zu überlegen oder gar nachzusehen, er konnte sich denken was für welche es waren. Ihnen beiden hatte dasselbe beschäftigt und mitgenommen. Der Polizist driftete mit seinen Gedanken vollkommen weg und griff zu seinem Handy. Gedankenverloren hielt er es in der Hand und wiegte es hin und her. Wie oft war er unzufrieden mit seinem Handy gewesen? Aber immer hatte er es lange behalten, Situationen hatten ihn daran erinnert. So auch dieses.
„Ben“, lächelnd blickte Semir zu ihm auf und nahm den jüngeren in den Arm. Er hielt dessen Handy in seiner Hand und starrte immer wieder darauf. Der Deutschtürke hatte seins Zuhause vergessen, also hatte er ihm seines geliehen. „Was ist los großer?“, grinsend hatte er sich aus der Umarmung befreit und versuchte irgendwie auf das Handydisplay zu sehen. Aber nichts. Semir drehte es so, dass er nichts erkennen konnte. „Ich werde Vater“, schrie er frei aus sich heraus und ein grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Ben wusste für einen kurzen Moment nicht was er sagen sollte, umarmte den Deutschtürken noch einmal und gratulierte ihm ganz herzlich. „Endlich, vielleicht mal ein Polizist Nachkömmling?“, grinsend nahm er sein Handy wieder zurück und nahm sich fest vor, dieses länger zu behalten als andere. „Nein, nein. Es wird ganz bestimmt ein Mädchen“.
Als sie später im Büro gesessen hatten, hatte der werdende Vater den Tag noch rot markiert und hatte viele mit seiner guten Laune beinahe zur Verzweiflung gebracht. So auch Ben.
„Semir, könntest du mir vielleicht auch mal zuhören?“, genervt hatte er auf den Tisch geklopft. Der Kollege reagierte immer noch nicht. „Semir“. Das wirkte, er schaute verwundert auf und hörte auf sein Familienfoto anzustarren. „Jetzt, aber gut ja?“ „Sehen sie nicht schön aus?“, er schüttelte nur den Kopf und schlug die Akte zu. So konnte er nicht mit ihm Arbeiten. Die Akte warf er gedankenlos auf seinen Schreibtisch und ging langsam zu Semir hin. Dieser hatte sich in seinen Bürostuhl gelümmelt und starrte wieder auf das Bild. Sachte packte er diesen von hinten an den Schultern und drehte ihn zu sich um. „So, mein Lieber. Du nervst mich, du bist Heute zu nichts zu gebrauchen. Also fährst du jetzt nach Hause und ich möchte das du nicht wiederkommst bevor du dich beruhigt hast!“ „Aber ich kann dich doch jetzt nicht allein lassen! Wir wollten doch noch zu dem alten Ehepaar fahren von dem uns Susanne erzählt hat“, hatte Semir erstaunt erwidert. Aber an Bens Miene ließ sich deutlich erkennen dass dieser es ernst meinte, so hatte er seine Sachen gepackt und war nach Hause gefahren. Die ganze Past hatte förmlich aufgeatmet.
Ein leichtes Lächeln hatte sich auf seinen Lippen gebildet und er wurde aus seinen Gedanken gerissen, die Chefin stand in der Tür. „Kommen sie mit Jäger“. Mit hängenden Schultern erhob er sich und ließ die Tür des Büros offen stehen, Semir war ja nicht da, also konnte dieser auch nicht meckern. Die Krüger hielt ihm die Tür auf, schloss diese hinter ihm und setzte sich auf ihren eigenen Stuhl. „Also Herr Jäger, ich bitte sie noch einmal zur KTU zu fahren und mit den Kollegen noch einmal alle Räume durchzusehen. Vielleicht sind die beiden ja wieder aufgetaucht“. Ben nickte leicht und stand langsam wieder auf. „Ihr Urlaub bleibt bestehen!“, mahnte die Chefin noch einmal als hätte sie ahnen können was er gerade dachte. Er schenkte ihr ein kurzes Lächeln und verschwand aus ihrem Büro. Schnell hatte er ein paar Kollegen gesammelt. Von der Chefin hatte er noch die Anleitung bekommen die Schutzwesten anzuziehen, er wusste, sie meinte es nur gut mit ihnen. Jedoch bekam er mit wie zwei Kollegen sich leise über sie unterhielten und schüttelte mit dem Kopf. Der Hauptkommissar wollte sich auf gar keinen Fall da einmischen, er wollte nur schnellst möglichst zur KTU kommen.
Ich läute jetzt einfach mal Runde 2 für Heute ein (; Viel Spaß!
... come to an end.<<
Türen wurden zugeschmissen. Von überall her hörte man laute Stimmen und man glaubte in einer Razzia zu sein. Dem war aber nicht so. Etliche SEK Leute stellten sich rund um die KTU auf und hielten ihre Waffen im Anschlag, Richtung diverser Eingänge. Ben stand mit der Krüger etwas abseits und erhielt letzte Anweisungen. „Okay, Jäger. Sie werden da jetzt mit zwei SEK-Beamten reingehen, nachsehen. Wenn sie dort keinen Finden kommen sie sofort wieder raus. Einer der Einbrecher ist bewaffnet, also passen sie auf sich auf!“, murmelte sie leise zu ihm und er nickte nur. Zu mehr war er nicht imstande, hatte er doch gerade auch ein Gespräch mit Andrea geführt gehabt. Sie vertraute und baute auf ihn. Er schluckte schwer, wenn er das vermasselte. Nein, er würde nicht dran denken. Das käme überhaupt nicht in Frage, er hatte es ihr Versprechen müssen. Auf dem Weg zur KTU hatten sie Hinweise darauf bekommen das sich noch jemand fremdes Gebäude aufhalten würde. Natürlich mussten sie der Sache sofort auf den Grund gehen und auf die Richtigkeit überprüfen.
„Okay, alle mal herkommen“, die Stimme seiner Chefin hallte über den ganzen Parkplatz und alle Köpfe drehten sich zu ihr um. Die Menge schritt langsam auf sie zu, jedoch waren noch nicht alle fertig sich anzuziehen. „Zwei von ihnen werden mit Hauptkommissar Jäger das Gebäude betreten, absuchen und dann wieder rauskommen. Feuerfreigabe wie immer nach Nachfrage, es werden immer noch zwei Beamte vermisst. Denken sie daran!“, kühl wie immer hatte sie ihre knappe Rede gehalten und war zu ihrem Überwachungswagen zurück gegangen. Er seufzte leise und fuhr sich noch einmal über seine Handflächen. Seine Hände waren eiskalt und sie zitterten sogar leicht. Vielleicht waren sogar Semir und Hartmut noch da drinnen und brauchten jetzt sofort seine Hilfe? Der Polizist schüttelte kurz seinen Kopf und nahm die zwei Beamten mit zur Tür die für ihn bereit standen. „Immer schön hinter mir bleiben, Feuerschutz versteht sich“, raunte er ihnen leicht zu und trat die Tür der KTU auf. Sie war schon aufgebrochen worden, so war es ein leichtes für ihn gewesen diese zu öffnen. Überall brannte Licht, es sah eigentlich relativ normal aus. Eigentlich kannte er es auch nicht anders, das ganze Chaos halt.
Je tiefer sie in das Gebäude rein gingen desto mehr beschlich den dreien das Gefühl das irgendwas noch auf sie lauerte. Ben konnte es nicht wirklich in Worte fassen, wusste aber dass ihm noch irgendwas bevorstand. „Scheiße“, sofort blieben die drei Stehen und wären fast ineinander gelaufen. ‚Wenn der wirklich Semir und Hartmut hat, kann der sich auf etwas gefasst machen’, dachte er grimmig und stieß die Tür auf woher das Wort gekommen war. „Ach Bennilein, schön dich schon so bald wieder zu sehen“, Mahler. Er hätte es eigentlich wissen müssen. Dieser grinste schief und sah Bens Begleitschutz. „Hast du schon so sehr Angst vor mir, das du so was brauchst?“, lachend ging er näher zu ihm hin. „Junge, treib es nicht zu bunt“, fauchte Ben zurück und trat wieder einen Schritt zurück. „Was willst du hier überhaupt?“ „Ja, ich habe schon gewartet dass du so etwas fragst. Nachdem ich einen meiner Leute für dich opfern musste Bennilein. Habe ich gedacht, fange ich ein Spiel mit deinen lieben Kollegen an. Und ich muss sagen, sie machen sich hervorragend. Würdest eigentlich nur noch du fehlen“. Der Polizist atmete tief durch und versuchte sich unter Kontrolle zu halten. „Was hast du mit ihnen gemacht?“ „Ich muss sagen, es war ein wenig kindisch von mir. Aber ich habe sie in einen Raum reingebracht“, an seinem fiesen Lachen merkte er das es noch nicht alles war, was die beiden gerade durchmachen mussten. „Was für einen Raum?“, vorsichtig und leise klang seine Stimme und er musste sich schwer beherrschen nicht über den Typen da vor ihm herzufallen. Er konnte ihn bis auf den Tod einfach nicht leiden. „Ich warne dich, hast du den beiden irgendwas angetan. Gnade dir Gott“, quetschte er zwischen den Zähnen hervor und richtete wieder die Waffe auf ihn. „Das würde ich sein lassen Benni, das steht dir nicht gut. Mir gefällst du wenn du nett bist, deiner Freundin doch auch? Weißt du denn was sie gerade macht?“. ‚Ruhig, Ben. Alles ist gut, du weißt dass Susanne in der Past ist. Da sind etliche Kollegen die auf sie aufpassen und rechtzeitig reagieren können’, murmelte er leise zu sich selbst und er sah kurz auf seine Hände runter. Sie zitterten, für ihn war es ein Zeichen der Schwäche. Er biss sich auf die Lippen und versuchte sie ruhig zu halten. „Angst oder machst du dir etwas schon in die Hose?“, seine Augen blitzten vergnügt auf und sein Gegenüber konnte sich nur ein schwer ein Lachen unterdrücken. Die zwei SEK-Männer hielten sich leicht im Hintergrund, zielten jedoch immer noch auf Mahler und warteten auf ein Signal von ihm. Noch würde er es nicht geben, noch würde er alles Mögliche selber versuchen.
„Okay, ich warne dich Benni. Komm du her, schick deine Begleithunde weg und dann können wir miteinander reden“, er zögerte nicht lange bevor er nickte und sich leicht zu den beiden umdrehte. „Sagt der Krüger Bescheid“, formte er leise mit seinen Lippen und merkte wie er zu schwitzen begann. Sein Körper war sehr angespannt und die Kopfschmerzen schlugen jetzt zu. Die Rippen die eben verletzt worden waren, ignorierte er jetzt komplett. „Okay, jetzt sind wir alleine, was forderst du?“, er ging ein paar Schritte vor und hielt seine Waffe fest umklammert in seiner Hand. Nein, er würde jetzt nicht klein beigeben. „Ich möchte ein wenig mit euch dreien spielen, oder soll ich dir deine Spielgefährten zeigen?“. Bevor er nur irgendwie reagieren konnte wurde er am Arm gepackt und spürte den Hals einer Waffe am Kopf. ‚Okay, das war’s jetzt’. Unsanft wurde er hinter den beiden hergezogen und wusste erst gar nicht genau wo sie überhaupt waren. „Weißt du jetzt wo sie sind Benni?“, er verzog das Gesicht und kassierte dafür einen Schlag im Gesicht. Der Hauptkommissar verbiss sich jegliche Kommentare und spuckte das Blut aus seinem Mund welches sich angestaut hatte. „Das werdet ihr bitter bereuen“, fauchte er leise und versuchte sich irgendwie loszumachen. Dass er noch einen Sender am Ohr hatte, ignorierten die beiden völlig. Auch seine Weste war denen vollkommen egal. „So, Voilá“, grinsend öffnete er irgendeinen der Räume und stand binnen Sekunden Semir und Hartmut gegenüber. Die beiden hatten ihre Arme um sich selbst geschlungen und zeigten Erfrierungen auf. „Ben!“, hörte er jemanden jauchzen und Sekunden später verspürte er abermals einen Tritt im Rücken und landete unsanft auf dem kalten Boden.
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Now...?<<
Bäuchlings schlug er auf dem Boden auf und blieb einige Sekunden dort regungslos liegen. Er hörte wie die Tür hinter ihm zugeschlagen wurde und es augenblicklich still wurde. „Ben?“, hörte der Polizist jemanden fragen und er war sich nicht sicher ob es Semir oder Hartmut gewesen war. Er gab ein leises grummeln von sich und versuchte die aufkommenden Schmerzen im gesamten Oberkörper zu ignorieren. Matt hob Ben seinen Kopf an und wurde von beiden Seiten unter den Armen gepackt, sie wollte ihm helfen hochzukommen. Einen dankbaren Blick warf er den beiden zu und lehnte sich an eine Wand. Die Weste gab ihm Wärme, auch wenn es nicht allzu viel war. Immerhin, etwas. Als er sachte seinen Kopf anhob, blickte er in zwei fragende Gesichter. Natürlich, sie wussten ja von gar nichts. Ja, gut. Außer dass sie hier eingeschlossen sind, mehr aber auch wieder nicht.
„Mahler hat euch eingeschlossen“, hauchte der junge Hauptkommissar leise und merkte wie die anderen ihn überrascht ansahen. „Und ich habe geglaubt, er wäre tot“, murmelte der Rothaarige und sah sich leicht um. Semir sagte nichts, blickte starr geradeaus auf eine Bahre und gab ein hörbares Seufzen von sich. „Er wollte, ich weiß auch nicht“, Ben brach kurz ab und senkte seinen Blick. „Ich glaube, er will mir weh tun“, murmelte er dann nur noch und stützte seinen Kopf mit den Händen ab. „Wieso?“ „Er redet immer wieder von meiner Freundin, dabei habe ich doch gar keine! Ich glaube, es wäre auch nicht so gut... wenn ich jetzt eine bekäme“, murmelte er leise und legte eine der Hände an seine Rippen und verzog das Gesicht. „Lass dir das bloß nicht einreden Ben, Liebe ist Gesund. Daran sollte man auch nicht sparen!“, begehrte der Kriminaltechniker leicht auf und schlang wieder seine Arme um sich selbst, zog die kalte Luft ein. „Hartmut hat Recht, aber bei dir läuft ja auch zurzeit nichts. Obwohl ich schon eine Wette mit ihm eingegangen bin, in den nächsten 3 Wochen läuft bei dir sowieso wieder was“, lächelte Semir leicht und stand auf. Er konnte nicht mehr sitzen, er war es definitiv leid.
„Hast du Schmerzen?“, hörte Ben jemanden kurze Zeit später Fragen und blickte wieder auf. Semir stand vor ihm. „Ja, na ja. Mahler hat mir eben eine drüber gebraten, bin wohl unglücklich gefallen. Wo bleibt denn die Verstärkung? Ich hab den beiden doch gesagt das sie der Krüger Bescheid geben sollen“, knurrte er ärgerlich und stand ebenfalls wieder auf. „Das heißt wohl, das wir nächste Woche wieder Arbeiten, richtig?“ „Nein. Die Chefin hat eben noch mal betont, dass wir unbedingt in den Urlaub fahren sollen. Weißt du eigentlich wer meine Begleitung ist?“ „Susanne“, antwortete Semir prompt und zauberte ein kurzes Lächeln auf Bens Lippen.
Die Dienststellenchefin sah sich angebunden um und wippte mit dem Fuß hin und her. Jäger und die zwei anderen waren schon viel zu lange da drin, wo blieben die nur? Die restlichen Leute des SEK s hatten sich versammelt und besprachen irgendetwas. Sie hatte keine Schüsse oder ähnliches gehört, also konnte auch nichts passiert sein. Als sie kurz hochsah, bemerkte sie wie die Tür aufging und zwei der Beamten wieder kamen, ohne Jäger. Sie wirkten gehetzt, ihre Augen suchten die breite Fläche ab. Mit schnellen Schritten war sie bei den beiden und musterte sie streng. „Wo ist Hauptkommissar Jäger?“, fragte sie scharf und die Polizisten zuckten kurz zusammen. „Er hat uns rausgeschickt, wir sollten sie informieren. Mahler stand direkt vor uns“, sie schluckte kurz und bedankte sich bei den beiden. In was war Jäger da nur wieder rein geraten? „Ach, Frau Krüger. Schön sie schon so bald wieder zu sehen!“, sofort drehte sie sich um und sah sich Wolf Mahler gegenüber. Ihre Finger gingen zu ihrer Waffe und sie bemerkte sein spitzbübisches Grinsen. „Was wollen sie?“ „Kerl, warum fragt mich das jeder? Eben Jäger, jetzt sie. Was wollen sie von mir? Warum lassen sie mich nicht in Ruhe? Ich wollte mich nur mit meinem alten Freund unterhalten, was ist daran so schlimm?“, er zog seine Augenbraue hoch und sah sich für einen kurzen Moment um. Vier seiner Handlanger standen hinter ihm, bewaffnet. „Wo sind sie jetzt?“ „Jäger und Gerkahn, sowie die Rothaarige Ratte sind in euer Kühlkammer. Wird Zeit, dass ihr sie da wieder rausholt, findet ihr nicht? Aber ich warne euch, das ist nur der Anfang! Bennilein wird noch viel leiden müssen“, lächelte er und für einen kurzen Moment kam er ihr sympathisch rüber. Dann waren sie auch schon verschwunden, keiner der anderen Beamten hatte eingegriffen.
„Ben, ach vergiss es“, murmelte Hartmut leise und wollte dem jüngeren helfen aufzustehen. Dieser hatte sich auf einen Stuhl gesetzt und klapperte bereits mit den Zähnen. Seine Weste half ihm gar nichts mehr. Der angesprochene rappelte sich mühsam auf und sah für einen kurzen Moment zum Deutschtürken der verloren in der Ecke saß. Ben schüttelte kurz mit dem Kopf und ging langsam an der Wand entlang. Es reichte ihm jetzt, er wollte jetzt sofort und unbedingt hier raus. Die Temperatur wies auf – 22°C und er wusste, wenn er hier noch länger hier drin bleiben würde, wird er sich erkälten. „Ich will hier raus“, hauchte er leise und erreichte schon fast die Tür ehe er Stimmen vernahm und sich irgendjemand am Schloss der Tür zu schaffen machte. Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen und hoffte es möge nicht schon wieder Mahler sein. Als die Tür endlich aufging zuckte er leicht zusammen und fuhr mit der rechten Hand zu seinen Rippen. Die Kälte machte ihn zwar leicht benommen und betäubte seine Schmerzen, dennoch spürte er sie noch leicht. Leicht öffnete er seine Augen und konnte die Krüger erkennen. Diese zog ebenfalls scharf die Luft ein und beauftrage jemanden sofort das Thermostat runter zu stellen. „Jäger, Gerkahn, Freund kommen sie klar?“, ihre Stimme hörte sich irgendwie besorgt und gar nicht ärgerlich wie sie es sonst von ihr gewohnt waren.
Kurze Zeit später saßen sie draußen an der frischen Luft. Ben und Semir standen etwas abseits von den anderen und hatten ein warmes Getränk in der Hand. „Weißt du, ich glaube das musste alles so kommen. Ich mein, vielleicht ist es sogar meine Bestimmung gegen Mahler ... du weißt schon“ „Ben, du hast noch nie so etwas dummes von dir gegeben. Bist du dir sicher, dass es dir gut geht?“, fragte Semir leise und nippte leicht an seinem Getränk. „Ich weiß es nicht, ich will einfach nur noch in Urlaub“, kam die prompte Antwort und er nickte leicht. So etwas hatte er sich schon gedacht, aber so einfach wie der jüngere sich das vorstellte würde das wahrscheinlich nicht werden. Ben drehte sich leicht um und seufzte. „Semir, ich will dir keine Angst machen... aber in letzter Zeit habe ich häufiger darüber nachgedacht aufzuhören“.
Dankeschön! Jetzt kommt der schöne erste Teil (;
An meiner Seite<<
Der junge Hauptkommissar hörte Glas klirren. Semir hatte sein Glas vor Schreck fallen lassen und sah ihn ganz erstaunt an. „Das kannst du doch nicht ernst meinen“, hauchte er leise und fluchte leise als er in die Hocke ging. „Ich mein, ich liebe meinen Beruf und hätte sonst auch nicht so viel dafür aufgegeben. Aber, dass jemand mein Leben bedroht, ist mir doch schon ein wenig zu hoch“. Der Deutschtürke sah seinen Partner genau an als er wieder hochging und hörte die Selbstzweifel geradezu aus dessen Worten. „Denk nicht weiter darüber nach, ich weiß dass du diesen Beruf liebst und es auch kannst. Mahler werden wir fassen, wenn es das letzte ist was wir tun“, murmelte Semir dann leise und nahm seinen jüngeren Kollegen in den Arm. Das war einer der wenigen Zusprüche die er ihm geben konnte, die dieser jetzt dringend brauchte.
Nach einer weiteren Stunde hatten sie sich auf den Rückweg zur Past gemacht. Jeder war in seinem eigenen Wagen gefahren und hatte seinen ganz eigenen Gedanken nachgehangen. Ben s Stimmung sank gewaltig als er das Radio anstellte, die Musik erinnerte ihn an eine ganz bestimmte Situation.
Es fällt mir schwer,
ohne Dich zu leben.
Jeden Tag zu jeder Zeit,
einfach alles zu geben.
„Ben“, lachend kam Susanne auf ihn zu und warf sich regelrecht in seine Arme. Sie war gerade Patentante geworden und hielt ihm ein Foto des Mädchens unter die Nase. „Ganz langsam, zeig mal her“, grinsend zog er das Foto aus ihrer Hand und betrachtete es genau. „Wirklich süß“ „Ja, findest du nicht? Ich würde auch gerne ein Kind haben“, grinste sie und drückte sich ganz fest an ihn. Er roch ihr betörendes Parfüm und fühlte sich leicht benebelt.
Ich denk’ so oft,
zurück an das was war,
an jenem so geliebten vergangen Tag.
Die Umarmung der beiden hatte etwas länger gedauert als geplant. Semir sah sie leicht grinsend an und wollte jetzt den Grill anschmeißen, allerdings standen die beiden davor. „Hättet ihr die Güte woanders weiter zu flirten?“, ertappt sahen die beiden sich an und verzogen sich in eine Stille Ecke. „Wann ist sie denn Geboren?“ Sie sah kurz auf ihre Uhr und musste wieder grinsen. „Vor genau 23 Stunden und 12 Minuten. Also um 18.46 Uhr“ „Cool, ich bin um 7.27 Uhr geboren“, gab er leise bekannt und lächelte sie wieder an.
Ich stell’ mir vor,
dass Du zu mir stehst,
und jeden meiner Wege,
an meiner Seite gehst.
„Was schenkst du denn Aida?“, versuchte Ben leicht abzulenken und sah wie sie an ihrer Halskette nestelte. „Einen kleinen Plüschelefanten, den wollte sie schon immer haben. Nur der verehrte Papa hat sich immer dagegen gestellt“ „Semir? Glaube ich kaum, er weiß doch dass sie diese Tiere über alles liebt. So wie beinahe jedes“, gab er prompt als Antwort zurück und beide mussten anfangen zu lachen.
Ich denke an so vieles,
denn Du hast mir gezeigt,
wie wertvoll das Leben ist.
„Und was schenkst du ihr?“, sie legte ihren Kopf schief und er tat es ihr gleich. „Eine Zoomonatskarte. Damit sie Semir damit nerven darf, so oft sie will. Vielleicht ist sie den Zoo auch irgendwann dann leid?“, hauchte er hoffnungsvoll und sie schüttelte sofort mit dem Kopf. „Ben, das ist ein kleines Mädchen. Das wird noch sehr lange Tiere abgöttisch lieben! Hast du sie nicht auch früher total geliebt?“. Da musste er ihr recht geben, auch er hatte früher seinen Vater so oft genervt, endlich mit ihm in den Zoo zu gehen. „Gut, ich gebe mich geschlagen. Hast ja recht“.
Wir warn geboren um zu leben,
mit den Wundern jener Zeit.
Sich niemals zu vergessen,
bis in alle Ewigkeit.
„Siehst du“, triumphierte sie auf und lehnte sich an die Hauswand. Das Wetter war noch wunderschön und es wurde auch noch nicht dunkel. Andrea war noch im Haus und bereitete die Salate vor, Semir stand eine Ecke weiter und kümmerte sich um den Grill. Das Mädchen saß im Sandkasten und lächelte den beiden zu. „Aida ist auch ein süßes Kind“, murmelte Susanne verträumt und wandte ihren Blick zu der Kleinen. Ben folgte ihr langsam und konnte dies nur bestätigen. „Ist ja auch mein Patenkind, ne?“, grinste er und lehnte sich ebenfalls gegen die Mauer.
Wir warn geboren um zu leben,
für den einen Augenblick,
weil jeder von uns spürte
wie wertvoll Leben ist.
Sie knuffte ihn leicht in die Seite und sah ihn lächelnd an. „Das hast du auf jeden Fall Kleiner“ „Hey“, grinsend zog er sie zu sich vor und hielt sie leicht am Arm fest. „Was willst du damit sagen?“ „Nichts Herr Hauptkommissar Jäger“.
In diesem Augenblick,
bist Du mir wieder nah,
wie an jenem so geliebten vergangen Tag.
„Das will ich auch gehofft haben“, hauchte er leise und zog sie näher zu sich. Sah ihr kurz in die Augen und bemerkte ihren Blick, ehe er seine Lippen auf ihre legte und sie sanft küsste. Sie legte ihre Arme um seinen Nacken und rückte noch näher zu ihm.
Mit Gutem Gefühl,
etwas Neues zuzulassen.
Die beiden bemerkten nicht dass die Kleine den beiden zusah und anfing zu lächeln. Die Sekretärin drückte den Polizisten an die Hauswand und ging sanft auf seine Küsse ein. Aida lächelte, blickte zu ihrem Papa und spielte fröhlich weiter mit ihren Spielformen. Die beiden hatten vollkommen abgeschaltet und gingen aufeinander ein. Das jeden Moment jemand anderes vor ihnen stehen könnte, war ihnen ebenso egal.
Es ist mein Wunsch,
wieder Träume zu erlauben,
ohne Reue nach vorn’,
in eine Zukunft zu schauen.
Nach kurzer Zeit lösten die beiden sich voneinander. Susanne wich sofort von ihm zurück und schüttelte kurz mit dem Kopf. „Es tut mir leid“, hauchte sie leise und wandte sich aus seiner Umarmung. Ben sah sie kurz irritiert an und verstand gar nichts mehr. „Wir müssen das vergessen, bitte“, murmelte sie und ging zurück zu Andrea und Semir, die bereits auf der Terrasse saßen. Der Polizist sah kurz zu Aida und ging seufzend auf sie zu. „Na kleine Maus, was baust du denn da?“. Sie sah ihn an und lächelte. „Ben und Susanne lieb?“, fragte sie zaghaft und er musste lächeln als sie diese Frage an ihn stellte. „Ja“, sagte er lieb zu ihr und strich ihr kurz durchs Haar. „Bekomm ich dann bald einen Spielgefährten?“. Er sah wie die Augen des Mädchens leuchteten, er konnte schwer ihre Vorfreude trüben und wandte sich zu einem altbewährten Mittel: „Ja, irgendwann schon. Aber noch nicht so bald, aber wehe du erzählst deinem Papa etwas davon! Das möchte ich selber machen, ja?“, als die Kleine eifrig nickte, lächelte er wieder und fing mit ihr an zusammen etwas zu bauen.
Dankeschön für eure lieben Feeds! (:
Up...<<
„Meine Herren“, seufzte die Krüger laut und sah die beiden Hauptkommissare mitleidend an. „Ich werde veranlassen, das sie sofort in den Urlaub fahren und bis nächste Woche Samstag dort auch verbleiben. Werde ich hören, das sie eher ihren Urlaubsort verlassen, dann können sie sich auf etwas gefasst machen“, drohte sie den beiden leicht und musste trotzdem lächeln. Die beiden schenkten ihr ein leichtes Lächeln zurück und standen auf um zu gehen. „Ach und Herr Jäger, kommen sie Gesund und Heile aus ihrem Urlaub wieder!“, er nickte nur und schloss die Tür hinter sich zu.
„Dann heißt es ja jetzt packen“, murmelte Semir und schnappte sich seinen Autoschlüssel. Er war einen kurzen Blick auf seinen Partner der nur zaghaft nickte und machte sich dann auf den Weg zu seiner Familie. Andrea wusste eigentlich noch gar nichts von ihrem Glück, mit ihren Eltern hatte der Deutschtürke allerdings schon alles abgeklärt, sie würden Aida solange zu sich nehmen. Da wäre sie zumindest in Sicherheit und es würde ihr nichts passieren.
„Wolf, was hast du jetzt vor?“, fragte Sven grinsend und entlud den PKW. Dort befand sich jede Menge Schussmaterial, welches sie noch brauchen würden. „Erstmal, werde ich abwarten bis die beiden zusammen sind. Dann kann ich doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen meinst du nicht?“, grinsend fuhr er sich über seinen bereits gewachsenen Bart und lehnte sich mit beiden Armen am PKW. „Klar, willst du die im Urlaub verfolgen oder was?“ „Na, wir fahren ihnen hinterher. Ein bisschen Urlaub schadet uns doch auch nicht oder? Vielleicht legt Christian dann noch ein gutes Wort für eins, dann übernachten wir im sogar im gleichen Hotel?“, er packte einen der Koffer und stellte sie sofort auf den Boden der Halle. Er trug eine dunkelgrüne Jeans, ein hellgrünes T-Shirt und wollte mit einer Kappe in die Innenstadt gehen. „Träum weiter. Das schafft noch nicht mal, der will doch nur an das Weib und du an den Kerl“ „Lass das mal meine Sache sein“, murmelte er und nestelte an seinem T-Shirt. Er fühlte sich relativ unwohl darin und wäre froh wenn er es jetzt ablegen durfte. „Na, du. Ich werde mal gucken was die Stadt Köln noch an Wasser hergibt. Mit der Aktion müssen wir ja auch langsam starten, hast du das Geld?“, hektisch sah Sven sich um und kramte in einer Tasche die er im Fahrerraum des PKW fand. „600 €, den Rest bekommen wir wenn der Auftrag erfüllt ist“. Schnell steckte er das Geld in seine Hosentasche, nickte kurz und machte sich zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Zu der Zeit würde er jetzt überhaupt keinen Parkplatz bekommen.
„Aida, Andrea?“, rief Semir durch die ganze Wohnung und legte seinen Autoschlüssel auf den Küchentisch ab. Die Wohnung war vollkommen ruhig, das einzige das sein Aufsehen erregte war die offene Wohnzimmertür die zum Garten führte. Schnell ging er zum Küchenfenster und lächelte. Andrea saß mit der kleinen im Sandkasten und backte anscheinend kleine Kuchen mit ihr. Er klopfte zaghaft gegen das Fenster und machte somit die beiden Frauen auf ihn aufmerksam. Aida sah irritiert zum Fenster auf, erkannte ihn sofort und ließ alles stehen und liegen, rannte ins Haus um ihn zum umarmen. Andrea erhob sich langsam, folgte ihrer Tochter allerdings so schnell sie konnte. „Papa, Papa!“, quietschte die Kleine fröhlich und schmiss sich in seine Arme. Sie liebte es in den Armen von ihm zu liegen und würde am liebsten nicht mehr von ihm ablassen. „Hallo Schatz, wie geht’s dir?“, fragte sie leise und küsste ihn kurz. „Wieder besser, hat Ben dich angerufen?“, sie nickte kurz und er hob Aida hoch. Stupste mit seinem Zeigefinger auf ihre Nase und entlockte ihr ein leichtes Lachen. „So, Aida. Noch heute Abend geht es zu Oma und Opa. Guck mal was du mitnehmen willst und dann packen wir zusammen ja? Geh mal nach oben, ich komme gleich nach!“, murmelte er leise ihr ins Ohr und setzte sie wieder runter. Die Kleine nickte eifrig und machte sich sofort auf den Weg nach oben. Andrea, die die Worte von ihm verstanden hatte, sah ihn nur komisch an. „Wieso bringen wir sie zu meinen Eltern?“ „Wir müssen Morgen in den Urlaub fahren, Dienstliche Anweisung“, zuckte er mit den Schultern und ging näher auf sie zu. „Wie? Ach, Ben hat so etwas erwähnt. Aber wohin denn?“ „Zur Ostsee, ist zwar etwas kälter dort. Aber soll uns allen wohl gut tun, meinst du nicht?“ „War klar, das uns nicht mehr spendiert wird“, resigniert gab sie ihm einen kurzen Kuss und folgte ihrer Tochter nach oben. Das konnte ja ein toller Urlaub werden. „Wer kommt denn noch alles mit?“, rief sie herunter während sie ein paar Klamotten zusammenlegte, die sie mitnehmen würden. Semir lächelte leicht und holte ein paar DVDs aus dem Wohnzimmerschrank. „Susanne und Ben, mehr nicht“ „Susanne?“, fragte seine Frau überrascht und er konnte förmlich ihr grinsen mit hören. „Ja, Susanne! Als Bens Begleitung versteht sich, weibliche Verstärkung“, lächelnd nahm er die beiden DVDs in die Hand und ging ebenfalls nach oben zu seiner Frau und seiner Tochter. „Meinst du da läuft bald was zwischen den beiden?“, fragte Semir murmelnd und holte einen der Koffer unter dem Bett hervor. „Ach Semir, manchmal bist du echt wie ein Stück Holz. Ich könnte dir garantieren, dass da schon mal etwas gelaufen ist. So wie die beiden immer von einander reden, du solltest sie mal hören! Susanne redet von nichts anderem mehr als von Ben, und Ben müsstest du ja eigentlich wissen“, warf sie ihm leicht vor und setzte sich etwas geschafft aufs Bett. „Ben, ja irgendwie hat er Heute gesagt das er gerne mit irgendjemand zusammen wäre, aber wegen seines Risikos beim Beruf das nicht eingehen will oder kann. Da hat er auch noch gesagt, dass er in letzter Zeit öfter darüber nachgedacht hat, aufzuhören“, flüsterte Semir leise und ließ sich neben seiner Frau ins Bett sinken. Andrea sah ihn von der Seite an und schluckte kurz. „Das meint er nicht so Semir. Wirklich, glaub ihm das diesmal nicht. Ich habe heute ja noch mit ihm gesprochen und er meinte er würde Jahrelang den Suchen der dir das angetan hat. Das ist vielleicht ein kurzer Gedanke von ihm, ein Kurzschluss. Aber vom Herzen aus ist er ja wie du Polizist. Du musst auch bedenken dass er über 10 Jahre jünger ist als du und noch relativ am Anfang seiner Karriere steht“, murmelte sie und gab ihrem Mann einen sanften Kuss.
Dankeschön ihr lieben! Jaa jetzt kann der Urlaub losgehen, ob Mahler sich bemerkbar macht...wissen wir noch nicht, bll. tut ers oder aber auch nicht..mal sehen (; weiter gehts mit den Vorbereitungen!
When I see you...<<
„Ben, wir müssen noch Susanne abholen. Denkst du daran?“, ermahnte Semir ihn und der jüngere nickte bloß und sah dessen Frau grinsend an. „Das kann ja ein ganz toller Urlaub werden“ „Natürlich, dann hättest du nur mich und Susanne mitnehmen sollen. Dann wäre es ein schöner Urlaub geworden, aber so?“ „Nein danke, nichts gegen euch. Aber dann hätte mir doch die Männliche Unterstützung gefehlt“, lehnte er dankend ab und stieg in seinen Dienstwagen ein. Die ersten Koffer waren verstaut worden und allgemein freute sich jeder auf ein paar Stunden Abseits der Autobahn. Aida hatte sich fast vornehmlich verhalten und sich ruhig von ihnen verabschiedet und versprochen artig zu sein. Semir wollte vorne neben Ben sitzen damit die beiden Frauen ihre eigenen Gespräche führen konnten. Eigentlich hatte er fahren wollen, doch sein Partner hatte strikt abgelehnt und die Rippenschmerzen abgetan. „Ben, was machen die Schmerzen? Hast du Tabletten mit?“ „Ja, habe ich Andrea. 3 Packungen, willst du etwa auch welche?“, sie schüttelte mit dem Kopf, lächelte und sah aus dem Fenster. „Nein, danke. Die kannst du gerne allein verbrauchen“ „Na hör mal, ich möchte mich nicht ganz mit Drogen vollpumpen“, begehrte er leicht auf und sah in den Rückspiegel. Die Autobahn war fast leer zu diesem Zeitpunkt, es war fast richtig angenehm jetzt zu fahren. Binnen 10 Minuten standen sie schon vor Susannes Haustür. Semir stand auf und half der jungen Sekretärin den Koffer einzuladen, ehe sie wieder einstiegen und sich endgültig auf den Weg machten. Es wurde eine relativ lustige Fahrt. Die Frauen unterhielten sich über Babys, Kinder und generell Familie. Die Jungs konnten wohl noch nicht ganz abschalten und sprachen von ihrer Arbeit.
„Du Susanne“, flüsterte Andrea leise und drehte sich zu der Freundin um. Sie hatte leichtes Rouge aufgelegt, auf anderes hatte sie wohl verzichtet. „Ja?“ „Was ist denn jetzt mit Ben und dir?“, fragte sie leise und stützte sich mit einen Arm auf der Lehne ab. Die angesprochene lächelte kurz auf und sah kurz aus dem Fenster, ehe sie sich zu einer Antwort durchringen konnte. „Wir könnten schon zusammen sein...“ „Aber?“ „Ich..., wollte nicht“, bekam sie zur Antwort und Andrea sah sie mit geweiteten Augen an. „Als Aida Geburtstag hatte, da haben wir... hinter der Hauswand, na du weißt schon“, sie lächelte und wischte sich ein paar aufkommende Tränen von der Wange. „Wieso wolltest du nicht?“ „Ich, er ist doch so oft in Gefahr. Ich weiß nicht, ob ich das wirklich Riskieren will“ „Du hast Angst dass du ihn verlierst?“, sie nickte leicht und lehnte sich im Auto zurück. „Die Angst ist zwar immer da, aber warum versuchst du es nicht, du hast es noch nicht mal probiert? Was hat er denn dazu gesagt?“ „Er hat nur geschwiegen und gar nichts mehr verstanden. Dann hat er nichts mehr dazu gesagt“. Eine eisige Stille legte sich über die beiden Freundinnen. Sogar die Männer hatten aufgehört zu reden und schwiegen. Ein Schatten hatte sich über alle gelegt und schien sie zu belasten. Susanne nahm sich ein Taschentuch aus ihrer Handtasche und trocknete sich ihre Tränen damit. Andrea seufzte und verfolgte den Autobahnverkehr genauso wie Ben. Ihr Mann hatte vollkommen abgeschaltet und schien zu schlafen. „Ben, hast du denn schon Tabletten genommen?“, versuchte Andrea etwas abzulenken und lehnte sich leicht vor damit sie nach vorne gucken konnte. Der angesprochene lächelte leicht und sah kurz zur Seite: „Ja, Frau Gerkahn. Pünktlich um 8.00 Uhr morgens, wie es auf der Packung stand“ „Dann ist ja gut“.
Spät am Abend saßen die vier zusammen in ihrer Ferienwohnung und genossen die Zeit die ihnen jetzt gegönnt war. Sie hatten ein paar Möbel zusammen gerückt und ein paar Weinflaschen geöffnet. Vereinzelt standen ihre Koffer noch im Wohnraum. Semir hatte es sich auf dem längeren Sofa gemütlich gemacht und zog seine Frau sachte zu ihm hoch. „Bist du sicher dass du uns beide hältst?“, grinste sie und strich ihm über seine Wange. „Wäre ja gelacht, wenn ich das nicht könnte“, bekam sie nur zu hören und gab ihm einen sanften Kuss. Ben und Susanne saßen aufrecht auf dem gegenüberliegenden Sofa und waren auseinander gerückt. Der braunhaarige Polizist hatte sich ein Kühlakku genommen und es sich auf seine Rippen gelegt. Dieser atmete erleichtert auf und schenkte dem Ehepaar ebenfalls ein Lächeln. „Wenn man euch so sieht, könnte man glatt neidisch werden“ „Neidisch? Wer hat denn letztens mit meiner Frau rumgeknutscht?“, sprach es Semir sofort aus und bewirkte das die beiden angesprochenen leicht Rot wurden. „Das war eine Notsituation Semir und das weißt du auch! Sein Herz gehört eh einer anderen Frau, also mach dir keine Sorgen“, mehr hörten die anderen beiden gar nicht mehr weil Andrea die letzten Worte ihrem Mann ins Ohr geflüstert hatte. Susanne hatte sofort aufgesehen und den Mann neben ihr angesehen. „Stimmt das?“ „Ja, stimmt“. Während das Ehepaar mit sich selbst beschäftigt war, nippte Ben leicht an seinem Wein und sah zu der Frau die er liebte. Kurz darauf gab er sich einen kurzen Ruck und erzählte ihr die ganze Situation aus dem Krankenhaus und zauberte Susanne ein Lächeln auf die Lippen. „Ich wusste ja schon immer, dass ihr unmöglich seid. Aber so etwas habe ich noch nie gehört“ „Einmal ist immer das erste Mal“ „Bei euch werde ich hoffentlich noch mehr ‚Erste Mal’ erleben“, sagte sie unbewusst und sah wie Ben anfing zu grinsen. „Was denkst du?“ „Wie was denk ich?“, unschuldig setzte er seinen Dackelblick auf und musste kurz darauf lachen. „Du Schuft!“, stimmte sie mit ihm ein und schlug ihn gespielt ärgerlich. „He! Vergewaltigung eines Beamten! Susanne, ich glaube ich muss dich verhaften“, sprach der Deutschtürke und zog die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. „Vergewaltigung? Der arme Beamte kann sich auch selber wehren, oder bist du so kaputt?“ „Ja! Allerdings... ganz kaputter Benni“, schmollte er leicht und verschränkt seine Arme. Das Kühlakku fiel auf den Boden. „Glaube ja nicht, das du Mitleid bekommst“ „Schade dann nicht“, seufzend hob er das Akku wieder auf und legte es wieder an seine Seite. „Ach, das Zimmer oben gehört euch. Zur Sicherheit“, murmelte Semir leise und stand mit Andrea auf um Schlafen zu gehen. „Wir gehen dann jetzt, gute Nacht“ „Nacht“, murmelten die beiden zurück und sahen auf das Chaos was vor ihnen lag. „Das Räumen wir Morgen auf, dann können die beiden uns auch helfen“, murmelte er leise und zog Susanne ebenfalls hoch. „Dann wollen wir uns auch mal jetzt unser Bett begutachten oder? Semir meinte es gäbe Einzelbetten, also nehme ich das am Fenster“, grinste er und löschte das Licht im Wohnzimmer. „Das kannst du vergessen, da musst du erst an mir vorbei“, entgegnete sie und sprintete leicht vor. „Also, nimmst du den Kampf auf?“, ein leichtes Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab und bewirkte das ihm leicht mulmig wurde. Wie sehr er diese Frau doch begehrte. Warum war ihm das nicht eher aufgefallen? Sie arbeiteten schon mindestens 2 Jahre zusammen! Immer hatte er sich für Semir und Andrea gefreut das sie eine glückliche Ehe führten, zwar mit Höhen und Tiefen aber das war egal. Erst jetzt wurde ihm so wirklich bewusst wie ihm das Ganze auch fehlte. Er wollte nicht einfach nur noch Bettgeschichten haben, die eh nicht lange dauern würden. Der Beamte suchte etwas Endgültiges. Etwas Ernstes. „Kommst du jetzt? Du bist so blass, geht’s dir nicht so gut?“, etwas besorgt stieg Susanne ein paar Treppen wieder herab und fühlte an seiner Stirn. „Muss wohl“, murmelte er leise und gab sich einen Ruck um ihr zu zeigen dass es ihm doch relativ gut ging. Als sie jedoch die Tür zum Schlafzimmer öffneten, waren sie leicht geschockt.
Ankündigung:
http://img9.myimg.de/CoverFortsetzungmachmich99495.jpg
Dankeschön ihr Lieben! Übrigens werde ich euch in der nächsten Story einbauen, bzw. habe es schon getan (; Wenn sich jemand zur Verfügung stellen würde, der regelmäßig in Abständen mal 'drüber liest, fände ich toll. Muss aber keiner machen! (: So 'ne Art Betaleser, weiß aber auch das ihr alle total beschäftigt seid! Also, war nur eine Frage (; jetzt gehts erstmal weiter. Mit dem Doppelbett :D & weiter gehts mit der Romantik!! :)
Say...<<
Ein Doppelbett. Sie müssten zusammen in einem Doppelbett schlafen. Susannes Blick wanderte von ihm, zum Bett und wieder zurück. Ben räusperte sich kurz und ließ sein Kühlakku fallen, beachtete es nicht weiter. „Ja, dann hätten wir diese Diskussion auch beendet“, hauchte er leise und setzte sich langsam auf eine Betthälfte. Langsam strich er mit seiner Hand über die Bettdecke und hob diese leicht an. Das Bett war total weich und es fühlte sich jetzt schon angenehm an. Er würde hier hervorragend schlafen können. Aber wollte Susanne das überhaupt auch? „Ich kann auch auf dem Sofa schlafen, kein Problem“. Sie sah kurz auf und schüttelte mit dem Kopf. „Dann schlafe ich besser dort, du bist doch verletzt“, wandte sie ein und wollte schon die Bettdecke und das Kopfkissen nehmen um nach unten zu verschwinden. „Susanne“, fing er sanft an und nahm ihr die Sachen wieder aus der Hand. „Ich verschwinde schon“, grinste er und gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange, ehe er dann den Rückzug ins Wohnzimmer wagte. „Idiot“, hörte er nur noch und musste noch mehr grinsen.
Am nächsten Morgen schienen nicht wie sonst die Sonnenstrahlen in die Wohnung. Es war triefend grau in grau gehalten und es schüttete aus Eimern. Ben hatte sich in der Nacht noch die Couch ausgezogen und sich darauf breit gebracht. Natürlich hätte er gerne mit Susanne in einem Bett geschlafen, aber er wollte vorsichtig sein. Ganz so gut wie gehofft hatte er doch nicht geschlafen. Seine Rippen hatten die ganze Nacht gepocht und ihn vom Schlafen abgehalten. Vielleicht war er mal für kurze Momente eingeschlafen, jedoch sofort wieder hochgeschreckt. „Wenn ich Augenringe habe, beweg ich mich nicht aus dem Bett Heute“, murmelte er leise und versuchte sich langsam zu strecken. Es klappt allerdings nicht so wie er sich das vorgestellt hatte. Aber immerhin, etwas erholt fühlte er sich trotzdem. Als er sich dann aufstellte, sah er langsam an sich herunter und konnte in der Rippengegend etliche blaue Stellen entdecken. Wie hätte es auch anders sein können. „Wollte schon immer mal ein Zebra sein“. Der junge Hauptkommissar fuhr sich langsam durch die Haare und zerstrubbelte diese sofort. Er seufzte kurz und lehnte sich an die Wand. Sein ganzes Bettzeug lag verteilt im Wohnzimmer. War er etwa so unruhig in der Nacht gewesen? Obwohl er ja doch eigentlich durchgeschlafen hatte, nur halt so früh aufgewacht war. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf seine Lippen und er suchte sich neue Sachen zusammen um sich frisch zu machen. Ihre Pläne für Heute würden wohl ins Wasser fallen. Sie hatten eigentlich vorgehabt gemütlich am Strand entlang zu gehen und sich dort länger aufzuhalten.
Als er kurze Zeit aus dem Bad raus kam, stand Semir im Morgenmantel vor ihm. „Gut geschlafen?“, grinste er und nippte an seinem gemachten Kaffee. Hielt allerdings noch eine Tasse für Ben in der Hand und fuchtelte damit vor dessen Gesicht rum. „Ja, sehr gut“, zischte er leise und nahm ihm diese aus der Hand. Semir zog leicht die Augenbrauen hoch und ging zurück in die Küche um sich niederzulassen. Ben kam ihm langsam hinterher. „Hier im Wohnzimmer lässt es sich ganz gut schlafen, danke der Nachfrage“ „Warum hast du denn da geschlafen. Hat dich Susanne nicht in euer Zimmer gelassen?“ „Haha, danke der Nachfrage. Nein, es war ein Doppelbett. Ich habe freiwillig darauf verzichtet“, meinte der junge Polizist leise und stellte seine Tasse auf dem Tisch ab. „Wie ich Susanne kenne, wollte sie dich nicht hier unten schlafen lassen?“, lächelte Semir und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Tasse. Ben sah etwas überrascht auf. „Woher weißt du das denn schon wieder?“ „Ich kann Gedanken lesen“ „Was du nicht alles kannst“, murrte der Verletzte leise und trank das braune Gebräu auf einmal auf. „Aber du hast wirklich recht, sie wollte im Wohnzimmer schlafen. Aber warum Sie? Wenn ich doch auch da schlafen kann“ „Eben, weil du verletzt bist. Susanne hat richtig reagiert, aber wie ich dich kenne, hatte sie gegen dich keine Chance?“, murmelte der Deutschtürke und sammelte die beiden Tassen ein, ehe er sie in die Spüle legte. „Denk was du willst, ich geh noch mal ins Bad.“, hauchte er leise und seufzte als er sich vom Stuhl erhob. Die Tabletten fingen langsam an zu wirken und bewirkten dass er sich ein wenig fitter fühlte. Keine 5 Schritte später stand er vor der Badezimmertür und drückte diese ohne Bedenken runter. Wenn jemand drin gewesen wäre, hätte er diese Tür sicherlich nicht aufmachen können. Ebenfalls hatte er keine Geräusche ausmachen können und ging die paar Schritte rein, ehe er die Tür wieder hinter sich Schloss. Als er allerdings seinen Blick hob musste er schlucken.
Dort stand Susanne in ihrer totalen Weiblichkeit. Sie wollte wahrscheinlich gerade in die Dusche gehen um sich rein zu machen. „Ähm“, murmelte er leise und sah wie Susanne Rot wurde und sich irgendein Handtuch schnappte, es sich vor den eigenen Körper hielt. „Du hast nicht abgeschlossen, da dachte ich...“, versuchte er sich irgendwie herauszureden. „Du guckst mir ja nichts weg“, kam die Antwort die Ben vollends aus dem Takt brachte. Sie zwinkerte ihm kurz zu, ging in die Dusche, zog den Vorhang vor und warf das eine Tuch heraus. Keine Sekunde später hörte er das Rauschen des Wassers und atmete einmal tief ein und aus. Ihr Anblick hatte ihn völlig aus der Fassung gebracht, sie war für ihn perfekt. Bildhübsch, strahlte voller Natürlichkeit aus. „Du kannst ruhig hier bleiben, du störst mich nicht. Wäre nett, wenn du mir gleich das Handtuch wieder geben könntest“, hörte er ihre Stimme und schüttelte mit dem Kopf. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er hätte schwören können dass sogar seine Hände leicht zitterten. „Hatten wir ein Alternativprogramm?“ „Nein, leider nicht. Spieltag?“, versuchte er zu scherzen und hob das Tuch vom Boden auf. „Bleibt uns ja wohl nichts anderes übrig oder?“, lächelte sie leicht und seifte sich richtig ein. „Wohl nicht, ich hoffe nur. Das Semir uns Spiele eingepackt hat, denn dann könnte es ziemlich langweilig werden“ „Kein Problem, wir kriegen den Tag schon rum“. Er bewunderte sie dafür wie sie mit der Situation umging und staunte nicht schlecht als er kurz darauf wieder ihre Stimme vernahm: „Gibst du mir jetzt das Handtuch?“. Irritiert sah er auf und blickte auf seine Hände: er hatte immer noch das Tuch in der Hand!
Langsam schritt er vor und streckte seine Hand mit dem Tuch aus, das das Wasser noch lief irritierte ihn gar nicht. Als er dann ihren nassen Arm spürte, zuckte er leicht elektrisiert auf und zog sich an ihrem Arm in die Dusche. Dass sie nackt war, er jetzt nass wurde, störte ihn nicht. „Was...?“, hauchte sie leise und spürte seine Finger auf ihren Lippen. Der junge Polizist lächelte ihr kurz zu, beugte sich zu ihr runter und küsste sie zärtlich. Ihre Augen blitzten leicht auf und suchten den Blick von ihm. Er drückte sie sanft gegen die Wand und konnte gar nicht mehr von ihr ablassen. „Du machst mich verrückt Susanne, tut mir leid“, hauchte er ihr sanft ins Ohr und fing an ihren Hals zu küssen. Seine Haare hingen triefend ins Gesicht und klebten an seiner Stirn. Unter seinem weißen T-Shirt zeichneten sich seine Muskeln ab und die Hose klebt fest an ihm. Sie drückte ihn kurz von sich weg und ließ ihren Blick über ihn Schweifen. Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen an ehe sie den Kriminalhauptkommissar wieder an sich zog und seinen Hals ebenfalls mit Küssen bedeckte. „Dafür,... das ich gar nichts an habe. Schuldest du mir noch etwas“, atmete sie schwer und drückte jetzt Ben sanft gegen die Wand. „Kein Problem, lässt sich sicherlich Regeln“, hauchte er ihr ins Ohr und ließ kurz von ihr ab. Sanft strich er ihr durchs Haar und zog sie wieder zu sich ehe er sie wieder sanft und fordernd küsste. Ein leichter Schauer bildete sich auf Susannes Haut und sie begann leicht zu frieren. Als der Mann kurz von ihr abließ, bemerkte er dies und quittierte es mit einem kurzen Lächeln. Ehe er die geliebte Frau fest an sich drückte und über ihren Rücken strich. Das prasselnde Wasser störte die beiden Liebenden überhaupt nicht.
Dankeschön ihr Lieben! Jaa..das war ein schöner Teil :D Aber jetzt kommt der zweite Akt! :D
Ein bisschen Frieden...<<
„Ben“, hauchte sie leise und nahm sein Gesicht in ihre Hände. Der Mann sah ihr in die Augen und fing an zu lächeln. „Ich liebe dich“, hauchte sie ganz leise und gab ihm einen langen Kuss. Der Polizist stöhnte kurz auf und gab sich ihr hin. Sein ganzer Körper bebte leicht und er musste kurz niesen. „Oh, Ben. Ich will nicht das du auch noch krank wirst!“, hauchte sie leise und stellte das Wasser sofort aus. Zog den Vorhang weg und verließ mit ihm gemeinsam die Dusche. Schnell hatte sie ein Handtuch in der Hand das für beide groß genug war und wickelte sie darin ein. „Ich... kann nicht genug von dir bekommen“, murmelte er leise in Ohr und knabberte leicht daran. Die Sekretärin fing an zu grinsen und drehte sich zu ihm um. „So, so. Scheint so, als ob du heute Nacht nicht so gut geschlafen hättest“ „Woher weißt du das denn?“ „Mein Lieber, das verraten deine Augen“, lächelte sie und strich ihm über die Stirn. Sie fühlte sich heiß an. „Ich glaube die Dusche hat dir den Rest gegeben oder?“, lächelnd machte sie sich aus dem Handtuch frei und fing sich langsam an, anzuziehen. Sie spürte förmlich wie sein Blick an ihr haftete und genoss es sichtlich. „Willst du nicht auch mal aus deinen Klamotten raus?“, fragte sie frei heraus und zog seine Aufmerksamkeit wieder auf sie selbst. „Klar“.
Andrea gähne herzhaft als sie langsam die Treppen herab stieg. Sie hatte wundervoll geschlafen und wollte jetzt zuerst schnell auf Toilette. Ihr Mann war wohl vor ihr aufgestanden und hatte sie nicht wecken wollen. Natürlich war ihm das nicht ganz gelungen, just als er die Tür geschlossen hatte, war sie aufgewacht. Lächelnd drückte sie die Türklinke herunter und musste lachen als sie sah, was sich bis dato da drin abgespielt hatte. Susanne sah frisch geduscht und munter aus. Ben dagegen eher kränklich und triefend nass. Schnell schloss sie die Tür hinter sich und sah die beiden an. „Könnt ihr mir mal sagen was ihr hier gemacht habt? Das ist ja das reinste Chaos“, warf sie den beiden leicht vor und bückte sich um ein Tuch aufzuheben. „Wir waren Duschen“ „Zusammen?“ „Ja“, hauchte Ben leise und fing leicht an zu lächeln während er noch mal niesen musste. „Es wird Zeit das du aus deinen Klamotten kommst Ben. Komm, lass dir helfen. Und dann gehst du wieder ins Bett. Ich denke Susanne wird keine Skrupel haben und dich noch mal unten schlafen lassen. Oder?“, fragte sie lächelnd und wickelte das Tuch um Ben ab. Dieser hatte die Arme um sich selber geschlungen und klapperte bereits mit den Zähnen. „Das war die Strafe für dich selber. Jetzt bist du erst recht krank. Hast du ein Glück das ich an alles gedacht habe“, murmelte sie und hatte mit Susannes Hilfe Ben in kürzester Zeit ausgezogen und in einen Bademantel gesteckt. „Semir wird begeistert sein“, hauchte sie und schüttelte mit dem Kopf. „Föhn dir erstmal die Haare, ich hol dir neue Sachen“. Binnen kürzester Zeit war er neu eingekleidet worden und fühlte sich ein wenig besser.
„So“, murmelte Andrea die bereits auch fertig war und legte die Hände auf Bens Schultern. „Komm mit in die Küche, ich habe etwas für dich“, seufzte sie und stellte noch das letzte Duschgel wieder auf seinen Richtigen Platz, ehe sie das Badezimmer verließen und kurz darauf vor Semir standen. Dieser sah leicht angesäuert aus und wirkte leicht überrascht gleich alle drei vor sich zu sehen. „Semir, Mund zu!“, fauchte sie leise und machte sich den Weg frei zum Medizinschrank. Ihr Mann sah leicht verwundert ihr nach und machte sich mit zuckenden Schultern auf den Weg ins Schlafzimmer. „So“, meinte Andrea leise und wühlte in den mitgebrachten Medikamenten. „Ich habe immer etwas dabei seit dem wir Aida haben, ist mir sicherer und so kann einem schneller geholfen werden. Ah“, sie hatte gefunden was sie wollte und nahm eine längliche Schachtel aus dem Schrank. Diese zierte den Namen eines Markenherstellers den er nicht kannte. Ben hatte sich auf einen der Stühle gesetzt und grummelte leise vor sich hin. „Das ist nur eine Erkältung Andrea, nichts wildes“, tadelte er sie leise und spürte Susannes Hände auf seinen Schultern. Der Hauptkommissar wandte seinen Kopf leicht nach oben und gab ihr einen sanften Kuss. Sie wirkte zwar etwas verspannt, ließ sich dennoch darauf ein. „Sicher, ist sicher“, wiederholte sie und zog eine der Pillen aus der Verpackung. Füllte ihm ein Glas mit Wasser ein und reichte es ihm. „Hier trink“, erinnerte sie ihn und ließ sich ebenfalls auf einen der Stühle sinken. Susanne wandte sich leicht von ihm ab und huschte zu der Freundin rüber. „Bitte erzähl Semir noch nicht. Wir müssen damit erst selber klar kommen“.
Die Männer hatten sich ins Wohnzimmer verzogen und saßen gemütlich auf dem ausgezogenen Sofa. Ben hatte sich leicht hingelegt und eine Decke über sich gezogen. Er wollte es lieber doch nicht riskieren sich eine Grippe oder ähnliches einzufangen. Semir hatte sich auf den kleinen Sessel gesetzt und die Füße auf den kleinen Wohnzimmertisch gelegt. Jeder schien irgendwie seinen Gedanken nachzuhängen. „Weißt du Semir, ich kann dich einfach nicht alleine lassen“, murmelte der jüngere mit verschlossenen Augen und regte sich leicht. Semir blickte verstohlen auf Ben und fing an zu lächeln. „Dann hättest du auch Ärger von Susanne, Andrea und mir bekommen. Wie kommt es das du es dir anders überlegt hast?“, warf er ein und richtete sich langsam auf. „Ich will endlich diese Typen schnappen die mir das Leben zur Hölle machen. Das ist ja kein Leben mehr“ „Wenn wir wieder in Köln sind fangen wir sofort damit an. Versprochen“, versuchte er ihn zu beruhigen und schnappte sich die Fernsehzeitschrift. Seine Frau hatte eben an alles gedacht. Selenruhig blätterte er durch die einzelnen Seite und stieß verachtende Töne aus. „Das Fernsehprogramm hat auch schon mal besser ausgesehen“ „Immer noch besser als du“, erwiderte der jüngere und öffnete sachte die Augen. „Ich warne dich! Komm du mir in die Nähe“ „Willst du mich umbringen?“ „Manchmal will ich es wirklich“, knurrte Semir leise und lehnte sich wieder zurück. Er wollte jetzt keinen Ton mehr hören.
Schön, dann hab ich ja den Geschmack zwecks des Paares getroffen :D Danke!
Freizeit<<
„Semir, wollen wir gleich noch Spazieren gehen? Ich glaube das Wetter bessert sich“, lächelte Andrea und kam gemeinsam mit Susanne ins Wohnzimmer. Die Jungs schienen gerade etwas geschlafen zu haben und sahen sie leicht irritiert an. „Ben und Susanne bleiben hier. Ich möchte nicht, dass er richtig krank wird“, murmelte sie und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. „Mama, bekomm ich wenigstens etwas zu trinken?“, maulte Ben leise und ließ sich von Susanne in den Arm nehmen. Die angesprochene musst lächeln und stand vorsichtig wieder auf. „Was möchtest du denn, mein Kind?“ „Milch“. Trotziger ging es überhaupt nicht mehr. Auf jeden Fall hatte der junge Polizist das Lachen auf seiner Seite. Das er dann aber auch die Milch von Andrea serviert bekam, sie sich neben ihn setzte und dann auch noch ein Babyfläschchen in der Hand hatte, war zu viel für ihn. Als sie dann ihn füttern wollte, musste er laut loslachen und entschuldigte sich bei ihr. „Tut mir Leid. Aber wow, warme Milch? Danke“, jauchzte er und fiel der unwesentlich älteren Frau um den Hals. Diese wurde leicht rot und stand wieder auf um ihren eigenen Mann anzutreiben. „Semir jetzt komm, es ist gerade so schön“ Murrend erhob dieser sich und warf einen kurzen Blick auf die anderen beiden. „Habt ihr es gut, ich will auch krank sein“, maulend ging er hinter Andrea her und schloss die Wohnzimmertür hinter sich.
„Jetzt sind wir allein“, grinsend zog er die junge Frau zu sich herunter und legte auch die Decke um ihren schmalen Körper. Vorsichtig strich er mit der linken Hand über ihre Wange und konnte seinen Blick nicht von ihr nehmen. „Ich möchte dich erst näher kennen lernen, bevor wir es den anderen sagen“, hauchte sie leise und hielt seine Hand sanft fest. Er legte den Kopf kurz schief und zog sie langsam zu sich um sie zu küssen. „Okay“, flüsterte er und wickelte die Decke noch fester um beide Körper. „Ich will ja nicht, dass uns kalt wird“. Sie konnte nicht anders, als ihm zu zustimmen. „Dann sorge ich mal dafür, dass uns garantiert nicht kalt wird“, meinte sie mit einem spitzbübischen Grinsen und beugte sich zärtlich zu ihm herunter. Seine Stirn fühlte sich zwar immer noch leicht kalt an aber sie ignorierte es gekonnt weil er es sich selbst eh nicht eingestanden hätte. Ehe sie ihre Lippen mit seinen Verschloss fuhr sie mit der Hand noch einmal sanft über seine Rippen und küsste ihn dann zärtlich. Seine Hände schellten sofort hoch und wollte den Körper der Frau ergreifen. „Ich bin jetzt dran“, entschied sie leise und führte seine Hände wieder runter. Ihr gefiel es wenn er ihr machtlos gegenüber stand oder eher lag. Susanne merkte aber auch dass es dem Polizisten sichtlich schwer fiel, überhaupt nichts zu machen. „Weißt du was, ich mach uns mal einen Tee“, hauchte sie ihm dann eine Viertelstunde später ins Ohr und wollte sich von ihm befreien. Schwerer als gedacht allerdings. Ben hatte die Decke so gut um beide geschlungen, dass sie wirklich Mühe hatte daraus zu kommen. Der geliebte Mann sah sie mit einem müden Lächeln an und half ihr dabei aus der Decke raus zu kommen. „Machst du das immer so?“ „Bei allem was mir lieb ist“, neckte er und zog die Baumwolldecke wieder bis zum Kinn. Ihm war kalt.
Mit einem grinsen ging Susanne in die Küche und summte irgendein Liebeslied vor sich her. Sie mochte diese Art von Liedern und konnte davon nie wirklich genug bekommen. Schnell hatte sie den von Andrea eingekauften Tee gefunden und den Wasserkocher angestellt. Fencheltee. Es war Bens Lieblingstee wie sie mittlerweile herausgefunden hatte. Oft hatte sie diesen zwar nicht in der Past gekocht aber immerhin wenn er eine Nachtschicht ohne Semir eingelegt hatte. Dann hatte er sich zu einem Tee überreden lassen. Sie stieß einen lauten Seufzer aus und wagte einen Blick nach draußen. Das Wetter hatte sich tatsächlich beruhigt und schien jetzt seine beste Seite zeigen zu wollen. Sie konnte Andrea so gut verstehen, auch sie hätte Lust auf einen Spaziergang gehabt. Aber es gab ja noch genug Tage an denen besonders Ben wieder etwas fitter war. „6 Minuten ziehen“, sagte sie leise zu sich selbst und erschrak als sich zwei starke Arme um sie legten und sie sanft gegen die Wand gedrückt wurde. Ben. Vorsichtig fing sie seinen Blick ein und bekam einen Sehnsüchtigen Blick zurück geworfen. „Ich kann noch nicht mal 5 Minuten ohne dich schlafen“, hauchte er leise und musste stark grinsen. Sie fühlte sich wohl in seinen Armen und konnte das aufkommende Verlangen nicht mehr unterdrücken. Die Sekretärin warf sich praktisch an seinen Hals und bedeckte diesen mit Küssen. „Wow“, entfuhr es dem Polizisten leise. Die Gefühle zueinander waren so stark das sie fast schon wieder verwirrend auf die beiden einwirkten. „Ich schaff keine Sekunde ohne dich“ „Und ich keine Millisekunde“, konterte Ben und beide lächelten sich an. „Was machen wir wenn Semir und Andrea wiederkommen?“ „Weglaufen und uns verstecken, was sonst?“, grinste Ben und zog Susanne wieder zurück ins Wohnzimmer. Er hatte ein paar Kerzen angezündet, die Vorhänge vorgezogen und das Licht ein wenig gedämpft. „Da scheint sich jemand ins Zeug zu legen“, murmelte sie unüberhörbar und lag Sekunden später auf dem weichen Sofa. „Wie wäre es wenn wir beide Heute Nacht hier schlafen?“, schlug sie mit einem fiesen Lächeln auf den Lippen vor und erhielt einen leichten Schlag gegen die Rippen. „Ich möchte Heute mit dir im Bett schlafen. Wir erzählen Semir was weiß ich, aber das Ding tu ich mir nicht noch einmal an!“, entschieden schüttelte er mit dem Kopf und sah kurz zu den Vorhängen. Sie waren schlicht in Rot gehalten. Dennoch wirkten sie natürlich und schön. „Meinst du ich lasse dich ins Bett? Nach diesem Schlag überlege ich mir das noch einmal genau“ „Ach komm Susanne, du müsstest mich kennen. Den habe ich nicht mal ernst gemeint“ „Dennoch hast du mich geschlagen, so was fängt ja schon gut an“, knurrte sie leise und musste sich das Lachen verkneifen. Ben sah leicht empört aus und richtete sich wieder auf. Kurz verzog er das Gesicht und wurde an seine kaputten Rippen wieder erinnert. Der junge Hauptkommissar zog die Luft scharf ein und musterte seine Kollegin genau. Irgendwas an ihrem Blick verriet ihm, das sie ihn anlog. Woher konnte er noch nicht ausmachen, aber es war etwas faul an der Sache. Das konnte er schon mit Sicherheit sagen. „Susanne,...“, fing er säuerlich an und konnte seinen Satz nicht mehr aussprechen weil sie ihn sanft küsste und auf ganz andere Gedanken brachte.
Dankeschön, ihr seit echt toll! :)
Eine bittere Nachricht<<
„Tut mir leid“, hauchte sie ihm leise ins Ohr und merkte wie er sich wieder zu entspannen schien. „Du hast mir schon Angst gemacht. Mach das nie wieder!“, ermahnte er sie und lächelte dabei. „Schon okay Herr Kriminalhauptkommissar“ „Will ich auch gehofft zu haben“, küsste er sie sanft auf die Nase und wickelte die Decke wieder um sich selber. Ihm war irgendwie kalt. Er hoffte sich nicht arg erkältet zu haben. Für nächste Woche stand er noch alleine im Dienstplan, weil Andreas Geburt in diesen Zeitraum geplant worden war und Semir Urlaub haben wollte. Der Deutschtürke wollte für seine beiden bzw. drei da sein und nicht wieder zwischen Leben und Tod schweben.
„Hotte“, rief der etwas längere laut und legte seine Füße auf Semirs Schreibtisch. Für die Zeit die, die beiden weg waren hatten sie das Büro der beiden belegt. Der Krüger schien es nichts auszumachen. Sie war angesichts des Wetterumschwungs besser gelaunt und wollte das allen teil haben lassen. So auch an diesem Morgen. „Herzberger, mir wurde gerade eine Leiche aus der Türkei gemeldet. Die Kollegen meinen der Fall könnte etwas mit unserem zu tun haben, prüfen sie Daten sobald sie uns erreicht haben und geben wir umgehend Bescheid“, donnerte sie beinahe zu lieb und schloss die Tür sanft wieder hinter sich zu. „Das war’s mit unserem gemütlichen Tag, sobald man mal für eine Woche in diesem Büro ist. Man könnte schon fast meinen es ist verflucht!“, grummelte der Ältere und zog seine Kaffeetasse zu sich heran. Er brauchte jetzt eine Stärkung. Ping. „Die Nachricht von den Kollegen aus der Türkei“, murmelte Hotte und machte sich eifrig an den PC von Semir zu schaffen. „Wenn man davon ausgeht das die Leiche erst vor 2 Stunden gefunden wurde, ist das schon schwer beachtlich!“, stieß er einen leisen Pfiff aus und befasste sich näher mit der zugesandten Akte. Die Kollegen hatten alles fein säuberlich notiert und jede kleinste Auffälligkeit aufgeschrieben. „Warum machen das Ben und Semir nicht so?“ „Weil Semir immer auf Ben aufpassen muss! Der schreibt doch nie Berichte“, wandte der dickere ein und trank mit einem Schluck seine eigene Kaffeetasse leer. „Nicht so fies“, murmelte Hotte und fuhr sich sachte durch die Haare. Der Mann hatte doch... „Dieter komm mal her“, krächzte er und winkte ihn zu sich. „Was denn?“ „Das ist...“
„Schatz“, rief sie etwas lauter und lehnte sich bereits wieder gegen Ben. Der Mann war in einen tiefen Schlaf gefallen und wollte einfach nicht mehr aufwachen. Ein Lächeln umgab ihre Mundwinkel. Hatte sie mit dem Schlafmittel ja doch Erfolg gehabt. Der Polizist wäre erst am Abend in den erholsamen Schlaf gefallen, da musste sie doch nachhelfen. Immerhin hatte sie auch jetzt ihre Ruhe. Sein gleichmäßiges Atmen gab ihr ebenfalls die innere Gelassenheit die sie jetzt brauchte. Die Sekretärin richtete sich leicht auf und lehnte sich sachte zurück. Auf gar keinen Fall wollte sie ihren Freund jetzt aufwecken, was wahrscheinlich sowieso nicht möglich war. So fest und tief wie er gerade schlief. Nach einer Weile hörte sie Stimmen am Rande des Weges und fuhr leicht hoch. Semir und Andrea kamen wieder.
„Schatz, ich sage dir. Die beiden haben etwas am Laufen, ich bin doch nicht blöd“, fauchte Semir leise und versuchte den Haustürschlüssel aus seiner Hosentasche zu kramen. Andrea verkniff sich ein Lachen und ließ ihre Hände sprechen. Sachte zog sie den Schlüssel aus ihrer Handtasche und gab sie ihrem verdutzten Ehemann in die Hand. „Ich wusste doch das ich ihn gar nicht hatte“, murmelte dieser dann und öffnete die Tür gekonnt. „Treten sie ein Madam“, grinsend ging sie an ihm vorbei und stellte ihre Handtasche an der Garderobe ab. „Ben ... Susanne!“, rief der Deutschtürke laut aus und machte sich sofort auf den Weg ins Wohnzimmer – da wo sie eben auch noch gewesen waren. Als er die Tür geöffnet hatte, bot sich ihm ein komisches Bild. Ben hatte sich in eine Decke gelümmelt und schien tief und fest zu schlafen. Susanne saß aufrecht an seinen Füßen und hatte die Arme verschränkt, ebenfalls am Schlafen. „Andrea“, hauchte er dann leise und zog seine Frau in seine Arme. „Was soll man davon halten?“ „Schlimmer geht’s ja nicht“, erwiderte sie nur und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Die blonde Frau trennte sich von ihrem Mann und ging vorsichtig auf die Freundin zu. „Susanne?“, flüsterte sie leise und rüttelte sachte an deren Schulter. „Was?“, kam sofort zurück und ließ Andrea leicht aufschrecken. „Was hast du mit gemacht?“, belustigt zeigte Semir auf seinen schlafenden Partner und fing sich zwei fragende Gesicht der Frauen ein. „Ich habe ihm eine Schlaftablette gegeben damit er die Klappe hält“, zischte sie leise und streckte sich leicht. „Wow sollte ich auch mal versuchen“, hauchte Semir erstaunt und ließ sich auf einen Sessel nieder. „Hat er noch Fieber?“ „Nein, ist wieder gesunken Andrea“, lächeln blickten sie zu Ben rüber und konnten sich dann auch ein Lachen nicht verkneifen. Seine Beine und Arme waren eingezogen, sein Kopf leicht nach vorne gebeugt und er sah wie ein schlafender Hund aus. „Niedlich“, kommentierte Andrea knapp und stand wieder auf. „Wir gehen jetzt Duschen, wir sind doch noch ein wenig Nass geworden“ „Ein wenig? Du untertreibst Andrea! Ich bin patsch nass“, wandte Semir grummelnd ein und folgte seiner Frau ins Bad. Von weitem konnte Susanne noch das Gespräch der beiden mithören und konnte nicht mehr aufhören zu lachen.
„Hotte, Ich ruf mal Ben an. Es wäre besser wenn er das weiß“, grummelte Dieter leise und blickte immer wieder auf den Computerbildschirm. Eindeutig, das Opfer war Semirs Vater. Es zerriss ihn fast das Herz seinen Kollegen diese schlimme Nachricht mitzuteilen, aber er hatte sie verdient. Auch wenn er dann den Urlaub der 4 auf dem Gewissen haben würde. Es ging nicht anders. Fluchend nahm er sich sein Handy und wählte die Nummer des jungen Hauptkommissars.
Susanne war selber kurz aufgestanden um in die Küche zu gehen. So hörte sie das Handyklingeln ihres Freundes nicht und kümmerte sich um das Abendbrot. Ben grummelte leise als ein Geräusch seine Sinne erreicht hatte und richtete sich müde auf. ‚Kann man hier noch nicht mal in Ruhe Urlaub machen’, fauchte er leise und griff orientierungslos nach seinem Handy. Sachte tastete er den Tisch ab und fand es schließlich. „Wer auch immer da dran ist, was ist so wichtig meinen Urlaub zu stören?“, knurrte er bedrohlich und richtete sich leicht auf. Er war hundsmüde und wusste eigentlich gar nicht warum. „Ben? Dieter hier. Wir haben einen Leichenfund aus der Türkei gemeldet bekommen“, versuchte er langsam anzufangen. Allerdings bei dem jungen Mann an der falschen Adresse. „Einen Leichenfund?! Deswegen rufst du mich an? Könnt ihr denn gar nichts alleine? Wir haben Urlaub Dieter! U-r-l-a-u-b!“, zischte er und schloss für einen kurzen Moment seine Augen. Er wusste ganz genau dass der Urlaub hiermit beendet war. Zumindest so gut wie. „Nicht irgendeinen Leichenfund. Der Tote ist Semirs Vater“, bekam er dann die leise Antwort. Schlagartig waren alle seine Sinne am Arbeiten und er schwang seine Beine auf den Boden. An Schlaf war jetzt überhaupt nicht mehr zu denken.
Freut mich, das der Teil euch so gefällt! Aber verfilmen muss nicht sein, obwohl es gut aussehen würde :D
In my Head...<<
„Weiß man schon wie er umgebracht wurde?“, fragte er sofort nach und versuchte sich zu orientieren. Irgendwas war in seinem Tee gewesen, es hatte ganz komisch geschmeckt. „Er wurde erwürgt, dann noch 2 x angeschossen. Interpol hat uns die Daten zugeschickt und ich kann nur sagen, ich bin sehr froh darüber!“, seufzte der länglichere und lehnte sich sachte zurück. „Wie wirst du es ihm sagen?“ „Weiß ich noch nicht, ich melde mich später noch mal“, hauchte Ben nur leise und knallte sein Handy dann in die nächste Ecke. So etwas hatte ja kommen müssen! Müde rieb er sich über die Augen und versuchte knallhart wach zu werden. Ruckartig stand er auf und suchte irgendetwas Trinkbares. Hatten sie hier gestern nicht noch Wasser getrunken? Da! Er wusste es doch, die Hälfte stand noch hinter dem Sofa. Gierig griff er nach der Flasche, öffnete sie blitzschnell und trank die Flasche in einem Schluck hinterher. Vielleicht würde ihm einen kalte Dusche ebenfalls helfen? Ben warf die Flasche ebenfalls in die Ecke und raufte sich die Haare. ‚Nur jetzt nicht die Nerven verlieren. Ben, du bist Polizist, du kannst das“, sprach er leise zu sich selber und raffte sich wieder auf. Er wusste aber schon jetzt das Semir sich sofort auf den Weg zu seiner Mutter machen würde. Anderes würde er nicht erwarten. Er hätte selber so gehandelt.
„Wie sag ich es ihm?“, murmelte er leise und streckte sich leicht. „Wie sagst du wem was?“. Andrea. Ben biss sich leicht auf die Lippen und drehte sich zu ihr um. Ihr musste er es ja sagen, damit sie gefasster auf ihn zutreten kann. „Ich habe einen Anruf von Dieter bekommen, Semirs Vater wurde umgebracht. Er wurde erwürgt und 2 x dazu noch angeschossen. In einem abgelegenen Waldstück gefunden“, murmelte er leise und stockte kurz. Ihre Augen weiteten sich und er trat einen kurzen Schritt auf sie zu. „Ist das wahr?“, flüsterte sie und schluckte. Ihr Schwiegervater sollte tot sein? Was hatte er denn diesen Gangstern getan? „Dieter und Hotte haben den Fall übernommen, es wäre gut wenn wir zurück führen“, fasste er kurz zusammen und drehte sich kurz weg. Fuck. Das wollte er doch auf gar keinen Fall. Soweit hätte er es gar nicht kommen lassen dürfen. Die Typen wollten nur ihn unter Druck setzen, das ging allerdings jetzt zu weit. Wie Semir es wohl aufnehmen würde? Mit einem mulmigen Gefühl trat Andrea wieder in seinen Blickwinkel und legte die Arme sanft um ihn. „Verständlich“. Semir durfte sich glücklich schätzen so eine Frau zu haben. Auch er wollte sie als gute Freundin nicht missen. „Sollen wir es ihm zusammen sagen?“, schlug sie leise vor und er schüttelte sachte mit dem Kopf. Nein, er musste es Semir alleine sagen. Das war er ihm schuldig. „Besser nicht, versteh mich nicht falsch. Aber das bin ich ihm ja wenigstens Schuldig“, zerknirscht befreite er sich von ihr und ging langsam Richtung Wohnzimmer Tür. „Wo ist er gerade?“ „Im Schlafzimmer. Nachdenken“, warf sie ihm hinterher.
In Gedanken stieg er langsam die Treppe hinauf und stand schon kurze Zeit vor Semir. Der Deutschtürke hatte es sich auf dem Bett bequem gemacht und seine Augen wohl geschlossen. „Semir?“, fragte er vorsichtig und verlieh seiner Stimme etwas mehr Kraft. Sie hörte sich unentschlossen und unwillig an. So gar nicht nach ihm. „Was ist los Partner? Ist dir ‚ne Leiche über den Weg gelaufen?“, lachte er und setzte sich auf. Stumm schüttelte er mit dem Kopf und setzte sich an den Rand des Bettes. „Wir fahren Heute Abend nach Hause Semir“, fing er leise an und machte sich auf einen gewaltigen Protest bereit. „Was warum? Hat etwa die Krüger angerufen? Die wird mich mal kennen lernen! Was will sie denn?“, murrte er sachte und sein Lächeln verschwand. Verständlich. „Nein, es waren nur Dieter und Hotte. Sie brauchen unsere Hilfe. Deine Hilfe“, betonte er umständlich und verfluchte sich dafür. Warum konnte er es ihm nicht einfach ins Gesicht sagen? „Dann sollen sie jemand anderes fragen. Ben, das ist unser erster Urlaub seit langem“, stieß er hervor und stand schnell auf. Wütend warf er die Decke sachte zurück und ging langsam zum Fenster. „Sie haben einen Fall von Interpool übernommen. Eine Männliche Leiche aus der Türkei. Weißt Merkmale mit unserem aktuellen Fall auf“ „Und?“ „Semir, es ist dein Vater“. Sekundenlange Stille. Keiner der beiden sagte etwas. Es war einfach nicht angebracht. Der ältere sah aus dem Fenster und rührte sich nicht mehr. Ben wurde etwas unsicher und stand ebenfalls vom Bett aus. Er hatte für alles Verständnis. Sollte er ihn anschreien, weinen oder ähnliches Tun. Vor allem wollte er ihm helfen. Der junge Polizist biss sich abermals auf die Lippen und schluckte kurz. So gar keine Reaktion? „Semir?“ Wieder nichts. Er reagierte einfach nicht. Mit kurzen Schritten ging er auf ihn zu und packte ihn an der Schulter. Drehte ihn zu sich rum. Der Deutschtürke hatte die Lippen fest verschlossen, das Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden, in seinen Augen standen Tränen. „Raus“, hauchte er leise und Ben wich zurück. Das hatte er nicht erwartet. „ICH SAGTE RAUS!“, wütend starrte Semir seinen Partner und Freund an. Die freundschaftlichen Gefühle schienen wie weg geblasen. „Semir, wir können doch miteinander reden...“ „Halt die Klappe und hau endlich ab“, zischte er und holte aus. Bens Gesicht schellte zur Seite. Der Dienstälteste hatte seinen Partner ins Gesicht geschlagen. „Du bist Schuld, du bist Schuld“, fauchte er und verlor die Kontrolle über sich selbst. Er wusste ganz genau das dessen Vater sein ein und alles gewesen war. Oft hatte Ben sich Geschichten von seinen Abenteuern anhören müssen und war stets interessiert gewesen. Es schien als hätte dieser Schlag einiges bei ihm ausgelöst. Der jüngere wich sofort zurück und schnellte mit der Hand zu seiner Wange. Sie brannte fürchterlich. Sein Herz wurde schwer und das Vertrauen welches er aufgebaut hatte zerbrach in winzige kleine Teile. Alles hatte er erwartet, aber nicht das. Kurz wagte er einen Blick auf den Dienstkollegen und schluckte. In dessen Augen stand eindeutig Verachtung. Er gab ihm die Schuld für den Tod seines Vaters. „Arschloch“, fauchte er leise und entfernte sich aus dem Zimmer.
Damit könntet ihr erstmal recht haben, aber ich verspreche euch: sie kommt wieder! (; Dankeschön für eure lieben Kommentare!
„Was meinst du, wie wird er es aufnehmen?“, fragte Susanne leise und umklammerte ihre Teetasse. Sie wusste überhaupt nicht wie ihr Arbeitskollege den Tod seines Vaters verkraften würde. Selbst Andrea konnte ihr das nicht beantworten. „Susanne, jetzt mach dir mal nicht so einen großen Kopf darum! Ben wird es ihm schon schonend beibringen, dafür müsste er ja Semir bereits kennen. Ich weiß nur nicht ob er so genau weiß dass er seinen Vater abgöttisch geliebt hat“, gab sie leise bekannt und nahm einen kurzen Schluck ihres Tees. Susanne starrte auf den Tisch und wusste mit sich selber nichts anzufangen. Eigentlich fühlte sie sich gerade relativ nutzlos. Die Männer waren oben alleine, auf Wunsch von Ben. „Ich glaube ich buche schon mal Flugtickets für die Türkei. Er wird bestimmt sofort dahin fliegen wollen. Immerhin wohnt seine Mutter jetzt nur noch alleine dort. Ich würde das nicht aushalten wollen, allerdings würde ich sehr ungerne Aida mitnehmen“, seufzte sie leise und faltete ihre Hände. In wessen Vertrauensvolle Hände konnte sie denn ihr Kind geben? Ihre eigenen Eltern wollten selber in Urlaub fahren. Diese Möglichkeit war also gestrichen, vor allem wollte sie ihnen nicht so viele Lasten aufbrummen. Sie hatten jetzt schon Aida für diese Woche zu sich genommen. „Worüber denkst du nach?“, Susanne wollte sich unbedingt irgendwie ablenken und sah darin ihre letzte Möglichkeit. „Ich überlege wo Aida vertrauenswürdig untergebracht wäre. Ihre Babysitterin wohnt noch bei ihren Eltern, dann wäre ein Kind bestimmt hinderlich“ „Das können doch Ben und ich machen“, hauchte Susanne leise und lächelte leicht. Wenn sie in so einer Situation schon nicht viel tun konnte, dann wenigstens so etwas. Sie hatte ja schon oft das Kind bei sich zuhause gehabt über ein, zwei Tage. „Mal sehen was dabei rauskommt, ich hoffe nichts schlimmes“, hauchte sie leise und wusste nicht wie unrecht sie damit haben sollte.
Ben wollte die Tür gerade sich zu donnern als er abermals Semirs Stimme vernahm. „Damit du es gleich weißt, ich möchte… ich möchte nicht mehr mit der zusammen arbeiten. Ich beantrage entweder eine Versetzung oder einen neuen Partner“, fauchte er sauer und schlug die Tür hinter ihm zu. Der jüngere schluckte und lehnte sich gegen die Wand. Nein, so hatte er sich das gewiss nicht vorgestellt. Sachte fuhr er sich mit der Hand über die Augen und seufzte kurz. „Expartner“, hauchte er nur leise und rappelte sich wieder auf. Getroffen sah er noch einmal zu der Schlafzimmertür die bereits wieder verschlossen war. Warum war er bloß so sauer auf ihn? Wenn er es zugab, musste er zugeben dass er wirklich unter Schock stand. Nein, diese Reaktion hatte ihn völlig aus dem Konzept gebracht. Hatte er vorher noch gehofft, halbwegs gut aus der Sache rauszukommen. So lag seine Laune jetzt auf dem Tiefpunkt. Nichts hätte ihn jetzt noch aufheitern können. Sachte lehnte er sich gegen die Wand und unterdrückte einen kurzen Schrei. Es war zum Mäuse Melken! Langsam ließ er sich auf den Boden sinken und ballte die Hände zu Fäusten. Sein ganzer Körper schien außer Kontrolle zu geraten. Am liebsten hätte der junge Hauptkommissar seinen Tränen freien Laufen gelassen, verbot sie sich aber. Nein, er wollte jetzt keine Schwäche zeigen. Nach kurzem überlegen hatte er sich wieder leicht aufgerafft und stieg langsam die Treppe herab. Wie sollte er das denn jetzt Andrea und Susanne erklären?
„Hörst du das?“, hauchte Susanne leise und bat ihre Freundin kurz still zu sein. Es war ihr als hätte sie gehört als ob jemand geschrien und die Tür zugeknallt hätte. Andrea zog ihre Augenbraun leicht hoch und beugte sich leicht vor. „Nein“ „Ich glaube Semir hat Ben angeschrien“, gab sie kurz als Info durch und stand vorsichtig auf. Man konnte ja nie wissen. Sie würde sich auf jeden Fall auf alles gefasst machen. Sekunden später stand ein gebeutelter Ben vor ihr. Seine Wange war Rot, seine Augen schwammen förmig in Tränen. „Oh mein Gott“, hauchte sie entsetzt und ging vorsichtig auf ihn zu. „Was ist passiert?“. Er schüttelte vorsichtig mit dem Kopf und wischt sich ein paar Tränen aus dem Auge. „Er gibt mir die Schuld“, hauchte er erstickt und lehnte sich an Susanne. Vorsichtig strich sie mit der Hand über seine Wange und sah ihn schockiert an. „Das kann er doch nicht ernst meinen“, gab sie leise bekannt und sah wie Andrea entschlossen das Zimmer verließ und wohl nach oben ging. „Und wie er das ernst meint, er möchte sich auch nach einem anderen Job umsehen. Er möchte so schnell wie möglich von mir weg. Das war wohl ein herber Rückschlag für ihn, ich wusste ja nicht…“, murmelte er entsetzt und ließ sich langsam auf einen Stuhl sinken. Susanne kniete sich vor ihm hin und nahm seine Hände in ihre. Sie wollte ihm unbedingt helfen, aber nur wie? „Ben, das war ein schlimmer Schock für ihn. Das muss er erst verarbeiten, du wirst sehen. Warte erst mal ab, vielleicht hat er auch nur überreagiert“, seufzte sie leise und küsste ihn kurz. Der junge Hauptkommissar klammerte sich an seine Freundin und atmete tief ein und aus.
Sachte klopfte Andrea gegen die Schlafzimmer Tür und hörte gleichzeitig ihren Mann reden. War er doch nicht so getroffen wie gedacht? Ohne auf irgendeine Antwort abzuwarten, drückte sie die Klinke und trat ein. Sie traf fast der Schlag als sie hörte was er sagte. „Sicher Chefin, ich meine es ernst. Ich möchte nicht mehr mit Herrn Jäger zusammenarbeiten. Suchen sie bitte einen neuen Partner für mich oder ich verlasse das Revier“, stieß er sauer aus und knallte das Handy aufs Bett. „Semir?“, vorsichtig näherte sich die Schwangere ihrem Mann und berührte ihn sachte am Arm. Sie wusste überhaupt nicht wie er jetzt reagieren würde. Sein Kopf war gesenkt, sein Körper zitterte leicht. „Semir, das kannst du nicht ernst meinen“. Erst reagierte er überhaupt nicht, schüttelte sie dann aber nach etlichen Sekunden ab und ging zum Fenster hinüber. „Ich habe noch nie so etwas ernst gemeint wie das. Wäre dieser Fall nicht gewesen, könnte mein Vater noch leben. Versteh doch, die Gangster sind auf Ben aus und nicht auf mich. Sie möchten so an ihn heran kommen. Aber da mache ich nicht mehr mit, soll er alleine mit dem Fall klar kommen. Ich möchte nicht mehr von meiner Familie verlieren, schon lange euch drei nicht“, hauchte er leise und wandte den Blick nicht vom Fenster ab. „Aber Aida soll ihren Patenonkel verlieren?“ „Besser als euch drei oder?“, kam die knappe Antwort die Andrea leicht taumeln ließ. Was war bloß in ihren Mann gefahren? Bis vor wenigen Stunden war er noch wie versessen gewesen mit Ben diesen Fall zu lösen. Sie wischte sich die aufkommenden Tränen aus den Augen und ging wieder zurück zur Tür. Sie wollte nicht länger als nötig mit ihm in einem Raum sein. „Weißt du eigentlich dass Ben total fertig ist? Für ihn das auch nicht einfach, gewiss du hast deinen Vater verloren. Aber er seinen geliebten Partner der gleichzeitig für ihn immer was wie ein Vater war verloren“, fauchte sie und schlug die Tür zu. Semir war leicht sprachlos, ließ sich sachte an der Wand nach unten gleiten und fing hemmungslos an zu weinen.
Dankeschön! Jaaa..Semir ist ein wenig von Sinnen (;
Ben lächelte leicht als Susanne sein Gesicht in ihre Hände nahm und ihn sanft küsste. „Das schaffen wir schon“, murmelte sie leise und strich ihm sanft durchs Gesicht. Er wusste bereits jetzt schon was er an ihr hatte. Seine Gefühle meldeten sich auf der Stelle zurück und machten ihm klar dass er nicht ganz alleine war. Er würde die nötige Unterstützung bekommen die er benötigte. „Ja wenn ich alt bin und schon 5 Kinder habe, die mich bereits auch schon zum Opa gemacht haben“, schnaufte er leise und griff sauer nach einem Taschentuch. Die Tränen störten ihn bereits jetzt schon. Sachte tupfte er sich diese beiseite und zerknüllte dieses leicht in seinen Händen. Ein leichtes Lächeln spiegelte sich auf seinen Lippen ab. Wenn er gewollt hätte, er hätte einfach nur lachen können. So verkehrt war diese Situation. Nie im Leben hatte er darüber nachgedacht, wie es sein würde ohne Semir aus zu kommen. In relativ kurzer Zeit hatten die beiden sich angefreundet und dachten sie würden es eigentlich noch lange sein. Als er eine kalte Hand an seiner Wange spürte schaute er leicht auf und konnte in Susannes glasige Augen sehen. Sie wirkte leicht mitgenommen und sah gar nicht mehr entspannt aus. „Ganz bestimmt Herr Jäger, haben sie mich auch schon gefragt ob ich überhaupt so viele Kinder haben will?“ „Ich gehe einfach davon aus“, meinte er leicht lächelnd. Sein Inneres war total durcheinander. In einigen Momenten hätte er nur weinen können, dann gab es andere wo er wieder glücklicher war. Wenn er allerdings zugeben musste, überwiegten die traurigen Momente. Noch immer stand er unter Schock und wollte es einfach nicht wahr haben. „Lass uns fahren, ich höre sie“, hauchte seine Freundin leise und gab ihm noch einen letzten sanften Kuss. Er ächzte leise und stand langsam auf. So ganz sicher fühlte er sich noch nicht auf den Beinen. „Lass uns unsere Sachen packen, ich nehme an Semir will nicht mit mir mitfahren. Dann muss er allerdings mit dem Zug oder was weiß ich fahren, das sehe ich absolut nicht ein“, murmelte er und warf das Taschentuch in irgendeine Ecke. Ihm war jetzt alles egal.
Susanne winkte leicht ab und machte sich auf den Weg die Taschen zu packen. So sah also ihr erster gemeinsamer Urlaub aus. Das hätte sie nie gedacht. Sie hatte es sich immer besser vorgestellt, glücklicher. Mehr Momente zu zweit, nicht dieser ganze Stress. Im Unterbewusstsein seufzte sie leise auf und stieß die Tür sanft auf. Als sie wieder aufblickte konnte sie Andrea entdecken. Die Freundin schnäuzte gerade in ein Taschentuch und rieb sich müde über die Augen. Das Ganze war auch nicht einfach so an ihr vorüber gegangen. In ihrer Hand hielt sie ihr Handy, sie hörte ihr Lieblingslied. In ihren Augen standen Tränen. „Weißt du, dann kann ich besser nachdenken. Es vielleicht auch verstehen“, hauchte sie leise und zog Susanne zu sich. Diese schluckte kurz und hörte sich den Text an.
Also ging ich diese Straße lang
Und diese Straße führte zu mir
Das Lied, was du am letzten Abend sangst
Spielte nun in mir
Noch ein paar Schritte und dann war ich da
Mit dem Schlüssel zu dieser Tür
Sachte hob sie ihren Kopf an und nahm Andreas Hand in ihre. „Die Jungs werden sich schon einkriegen, wann haben sie so etwas schon mal nicht getan?“ „Glaub mir Susanne, diesmal ist es anders. Ich habe ihn noch nie so erlebt, noch nie hat er so etwas über seinen Partner gesagt oder verlauten lassen. Das mit Ben ist jetzt etwas anderes“, flüsterte die andere leise und senkte wieder den Kopf.
Dieser Weg wird kein leichter sein
Dieser Weg wird steinig und schwer
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein
Doch das Leben bietet so viel mehr
„Wie geht es ihm?“. Sie atmete einmal tief ein und aus und schluckte kurz. „Beschissen wäre glaube ich das richtige Wort dafür. Anders kann man es nicht ausdrücken. Er gibt sich natürlich Vorwürfe, man kann es ihm nicht verwerfen Andrea. Ich weiß nicht…“, hauchte sie leise und versuchte nicht zu weinen. Es war eine schreckliche Stimmung die alle bedrückte. „… es ist gerade eine Freundschaft zerbrochen“, beendete die Freundin leise und richtete sich wieder auf. „Das Lied ist schön oder?“, sie wirkte leicht nachdenklich. Abwesend. Geistig nicht an diesem Ort.
Es war nur ein kleiner Augenblick
Einen Moment war ich nicht da
Danach ging ich einen kleinen Schritt
Und dann wurde es mir klar
Dieser Weg wird kein leichter sein
Dieser Weg wird steinig und schwer
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein
Doch das Leben bietet so viel mehr
„Ist es…“, bekräftigte Susanne noch einmal leise und erhob sich. Sie hielt es nicht mehr aus, solange einfach nur da zu sitzen. Sie wollte etwas tun, etwas unternehmen. Oder vielleicht auch sogar helfen. „Ben möchte, dass ich alles packe. Damit wir fahren können“, warf sie dann noch leise ein und zog sich einen der Koffer heran. Die Schwangere rührte sich nicht, saß mit versteinerter Miene immer noch auf dem Bett. Die Sekretärin seufzte leise, ließ den Koffer wieder fallen und kniete sich vor dieser. „Hat Semir noch irgendwas gesagt Andrea? Hat er dich verletzt?“ Es schien als würde sie gar nichts mehr sagen wollen. Die jüngere räusperte sich kurz und sah die aufkommenden Tränen bei der Frau. „Andrea, um Himmels Willen. Was hat er gesagt?“, forderte sie eindringlich und drückte beide ihrer Hände.
Manche treten dich,
Manche lieben dich,
Manche geben sich für dich auf,
manche segnen dich,
Setz dein Segel nicht, wenn der Wind das Meer aufbraust
Dieser Weg wird kein leichter sein
Dieser Weg wird steinig und schwer
Nicht mit vielen wirst du dir einig sein
Doch das Leben bietet so viel mehr
Jaaa, Semir bekommt sich schon wieder ein. Irgendwann (; Daraus wird aber erstmal nichts! DAnke!
„Er würde lieber Ben opfern, als uns. Er… er denkt, das Ben Schuld hat… weil die Gangster genau die gleichen sind die ihm an die Wäsche wollen. Genau deswegen will er Ben loswerden, weil er Angst um uns hat. Aber,…“, sie brach ab und verfiel in stummes Weinen. Susannes zerriss es fast das Herz sie so leiden zu sehen. Währenddessen spielte Andreas Handy bereits ein neues Lied ab. Es war allerdings von der gleichen Gruppe.
Hast du nur ein Wort zu sagen
Nur ein Gedanken dann
Lass es Liebe sein
Kannst du mir ein Bild beschreiben
Mit deinen Farben dann
lass es Liebe sein
Wenn du gehst
Wieder gehst
Schau mir nochmal ins Gesicht
Sags mir oder sag nicht
Dreh dich bitte nochmal um
Und ich sehs in deinem Blick
„Es wird bestimmt alles wieder gut Andrea. Warte nur ab“, murmelte Susanne leise und drückte ihre Freundin fest an sich. „Es wird alles wieder gut“. Die Blondine winkte nur leicht ab und griff nach ihrem Taschentuch. „Ich erkenn meinen Mann gar nicht mehr wieder Susanne. So habe ich ihn nicht kennen und lieben gelernt“, warf sie leise ein und atmete tief aus. Sie hätte ebenfalls nie gedacht dass dies auch ein Horrorurlaub werden würde. Was hätte sie alles dafür gegeben, wenn sie Zuhause geblieben wären. So hatten sich die beiden Männer in die Haare bekommen, die sonst eigentlich als beste Freunde galten. „Ich packe jetzt, soll ich für dich auch packen?“, sie nickte bloß. Was sollte sie auch dazu sagen? Ihr fehlten im Moment auch nur die Worte. Sie wusste nicht recht mit sich selbst anzufangen. „Semir fliegt jetzt Morgen oder Übermorgen in die Türkei. Kommt darauf an ob er noch ein Flugticket bekommt. Ich werde ihn nicht begleiten“, platzte es aus der älteren Freundin raus was Susanne nur als Nicken bestätigen konnte. Sie hätte nicht anders gehandelt. Im Hand um Drehen hatte sie die Koffer gepackt und übereingestalpet. „So, willst du nicht doch auf die Trauerfeier deines Schwiegervaters? Ich könnte es zumindest verstehen. Was wird denn deine Schwiegermutter dazu sagen?“ „Sie haben mich nur zu Hochzeit gesehen, dann nie mehr. Ich weiß nicht warum der Kontakt abgebrochen ist, ich fand es einfach nur Schade“.
Lass es Liebe sein
Lass es Liebe sein
Hast du nur noch einen Tag
Nur eine Nacht dann
lass es Liebe sein
Hast du nur noch eine Frage
Die ich nie zu Fragen mag dann
Lass es Liebe sein
Wenn du gehst
Wieder gehst
Es klopfte ganz leise und zart an der Tür. Ben steckte seinen Kopf kurz rein und lächelte sogar leicht als er die beiden Frauen da so sah. „Ich wette, ihr habt euch über mich unterhalten?“, er schloss die Tür und blickte auf die Koffer. Dankend nickte er Susanne bloß zu. „Wie kann man denn nicht über dich Reden?“, entgegnete Andrea nur und machte hastig die Musik an ihrem Handy aus. „Lass es ruhig an, ist ein schönes Lied zum Heulen. So ist dir gerade, richtig? Mir auch“, man wusste nie so recht wie man Ben nehmen sollte. Aber er hatte eine Art an sich, die jedem zu Gefallen schien. Andrea warf ihm noch ein rasches Lächeln zu, ließ die Musik aber endgültig aus. „Wir fahren jetzt, willst du mitkommen Andrea?“, fragte er leise und höflich. „Ich weiß nicht was Semir vor hat. Du kennst ihn Ben, wenn er so drauf ist, ist er unberechenbar!“, stieß sie leise auf und erhob sich langsam vom Bett. Traurig schüttelte er nur sachte mit dem Kopf und seufzte. „Ich wünschte ich hätte ihn gekannt, leider habe ich das aber nie getan. So einen Semir kenne ich überhaupt nicht, tut mir leid!“ Plötzlich hörte er ein lautes Schluchzen, es kam von Susanne. Seine Freundin hatte sich auf den Boden fallen gelassen und die Hände vors Gesicht geschlagen. Sie hatte stets die beiden beobachtet, sich über deren Freundschaft gefreut. In wenigen Schritten stand er bei der geliebten Frau und nahm diese in den Arm. Sanft legte er eine Hand auf ihre Schulter und drückte sie ganz fest. „Das wird sich schon wieder einrenken, glaub mir“, versuchte er irgendwas zu retten was eigentlich gar nicht mehr zu retten war. Die Sekretärin schüttelte leicht mit dem Kopf und richtete sich auf. „Nein Ben, es ist wirklich anders. Semir erkennt man gar nicht mehr! Merkst du dass den gar nicht?“ „Natürlich, das ist nicht er…aber was soll ich sagen?“ „Sag einfach nichts“, hauchte sie leise und seufzte.
In Hand um Drehen hatte Ben dann alle Sachen im Auto verstaut und ging langsam wieder zurück ins Auto. Er hätte immer noch weinen können, einfach so. Innerlich wehrte er sich jedoch dagegen, nein, er wollte vor Semir keine Schwäche zeigen. Sonst war er ja auch nicht so. Also warum sollte er es jetzt sein? Susanne und Andrea waren immer noch in der Küche, am aufräumen. Sie wollten es wenigstens ordentlich hinterlassen, anderes hätten sie erst gar nicht akzeptiert. Ben seufzte und lehnte sich locker an seinen Mercedes. Er bemerkte den Mann an der Haustür zunächst gar nicht. Semir hatte die Augen locker geschlossen und hielt sein Handy fest in der Hand. Was er damit bezwecken wollte? Er hatte doch keine Ahnung! Keine 5 Minuten standen Andrea und Susanne vor ihm. Die eine mit dem Schlüssel der Wohnung in der Hand, die andere mit einem fragenden Blick auf Semir. „Ben, bringst du uns zum Bahnhof? Ich habe das Gefühl das er nicht mit dir fahren möchte“, hauchte Andrea leise in sein Ohr und zuckte zurück als sie Semirs Stimme vernahm. „Andrea, weg von ihm! Er hat einen Menschen auf seinem Gewissen, einen unschuldigen Menschen! Ich verachte dich…“, stieß dieser laut aus und drehte sich um. Nein, mit so einem wollte er nichts mehr zu tun haben. Der junge Hauptkommissar fühlte sich als wenn er geschlagen worden wäre. Hatte sein Partner das wirklich gerade zu ihm gesagt? Rasch sah er zu Susanne, die ihren Blick gesenkt hatte und angestrengt nach unten sah. Andrea war blass geworden, ihre Haut wich einer Leiche. „Du Arschloch“, brüllte er laut aus und näherte sich mit langen Schritten Semir. Der ältere machte nichts, er stand einfach nur da. Ben zog ihn unsanft an der Schulter, drehte ihn zu sich herum. Bevor er irgendetwas sagen konnte, hatte er eine kleben. Semir hatte ihn wieder geschlagen, schon wieder. Er verstand diesen Mann und seine Lebensweise einfach nicht mehr. Ben merkte wie seine Augen feucht wurden, seine Hand abermals zu der Wange ging. „Lebe wohl“.
Dankeschön! Kann voll verstehen das ihr geschockt seit, aber glaubt mir...der größte Hammer kommt noch, aber ein Happy End..das verrat ich mal, wirds geben (;
Guten Freunden kann man meist Vertrauen
Und auf Vertrauen soll man bauen.
Auch wenn sich Freunde manchmal streiten,
soll keiner weiter darauf reiten.
Gute Freunde hat man für das ganze Leben,
das braucht man eben.
Semir schenkte ihm noch einmal einen giftigen Blick und schlug kurz richtig zu. Der junge Polizist konnte gar nicht so schnell reagieren. Keuchend fiel er rücklings auf den Boden und schloss entsetzt seine Augen. Hatte Semir ihn gerade wirklich geschlagen? Er hörte nur Andreas entsetzte Stimme und einen Ausruf von Semir. Dieser wich erschrocken zurück, zog seine Hand sofort weg und drehte sich um. Weg, er wollte nur noch weg von hier. Das hatte er nun doch nicht gewollt. Entsetzt lief er zu dem Dienstwagen seines Partners, stieg ein und ließ sich hinter dem Lenkrad nieder. Atmete tief ein und aus.
Etwas benommen sah Ben auf und blickte sofort in die Gesichter der beiden Frauen. Die eine entsetzt, die andere sauer. „Oh mein Gott“, stieß Susanne leicht entsetzt aus und kniete sich neben ihm. Er spürte wie etwas warmes sein Kinn herunter rann, sein Blut. Semir hatte ihn also tatsächlich blutig geschlagen. Sachte nahm Andrea seine Hände in ihre, drückte sie sanft. „Wie geht es dir?“, hörte er Susanne leise fragen und wandte den Kopf zu ihr. Sein Kopf dröhnte leicht, sein Vertrauen war endgültig zerbrochen. Sein Herz war wie ein Kartoffelsack, es fiel ihm schwer jetzt noch irgendetwas zu machen. Die Enttäuschung breitete sich mit aller Macht in ihm aus. Er fühlte sich wie ein Versager, obwohl er eigentlich nichts dafür konnte. Was war aus Semir und ihm nur geworden? Vor wenigen Tagen war alles gut gewesen. Sachte schüttelte er mit dem Kopf und wollte sich aufrichten. Andrea half ihm beim aufstehen, hielt ihn fest. „Ich will jetzt nach Hause… hat jemand ein Taschentuch für mich?“, fragte er leise und griff nach dem welches Susanne ihm hinhielt. Sanft tupfte er sich das Blut weg. „Wo ist Semir?“ „Er ist in deinem Wagen“ „Kannst…sagst du ihm bitte das ich ihn zum nächsten Bahnhof bringen werde, er dann aber zusehen soll?“, versuchte er leicht freundlich zu sagen und verkniff sich eine bitterböse Antwort. Andrea zuckte mit den Schultern und machte sich schweren Herzens auf dem Weg zu Semir.
Krampfhaft hielt er sich an dem Lenkrad fest. Irgendwas schien ihm die Füße vom Boden zu reißen. Alles was gerade passierte, schien nicht er zu sein. Er selbst konnte sein Handeln am wenigsten nach vollziehen. Er wusste nur, dass er dies tun musste. Sein Inneres schien ihn vollkommen zu kontrollieren, er handelte nicht mehr nach bestem Gewissen und Wissen. Nein, er handelte sofort und das nicht immer gut. Eigentlich fast gar nicht. Er schlug seinen Freund und Kollegen nieder, verhöhnte diesen sogar schon fast. Fragte die Chefin ob er versetzt werden könnte. Selbst Andrea, seine eigene Frau erkannte ihn nicht mehr. Ob es dann nicht wohl besser war, zu verschwinden? Er selbst konnte sich nicht ausstehen. Langsam aber sicher fing er sich an zu hassen, jegliche Versuche sich gegen diese Gefühlsausbrüche zu wehren schlugen fehl. War er etwa in dieser kurzen Zeit ein schlechter Mensch geworden? Einige Tränen bahnten sich den Weg über seine Wangen und tropften vereinzelt auf den Boden. Er lachte leicht auf, hätte man ihm gesagt dass er hier sitzen würde. Diesen hätte er für vollkommen verrückt erklärt. So merkte er auch fast nicht, dass Andrea leicht gegen die Fensterscheibe geklopft hatte. Seufzend öffnete er leicht das Fenster und richtete seinen Blick auf seine Frau. An ihrem Blick merkte er, wie sauer sie eigentlich auf ihn war. „Ben meint, ich solle dir sagen, dass er dich freundlicherweise noch zum nächsten Bahnhof fährt. Du solltest dann allerdings alleine klar kommen können. Er will dich nicht die ganze Fahrt ertragen und ich kann ihn da vollkommen verstehen. Sag mal, bist du jetzt vollkommen übergeschnappt?!“, fauchte sie und griff nach seinem Arm. Er senkte kurz seinen Blick und atmete tief ein und aus. „Ich werde verrückt Andrea, ich mache das alles nicht selber. Ich… eigentlich will ich das alles gar nicht, es ist als ob jemand von mir Besitz ergriffen hätte. Als…“, fing er leise an und fing dann bitterlich zu weinen an. Dass Ben sich ebenfalls dem Auto genähert hatte, merkte er der Ältere Kommissar gar nicht mehr.
Der jüngere von den beiden stellte sich neben Andrea und schluckte seine ganze Enttäuschung runter. Er wusste, jetzt wäre der falsche Augenblick dafür. Also ließ er es erst mal darauf beruhen. „Semir, komm…setz dich nach hinten“, murmelte Andrea leise und sorgte dafür das er wirklich hinten Platz nahm. Sie kannten ihren Mann, am liebsten hätte er sich jetzt in eine Ecke verkrochen. „Vielleicht sollte ich fahren, du zitterst ja total“, hörte er dann ganz nah an seinem Ohr jemanden sagen und er schauderte leicht. Ben drehte seinen Kopf leicht nach links und gab Susanne einen sanften Kuss. Sie hatte natürlich Recht, seine Hände zitterten total. Er wäre jetzt nicht in der Lage Auto zu fahren. Also stieg er kurzer Hand an der Beifahrerseite ein und machte es sich auf dessen Sitz bequem. Semir und Andrea waren hinten eingestiegen, es wurde kein Wort geredet.
Nach ca. 2 Stunden kamen sie in der Domhauptstadt an und sahen leicht erleichtert aus. Susanne hatte Semir wie verabredet am nächst größeren Bahnhof abgesetzt. Andrea hatten sie eben noch nach Hause gebracht und waren wie verabredet zur Past gefahren. Sie wollten endlich wieder ihren Dienst aufnehmen.
Hotte gähnte leise und hob seinen Kopf leicht an. War er doch tatsächlich über den Berichten eingeschlafen. Etwas ärgerlich über sich selber richtete er sich auf und streckte sich kurz. Von Dieter war weit und breit nichts zu sein. Wäre ja auch schön gewesen. Er hatte noch bis spät in die Nacht an dem Fall von Semirs Vater gesessen. Dieser Fall hatte Ähnlichkeiten mit denen von Semir und Ben. Aber ganz Ausschließen konnte er es noch nicht. Vielleicht war es ja auch nur reiner Zufall? Glauben daran tat er allerdings nicht. Wieso auch? Vielleicht wollten sie so an Ben herankommen? Er wusste es noch nicht und war froh bald den Fall an Ben und Semir abgeben zu können. Diese Sachen tat er ja äußerst ungern. Seufzend schlug er die Akte auf und sah auf den neuerlichen Vermerk den wohl die Chefin vorgenommen hatte.
C – A45678990.45 – Mord an A. Gerkahn Ermittelnde Kriminalbeamte: 17.04.2010 – 23.04.2010 - > D. Bonrath und H. Herzberger
Ab dem 23.04.2010 Kriminalhauptkommissar B. Jäger
Ab dem 01.05.2010 mit Kriminaloberkommissar S. Hilbert Die Kollegen Bonrath und Herzberger werden daraufhin gewiesen den Kollegen Jäger jede Kleinigkeit mitzuteilen.
01.05.2010 wird Kriminalhauptkommissar S. Gerkahn an der Seite von Herrn Jäger ermitteln. Allerdings wechselt Herr Gerkahn daraufhin die Dienststelle. Da er der Sohn des Opfers ist, bitte ich möglichst wenige Informationen an ihn weiter zu geben. Herr Jäger wird sich darum kümmern, wenn er aus dem Urlaub wieder da ist.
18.04.2010 – Anruf seitens Herr Gerkahn
Herr Gerkahn wünscht die Zusammenarbeit mit Herrn Jäger aufzuheben, da es zwischen den beiden zu Differenzen kam.
20.04.2010 – Anruf seitens Herr Hilbert
Herr Hilbert bewirbt sich bei der Autobahnpolizei als Kriminaloberkommissar. Hat vorher bei der Polizei in der Schweiz gearbeitet. Zeugnis liegt bei. Da Herr Gerkahn die Dienststelle verlässt, wird Herr Hilbert als neuer Partner von Herrn Jäger eingesetzt. Diesem ist zu folgen.
Dieter schluckte kurz und richtete sich vollends auf. Was war bloß im Urlaub passiert? Das konnte doch nicht wahr sein! Ben und Semir ermittelten nicht mal mehr zusammen? Die paar Tage, die Würde der Junge wohl in der Türkei verbringen. Das konnte ja nicht wahr sein. Den Hilbert würde er allerdings sehr unter die Lupe nehmen, irgendwas sagte ihm, das der Typ Dreck am Stecken hatte.
Dankeschön! Nein, kommt bloss nicht auf die Idee das zu verfilmen... ._. xD
Kurz nachdem Ben das Büro betreten hatte, drehten sich alle zu ihm um. Natürlich, sie mussten erfahren haben was passiert war. Er senkte leicht den Kopf und versuchte so schnell wie möglich in sein Büro zu kommen. Es war schon fast eine Schmach für ihn, es war peinlich so gedemütigt worden zu sein. Kurz vor seinem Zimmer blieb er stehen. „Mein Büro“, hauchte er leise und griff kurz an das Namensschild.
B. Jäger und S. Gerkahn – KHK.
Seufzend schüttelte er kurz mit dem Kopf und drückte die Klinke herunter. Der junge Hauptkommissar staunte nicht schlecht als er Dieter und Hotte schlafend vorfand. Es sah schon fast zum schießen aus. Hotte hatte die Füße auf Semirs Schreibtisch gelegt und sich es in dessen Bürostuhl bequem gemacht, Dieter hockte auf seinem Bürostuhl, der Kopf lag auf dem Tisch. Beide waren tief und fest am schlafen. Zögernd blieb er noch an der Tür stehen, klopfte dann allerdings laut an die Tür um damit sein kommen anzukündigen. Beide Kommissare schreckten hoch und sahen ihn verständnislos an. „Oh Ben, gut das du da bist. Wo ist Semir?“, fragte Dieter sofort nach und erhob sich. Hastig griff er nach dem Bericht und drückte es dem jungen Kommissar in die Hand. Ben fühlte sich leicht überrumpelt und bedankte sich knapp. „Semir ist noch auf dem Weg nach Köln. Er wird seine Sachen packen und bis zum 01.05 in der Türkei verweilen. Dann wird er zu einer anderen Dienststelle wechseln“, bemühte er betont locker zu sagen. Für einen Moment wurde es still und keiner sagte irgendwas. Das Fenster stand weit offen und ließ die letzten Sonnenstrahlen ins Zimmer rein. Die gute Stimmung die dank des Wetters draußen herrschte kam bei den dreien nicht im Geringsten an. Ben wurde leicht weiß und setzte sich schnell neben Dieter. So ganz fit war er wohl noch nicht, der Schlag hatte ihn leicht neben die Spur gebracht. Als er kurz nach draußen sah, bemerkte er wie Susanne ins Büro der Chefin ging und ihm ein kurzes Lächeln schenkte. Matt hob er kurz seine Hand und konnte wieder in zwei entsetzte Gesichter sehen. „Jungs, ich bleibe euch doch erhalten“, ein Versuch war aus auf jeden Fall Wert die Situation aufzuheitern.
Kim Krüger lehnte sich leicht zurück als sie Susanne gegenüber saß und seufzte. Nach langem Zureden hatte sie von Hotte und Dieter erfahren dass sich etwas zwischen ihr und Jäger entwickelt hatte. Eigentlich hatte sie das voraussehen müssen. Immerhin war sie ja nicht ganz blind, zumindest nicht so wie ihre Mitarbeiter es oft vermuteten. „Susanne. Sie wissen an welchem Fall Bonrath und Herzberger gerade arbeiten?“, fing sie vorsichtig an und merkte wie die andere leicht zusammen zuckte. Ein leichtes Nicken kam von ihr nur als Zustimmung. „Dann wissen sie auch, dass Herr Gerkahn und Herr Jäger die Zusammenarbeit im einseitigen Vernehmen gekündigt haben?“ Ein kurzes Blitzen trat in die Augen der anderen, schließlich nickte diese. „Gut, ich werde Herr Gerkahn dazu überreden nicht die Dienststelle zu wechseln, schließlich wäre dies ein herber Verlust. Allerdings habe ich auch gute Kontakte zu den Nachbarbezirken und werde ihn garantiert nicht weit weg versetzen lassen. Vielleicht überlegt es sich Herr Gerkahn ja noch einmal. Dann möchte ich sie darum noch einmal bitten Herrn Jäger komplett zu unterstützen, ab dem 01.05 wird Oberkommissar Sven Hilbert als neuer Partner für ihn eingesetzt. Ich bitte Sie, ihn genauso zu schätzen wie sie es mit seinem Vorgänger getan haben“.
Christian schnaufte leise als er Sven gegenüber stand. Sein Mitarbeiter hatte sich bei der Autobahnpolizei beworben. „Glaub mir doch, es ist mir keiner auf die Schliche gekommen!“, begehrte er leicht auf und verschränkte die Arme. „Schön und gut, die werden es dir aber anmerken! Wie konnte ich nur dich Vollidiot auf die Sache anschicken! Echt unglaublich…“, hauchte er leise und nahm einen Kugelschreiber in die Hand. Er musste sich jetzt abregen, nur wusste er noch nicht wie. „Okay gut, die Papiere hast du Morgen in der Hand. Aber ich sag dir ein Wort, lass dir von Peter sagen wie es da abgeht. Schließlich war der Mal Bulle… nur damit du die Theorie weißt! Lass dich aber zu nichts überreden, was du nicht willst…klar?!“, fauchte er leise und warf den Kugelschreiber aus dem Fenster. Hilbert nickte kurz und zeigte sein diebisches Lächeln. „Alles klar Chef, wäre ja gelacht wenn ich das nicht hinbekommen würde. Oder?“, sprach und ging Schnurstraks aus dem Büro hinaus. Christian seufzte leise und ließ sich wieder auf seinem Bürostuhl nieder. Er brauchte Informationen: wann, wie, wo, was Jäger machte. Er wollte alles über diesen Typen herausfinden! Koste es ihm was er wollte. Allerdings wollte er nur eines: seine Susanne wieder in die Arme schließen können. Er erschrak kurz als er seine Gedanken wieder ordnete: sein Telefon klingelte. Brummelnd griff er nach dem Hörer. „Ja?“ „Berger, Christian du wolltest doch etwas über Jäger wissen oder?“ „Da fragt du noch?“, fauchte er zurück und umklammerte den Hörer fest. Sein Gesprächspartner stieß einen kurzen Pfiff aus und atmete tief durch. „Der Typ ist mit deiner Susanne zusammen. Ob du es glauben willst, oder nicht ist dir überlassen. Ich sage dir nur eines, der sitzt gerade in seinem Büro und wird von zwei seiner Kollegen umzingelt. Deine Kleine ist in dem Büro der Krüger. Was du aus diesen Informationen tust, mir egal. Aber lass mich aus dem Spiel“, zischte dieser zurück und beendete das Gespräch. Für einen kurzen Moment schloss er seine Augen und schmiss regelrecht den Hörer zurück auf das Gerät. Er hätte es ahnen müssen, nein er hatte es bereits geahnt. Seit Wochen hatten die beiden sich ja angeschmachtet, aber anscheinend hatten sie es sich jetzt erst eingestanden. Egal, er wollte wissen was die beiden in ihrem Urlaub gemacht hatten. Bernd hatte sich noch nicht zurück gemeldet, also hieß das nichts Gutes. Wütend griff er wieder nach dem Hörer und wählte dessen Nummer. „Werner?“, kam es müde zurück und er seufzte resigniert. „Ja?“ „Was haben die beiden im Urlaub getrieben?“ „Ganz ruhig Christian, ich hätte mich schon gemeldet“ „Ja, irgendwann. Also sag schon“. Es entstand eine kurze Pause zwischen den beiden während der andere irgendwas in seinen Unterlagen zu suchen schien. „Also…“, sein Gesprächspartner blätterte durch ein paar Ordner und fing dann langsam an zu erzählen. „Du weißt ja, dass ich erst später dazu gekommen bin wegen Reifenschaden. Okay, gut. Du weißt ja das die beiden fast einen Quikie hatten beim Geburtstag der Kleinen, den haben sie jetzt so gut es geht nachgeholt. Irgendwann sind die beiden ins Badezimmer gegangen und eine Weile nicht mehr daraus gekommen. Ich kann nur vermuten was die da gemacht haben, aber bestimmt nicht Zähne geputzt und mit dem gelben Quitscheäntchen gespielt. Auf jeden Fall, sah dein guter Jäger reichlich krank aus, so dass der sich es auf dem Sofa bequem gemacht hat. Die beiden haben ein wenig rumgeknutscht und sich befummelt, also so halt was Verliebte tun. Mehr war da eigentlich nicht von der Seite aus“, beendete Bernd seinen kurzen Aufsatz und schloss hörbar seine Akten. Also doch, er hatte es sich gedacht. „Behalte die beiden im Auge. Ich will alles wissen…“ „Ach noch was,… die beiden Kerle hatten wohl offenbar ziemlich Stress“ „Das Stimmt, aber war ja auch irgendwie einfach seinen Vater aus dem Weg zu schaffen. Schon fast richtig traurig, der Arme hat uns noch angewinselt seinem Sohn und dessen Familie nichts zu tun. Lieber wollte er sterben,… tja. Er hatte es nicht anders gewollt. Also haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, der Türke fliegt jetzt dahin und ist erst mal aus dem Verkehr geschafft. Unser größtes Problem beiseite, was kann uns besseres passieren?“‘ „Hast du den ermordet?“ „Wo denkst du hin! Meinst du ich mach mir meine Finger schmutzig“, motzte er leise und lehnte sich genüsslich zurück. „Jetzt ist erst mal Jäger dran, ja und dann, meine liebe Susanne. Bis sie es einsieht das sie eigentlich zu mir gehört. Aber, ich werde lange warten… sehr lange. Bis… die beiden eine kleine Familie aufbauen…wenn sie erst Schwanger ist… ja dann, dann können wir anfangen…“, grinste er schelmisch und beendete das Gespräch abrupt.
Ich lass mich ja jetzt nicht entmutigen (; dafür haben ja auch einige Tom getroffen! (oder?) Frühe Teile, waren gewünscht. Also gibt es frühe :D
Die Dürre hatte in den letzten Wochen leicht nachgelassen, die Menschen trauten sich wieder auf die Straßen. Allgemein sah man den Leuten die Erleichterung an, sie wirkten fröhlicher und sogleich aufgeschlossener. Die Biergärten waren wieder proppenvoll, die Brunnen hatten wieder Wasser und der Getränkevorrat war nicht mehr so ganz so knapp. Fast waren diese schon wieder ausverkauft, wurden aber sogleich nachbestellt. Die Firmen kamen einfach mit dem produzieren nicht mehr hinterher. Gestresste Firmenarbeiter sahen der Arbeit wieder gelassener entgegen: es war nicht mehr so verdammt warm! Es herrschte eine angenehme Temperatur am Arbeitsplatz und allgemein war es erholend kühler geworden. Die Ventilatoren wurden wieder in die letzten Ecken verfrachtet, die Fenster standen auf Kippe und auch das Allgemeinbefinden besserte sich wieder. Manchen Menschen war es schon wieder zu kalt, andere fanden es passend, andere immer noch zu warm. Generell konnte man Zufriedenheit auf breiter Seite feststellen.
So auch bei der Autobahnpolizei. Die Ruhe war teilweise wieder eingekehrt. Es war mittlerweile Mitte Mai und auch hier war es erholend kühler geworden. Dies galt ebenfalls für das Klima welches sich seit Semirs Weggang eher verschlechtert hatte. Keiner konnte mit dessen Nachfolger richtig warm werden. Bens Laune war manchmal auf dem Tiefpunkt, dann ging es erst mal wieder. Er selbst fühlte sich richtig niedergeschlagen, so ganz genau konnte er es selbst nicht beschreiben. Sein neuer Partner war ihm suspekt, viel hatte er von diesem nicht erfahren. Genau das verunsicherte ihn. Sonst hatte er meistens gewusst ob der Kollege wenigstens verheiratet war. Bei dem wusste er gar nichts. Außer seinen Namen natürlich: Sven Hilbert. Das war aber auch wieder alles. Der Kriminalhauptkommissar hatte mit der Krüger gesprochen und von ihr auch nichts Zufriedenstellendes erfahren können. Immer wenn er jetzt sein Büro betrat, musste er auf das Schild sehen. Und meistens beschlich ihn ein ungutes Gefühl, eine Gefahr die auf ihn zu brauste. Eine Gefahr, die er nicht richtig definieren konnte.
B. Jäger Kriminalhauptkommissar
S. Hilbert Kriminaloberkommissar
Nicht das er jetzt auch noch der ‚Chef‘ von diesem Typen war, er selbst konnte auch nicht mit ihm warm werden. Versucht hatte er es zumindest, das konnte er sich nicht vorwerfen lassen. Mehr aber auch nicht. Immer öfter saß er mit Dieter oder Hotte zusammen und ließ seinen Partner dabei völlig links liegen. Hilbert saß dann die ganze Zeit in ihrem Büro und brütete angeblich über ihren aktuellen Fall. So ganz glauben mochte er das noch nicht, aber was sollte er tun? Er war froh, wenn irgendjemand es übernahm. Auch wenn es dieser Typ war. Zumindest wusste er von Hotte und Dieter dass sie den neuen Kollegen mit Vorsicht behandelten, es war etwas an ihm das sie misstrauisch werden ließ. Sachte lehnte er sich auf einem Stuhl im Großraumbüro nieder und blickte die beiden uniformierten Kollegen an. „Habt ihr etwas von Semir gehört?“, fragte er leise und seufzte. Er hatte nur gehört, das Semir, nachdem er wieder gekommen war, seine Stelle bei der Autobahnpolizei in Bonn angetreten hatte. Ganz weit weg war es nicht. Allerdings hatte er seit dem auch keinen Kontakt mehr zu Andrea gehabt, er schien es ihr zu verbieten. Wenn er mal anrief, schaltete sich immer nur die Mailbox ein. „Es scheint ihm ganz gut dahinten zu gehen“, murmelte Hotte leise und lehnte sich vor. „Ich habe gestern noch mit Andrea gesprochen, sie glaubt nicht dass es ihm gut geht. Mit den Kollegen versteht er sich wohl ganz gut, aber glücklich? Nein das ist er nicht“. Der jüngere nickte nur und seufzte. Wäre ja auch zu schön gewesen etwas anderes, positiveres zu hören. Zumindest kam Semir mit seinen Kollegen gut klar, er hatte hier einen Eis klotz der besten Art sitzen. „Willst du nicht mal nach deinem Untertan sehen?“, witzelte Dieter leicht und bekam einen leichten Schlag in den Nacken von Ben. „Der Typ ist 2 Jahre älter als ich, normalerweise müsste der mein Chef sein. Aber eh, so rum ist es mir weitaus lieber!“, sprach er kurz aus und schwang sich aus seinem Stuhl. Die Arbeitstage waren seitdem Semir weg war, so unbequem lang. Die Zeit schien einfach nicht zu vergehen, wie oft er schon auf seine Uhr gesehen hatte. 20.000 mal? Es war nur geschätzt, bestimmt übertraf er diesen aber noch. Bevor er sein Büro betrat, atmete er noch einmal tief ein und aus. Dann erst fühlte er sich in der Lage, überhaupt Hilbert gegenüber zu stehen. „Sven, haben Sie schon etwas Brauchbares gefunden?“ „Also der Kerl hat kein Dreck am Stecken, der ist Astrein. Fingerabdrücke konnten nur teilweise am Autowrack gesichert werden, reichen aber nicht für eine hundertprozentige Bestimmung. Ansonsten haben sie noch dieses Teil hier gefunden“, er hielt einen Schlüsselbund hoch und reichte es rüber. „Sonderbar, eine Wohnung im Bonner Bezirk“, murmelte er dann nur noch und klappte die Akte zu. „Ich finde, wir sollten uns mal die Sache ansehen“, setzte er mit Nachdruck hinzu und erhob sich schon mal. Ben schluckte nur kurz und sah sich den Schlüsselbund genauer an. Eigentlich nichts brauchbares, aber immerhin. Sie hatten das Schlüsselbund, mehr gab es im Moment nicht für sie. „Moment Freundchen, wir können nicht einfach in den Bonner Bezirk fahren. Immerhin sind dafür die Kollegen zuständig“, mahnte er noch einmal und erhob sich wieder. Er wollte und musste jetzt unbedingt mit der Chefin reden. „Warte hier“, setzte er noch hinzu und ließ seinen Kollegen verdutzt stehen.
Im Hand um Drehen stand er vor der Chefin und setzte sie darüber in Kenntnis. Diese trug wieder einen Rock der ihr bis zum Knie ging und ein kurzes weißes Shirt. Er musste zugeben dass es ihr stand und ihre Figur zusätzlich betonte. Ihr Schreibtisch war wie immer aufgeräumt, nur vereinzelt lagen Akten auf den Tisch. Diese ebenfalls aber geordnet und gestapelt. Der Papierkorb allerdings war sehr voll und hätte schon längst geleert sein müssen. Damit ließ sie sich wie üblich Zeit. Die Fenster waren wie in den letzten Tagen üblich auf Kippe gestellt und ließen die frische Luft ins Zimmer rein. Er war schon fast dankbar für so ein schönes Wetter. „Okay, Jäger. Ich setze die Bonner Kollegen in Kenntnis und geben Ihnen so schnell wie möglich Bescheid. Machen sie so lange Pause, es kann sich nur um höchsten 10 Minuten handeln“, erwiderte diese nur leise und griff bereits nach dem Hörer. Er nickte nur leicht, nahm den Schlüsselbund in der Plastiktüte wieder in seine Hand und verschwand aus ihrem Büro. Er hasste es immer noch vor ihr zu stehen wie ein kleiner, dummer Schuljunge. So kam er sich immer noch nach 2 Jahren vor. Vor zwei Jahren war er allerdings als Partner von Semir gestartet und hatte eigentlich gehofft länger mit diesem Zusammen arbeiten zu können. Dies war ihnen allerdings nicht gegönnt gewesen.
Seufzend trat er aus dem Büro und blickte in Susannes braune Augen. Diese lächelte ihm zu und zwinkerte leicht. Entwaffnet ging er langsam auf seine Freundin zu und legte das Beweismaterial kurz auf ihren Schreibtisch. Dieser war von Ordnern und Zetteln fast überfüllt. Dennoch behielt sie den Überblick und konnte schnell, gute Ergebnisse abliefern. „Was macht die Arbeit?“, fragte sie leise und ließ kurz von ihrem geschriebenen Text ab. Ben lächelte leise und hockte sich vor ihr hin, drehte sie leicht zu sich um. „Beschwerend, jetzt müssen wir vielleicht in den Bonner Raum. Da kann es natürlich passieren, dass ich ausgerechnet Semir über den Weg laufe, was ich aber nicht glaube“, gab er leise zurück und drückte ihr einen schnellen Kuss auf die Lippen. „Wird schon nicht so schlimm werden, was wäre so schlimm daran ihn wieder zu sehen?“ „So genau kann ich dir das nicht sagen“. Er zuckte leicht mit den Schultern und strich ihr kurz über die Wange. Er genoss die kurze Zweisamkeit mit ihr vollkommen. Als er kurz in seine Gedanken verfiel, merkte er wie sie ihn sanft küsste und legte seine Arme um seine Freundin. Eigentlich wussten die Kollegen immer noch nichts von ihnen, aber jetzt sollte es ihnen egal sein. Selbst Semir, der es ja eigentlich hatte wissen wollen, wusste nichts davon. Zur Zeit war er wirklich froh darüber. „Du weißt aber schon, das uns die Kollegen beobachten oder Susanne?“, hauchte er leise in Ohr und knabberte kurz daran. „Mir doch egal, lass dir doch eine Ausrede einfallen“, entgegnete diese nur und drückte ihm noch einen kurzen, knappen Kuss auf den Mund. Ein kurzes Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab, während er sich wieder erhob und sich zum Büro der Chefin umdrehte. Noch nichts, es sah immer noch so aus, als ob sie telefonieren würde. „Ben, hast du uns etwas zu erzählen?“, hörte er dicht bei seinem Ohr und ein leichtes Lächeln schlich sich auf seine Lippen. „Ich wüsste nichts was ich euch zu erzählen hätte“ „Was war das denn gerade mit Susanne?“ „Das? Ach so, darf man seine eigene Schwester nicht mal küssen?“, zischte er leise und zwinkerte Dieter, der hinter Hotte stand, zu. Der musste sich ein Lachen verkneifen und drehte sich abrupt um, damit Hotte nichts davon sah. Ben selbst tätschelte Hotte kurz und ging ohne anzuklopfen in das Büro der Chefin. „Können sie nicht anklopfen?“, fauchte diese leise und legte just den Telefonhörer zurück. „Entschuldigung, achte beim nächsten Mal darauf“. Sie schüttelte kurz mit dem Kopf und fuhr sich leicht durchs Haar. „Die Kollegen sind bereit uns ihren Raum zur Verfügung zu stellen, allerdings mit einer Bedingung: Sie ermitteln zusammen!“ Der junge Hauptkommissar schluckte leicht, sagte aber kein Wort. „An dem Fall sollen Herr Flaus und Herr Gerkahn arbeiten“, setzte sie noch hinzu und bewirkte damit ein Inneres Gefühlschaos in Ben.
Semir seufzte leise als er von seinem Fall aufblickte, sein Partner tat es ihm gleich. „Schon Scheiße“, fauchte der andere leise und bewirkte das Semir leicht lachen musste. „Na, na. Komm, so blöd ist der Fall aber auch nicht“, gab er nur zurück und bekam ein Schulterzucken als Antwort. Als jemand an der Tür klopfte sah er auf und bat den Störenfried herein. „Ja? Ach so Petra, du bist es“, lächelte er leise und legte seinen Bericht auf den Schreibtisch. Petra war die Bürokraft der Bonner Autobahnpolizei. Auch sie arbeitete schon seit Jahren hier und kannte den Betrieb in und Auswendig. Heute trug sie eine eng anliegende Jeanshose und eine blasse Bluse. Trotz der Farben, stand es ihr fantastisch. „Semir, Christian. Ihr könnt den alten Fall an Schmitz und Reuter abgeben. Der Chef möchte, das ihr helft einen Mord aufzuklären“ „Ah, um wen handelt es sich denn?“, lächelte Semir leicht und schloss die offene Akte auf seinem Tisch. Er war wild darauf mal wieder rausfahren zu dürfen. „Noch nicht Identifizierbare männliche Leiche. Der Chef möchte euch deswegen sprechen“, gab sie nur vage bekannt und zog sich schnell wieder zurück. Christian warf einen kurzen Blick zu Semir und erhob sich schwungvoll. „Klingt besser als der Mist hier“, warf er nur als Antwort rein. Semir konnte ihm nur zu stimmen.
Keine Sekunde später standen sie vor ihrem Chef. Richard Kroll. Dieser saß an seinem Schreibtisch, hatte die Hände ineinander gefaltet und dachte angestrengt nach. „Hier sind wir Chef“, verlautete Christian leise und sie setzten sich in den vor ihnen stehenden Stühle. „Jungs, es ist so. Die Kollegen haben uns um Hilfe gebeten: männliche Leiche, ca. 30 Jahre alt, braune Haare, eher sportlich“, gab er leise bekannt. Semir wurde leicht weiß im Gesicht und schüttelte den Kopf. Das war doch nicht? Das konnte doch nicht sein. Leise räusperte er sich und hoffte Kroll würde bald weitersprechen. „Welche Kollegen den?“, wollte Christian leise wissen und lehnte sich sachte zurück. Er hoffte nur nicht, dass es die Düsseldorfer Kollegen waren. Die waren ihm äußerst unsympathisch. „Oberrätin Krüger von der Autobahnpolizei Köln hat mich eben informiert“. Das saß. Semir wurde leicht unruhig, seine alte Chefin? Die hatte doch nie in Bonn angerufen und Hilfe angefordert? War die Männliche Leiche also doch Ben? Er kniff leicht die Augen zusammen und faltete seine Hände ebenfalls. Er würde sogar für ihn beten, er wollte nur wissen dass Ben noch lebte. Mehr wollte er nicht. „Kriminaloberkommissar Hilbert und Kriminalhauptkommissar Jäger werden mit ihnen zusammen arbeiten“. Er fühlte sich wie ins Gesicht geschlagen. Einerseits war er froh, dass sein Partner noch lebte. Andererseits konnte er sich einer Zusammenarbeit mit ihm noch nicht vorstellen. Er hatte sich zwar weitgehend beruhigt, aber das Vertrauen war so oder so zerstört. Was hatte er also noch zu verlieren? „Da Herr Gerkahn noch ziemlich neu ist, werde ich Ihnen Herr Flaus die Verantwortung zusprechen. Das gleiche wird natürlich Herr Jäger für Herrn Hilbert machen. Ich hoffe das ist für sie in Ordnung Herr Gerkahn?“, er seufzte leise und brachte ein kurzes, knappes „Ja“, hervor. Zu mehr war er nicht in der Lage.
Dankeschön!
Am Abend desselben Tages saßen Susanne und Ben noch zusammen. Die junge Frau hatte es sich auf Bens Sofa leicht bequem gemacht und eine Decke über sich gezogen. Der Hauptkommissar schnaufte leise und nippte leicht an seinem Rotweinglas. „Morgen fahren Hilbert und ich nach Bonn, ich bin ehrlich gespannt“, murmelte er leise und stellte sein Glas wieder ab. Seine Freundin lächelte nur leicht und zog ihn zu sich herunter. Er sprach in letzter Zeit immer nur noch über die Arbeit. Irgendwann zerbrach er sich noch den Kopf daran. „Du hast bestimmt wieder Kopfschmerzen“, murmelte sie leise und richtete sich leicht auf, drehte seinen Rücken zu sich und fing an ihn sanft zu massieren. Sie konnte deutlich sehen wie er eine Gänsehaut bekam und wertete es als gutes Zeichen. Endlich konnte er sich mal wieder richtig entspannen. „Denk jetzt einfach nicht darüber nach“, hauchte sie ihm leise ins Ohr und fuhr sanft über seine Schultern. Ihr Freund stöhnte kurz auf und drehte sich zu ihr um. „Es wird Zeit, dass wir dich mal verwöhnen“, murmelte er leise und legte die Arme um ihren Nacken um sie sanft zu küssen. Die Frau ließ ihren Freund völlig gewähren und musste lächeln.
It's complicated
It always is
That’s just the way it goes
Feels like I waited so long for this
I wonder if it shows
Sanft fuhr sie mit ihren Händen durch seine Haare und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Was ist?“ „Du siehst soo knuffig aus, so wie ein süßer kleiner Hund!“, warf sie ein und bereute ihre Worte sofort. Der Hauptkommissar fing sie an auf brutalster Weise zu kitzeln. „Du Schuft, du elender!“, rief sie laut aus und versuchte irgendwie seine Hände fest zu halten. „Du willst dass ich aufhöre?“, grinste er mit einem schiefen Lächeln und beugte sich über sie. „Irgendwie schon“ „Überzeug mich“. Das ließ sich die Sekretärin nicht zweimal sagen und zog ihn schließlich zu sich runter. Kurz sah sie ihm in die Augen, legte dann aber ihre Lippen auf seine und küsste ihn zärtlich. Sie liebte diesen Mann, er war jetzt schon zu einer Droge von ihr geworden. Sie wusste, auf ihn konnte sie sich immer verlassen. „Ich liebe dich“, hauchte er leise und bekam einen langen intensiven Kuss. „Herr Gott, wir benehmen uns wie zwei verliebte Teenager“, grinste sie leicht und küsste ihn immer wieder zwischendurch. Bens Grinsen wurde immer breiter, er zuckte mit den Schultern. „Sind wir es denn nicht?“, schelmisch streckte er sich kurz und wurde wieder von ihr ‚gefangen‘ genommen.
Head under water
Now I can't breathe
It never felt so good
'Cause I can feel it coming over me
I wouldn't stop it if i could
„Von mir aus immer“, gab sie nur leise zurück und ließ ihre Hände unter seinem Shirt verschwinden. An seinem erschrocken Ausdruck merkte sie, das sie nicht ganz so warm war, wie er gehofft hatte. „Schatz, warum bist du so kalt?“, murmelte er leise und hielt ihre Hände sanft fest. „Damit ich dich einfrieren kann, dann kommst du in den Kühlschrank und ich habe immer etwas von dir“, gab sie leise zurück und schüttelte seine Hände leicht ab. Langsam fuhr sie seine Muskeln ab und zog ihm das Shirt aus. „So“, grinste sie und ließ sich zurück fallen. „Herr Jäger, woher kommt eigentlich ihr Name?“ Ben zog leicht die Stirn kraus, verzog seinen Mund zu einem teuflischen Grinsen und beugte sich wieder über sie. „Damit ich jagen kann“ „Dann fangen sie an“, hauchte sie leise und spürte schon seinen warmen Atem in ihren Nacken. Sanft verteilte er Küsse in ihren Nacken und verursachte eine Gänsehaut bei ihr.
Give me a reason
I gotta know
Do you feel it too?
Can't you see me here on overload
And this time I blame you
Hmm
Looking out for you to hold my hand
It feels like I could fall
Now love me right, like I know you can
We could lose it all
Nach einer kurzen Zeit lagen Rock, Bluse, Shirt samt Jeanshose zerstreut auf dem Boden. Die Decke die, der wärme gedient hatte, lag auf dem Boden. Susanne grinste leicht und schlang ihre Arme um seinen Nacken. „Wollen wir nicht ins Bett gehen?“, hauchte er leise und bekam nur einen Kuss als Antwort. Langsam stand er auf und nahm sie hoch. Wenig später waren sie im Schlafzimmer verschwunden. Die Tür wurde geschlossen, obwohl man wusste dass niemand in der Wohnung war. Sanft ließ Ben seine Geliebte Freundin auf dem Bett nieder und legte sich neben sie. Ihre Hände lagen auf seinem Rücken und fuhren ihn auf und ab. Er lächelte leicht und küsste sie. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die restlichen Klamotten ihren Platz auf den Boden fanden.
Am nächsten Morgen kitzelten die ersten Sonnenstrahlen Bens Gesicht. Er kniff seine Augen leicht zusammen und drehte sich auf die Seite. Auf keinen Fall wollte er jetzt schon aus seinen Träumen gerissen werden, es war ihm einfach noch zu früh! Als er jedoch kurz seine Augen aufmachte, bemerkte er, wie Susanne ihn beobachtete und anlächelte. „Guten Morgen Süße“, hauchte er leise und gab ihr einen langen Kuss. Er schlang seine Arme um ihre Taille, zog sie nah zu sich. „Gut geschlafen?“ „Wie ein Murmeltier“, beantwortete sie leise und gab ihm noch einmal einen Kuss. „Wir müssen aufstehen, es ist eh schon zu spät!“, sprach sie und befreite sich aus seiner Umarmung. Als sie sich kurz umdrehte, bemerkte sie Bens schmollenden Blick. „Komm du kleines schmollendes Kind“, meinte sie lachend und suchte sich ihre Kleidung zusammen. Diese streifte sie sich über und ging kurz ans Bett zurück. Sie nahm sein Gesicht in beide Hände und gab ihm einen dicken Kuss auf den Mund. „Wieder gut?“ „Noch ein Kuss“, bettelte er leise und zog sie zu sich runter. „Okay, noch einen“, meinte sie leise und erfüllte ihm seinen Wunsch. Währenddessen fing sein Handy an zu klingeln. Ben jedoch, wollte es eigentlich vollkommen ignorieren. „Schatz, dein Handy!“, ermahnte sie leise und löste sich sanft von ihm. Der Polizist seufzte leise, suchte nach seinem Mobiltelefon und nahm den Anruf an. „Jäger?“ „Andrea hier,…Ben.“ Sofort war er hellwach und setzte sich auf. „Was ist los Andrea?“, Susanne setzte sich zu ihm und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Es geht los und ich kann Semir nicht erreichen. Ist Susanne bei dir?“ „Ja, ist sie! Andrea, rühr dich nicht vom Fleck. Wir holen dich ab und bringen dich ins Krankenhaus! Hast du die Tasche schon gepackt?“ „Für wen hältst du mich?“ „Für ein Schatz! Sind sofort da“, hauchte er noch leise und stieg hastig aus dem Bett. „Andreas Kind kommt und Semir ist einfach nicht erreichbar“, sagte er hastig und suchte ebenfalls nach seinen Klamotten. Er streifte sich schnell ein Hemd und eine Jeans über und griff bereits nach seinem Autoschlüssel. „Kommen sie Liebste“, meinte er lachend und zog sie mit der Hand an sich. „Es handelt sich um einen wichtigen Polizeieinsatz, sie haben die Ehre Exklusiv dabei zu sein!“ „Blödmann!“, grinste sie und folgte ihm nach draußen.
Sooo bald geht es mit den neuen Teilen weiter (; Danke!
Kurze Zeit später standen sie vor der Haustür der Familie Gerkahn. Andrea stand mit ihrem Koffer, etwas abseits auf dem Fußgängerweg und hatte ihr Gesicht leicht verzogen, wegen der Schmerzen. Sobald Ben an den Standstreifen gefahren war, sprang Susanne aus dem Wagen und lächelte Andrea mitleidend an. „Komm, guck mich nicht so an! Ich kriege nur mein Kind“, schnatterte diesen nur ‚drauf los und nahm ihren Koffer selbst in die Hand. Verfrachtete diesen in den Kofferraum und setzte sich auf den Beifahrersitz, den Susanne ihr angeboten hatte. Sie wollten keine Zeit verlieren. „Es tut so gut euch mal wieder zu sehen“, ließ sie leise verlauten und ließ sich in den Sitz sinken. Es war nicht die Zeit für große Worte, sie genossen es eher mal wieder zusammen zu sein. „Meinst du ich darf daraus eine Sonderfahrt machen?“, versuchte der einzige Mann etwas aufzuheitern und bekam einen erschrockenen Blick seitens Andrea zugeworfen. „Untersteh dich, Jüngling!“, zischte sie leise und lächelte dabei leicht. Sie wollte nicht, dass wegen ihr so ein großer Aufstand gemacht wurde. „Nenn mich nicht Jüngling“, sagte er zerknirscht und konzentrierte sich wieder auf den Verkehr. Andrea lächelte etwas verzerrt und sah kurz zu ihrer Freundin. Diese strahlte ungewöhnlich stark und steckte sie damit auch noch an. „Susanne, gibt’s einen Grund so super glücklich zu sein?“ „Sitzt da vorne“, grinste sie und beugte sich leicht vor, um Ben einen Kuss auf die Wange zu geben. „Wenn Semir das sehen könnte“, enttäuscht betrachtete sie die beiden und freute sich insgeheim für sie. „Hatte er ja immer insgeheim befürchtet, das ihr zusammenkommt“ „befürchtet?“, entrüstet wandte der Polizist seinen Kopf leicht zu der Frau und schüttelte mit dem Kopf. „Also bitte… befürchtet. Wir hatten gestern nur einen wunderschönen Abend, falls es dich interessiert“, setzte er hinzu und bewirkte dass Andrea leicht rot wurde. So vieles, wollte sie nun doch nicht erfahren.
„Versuch doch noch mal Semir zu erreichen“, wandte Susanne nach einiger Zeit ein. Andrea seufzte leise, wählte die Handynummer ihres Mannes und wartete ab. Allerdings zeigte dieser keine Reaktion, das Handy war ausgeschaltet. „Nichts“, meinte sie resigniert und gab es endgültig auf. „Aber du als beste Freundin und Ben als Ersatzvater, kann mir ja nichts passieren“, meinte sie aufbauend und versuchte sich selber damit Mut zu machen. Die drei Lachten leicht und versuchten keine trübe Stimmung aufkommen zu lassen. Es wurde erzählt was in den letzten drei Wochen gemacht wurde, wie es ihnen ergangen war. „Semir hat kein Mal nach dir gefragt Ben, nur gestern. Da hat er erwähnt dass sie Kollegen aus einem anderen Bezirk helfen müssen. Das dies euer Bezirk ist, konnte ich nicht wissen“, wandte sie leise ein und versuchte ruhig zu bleiben. Die Schmerzen schienen Überhand zu gewinnen. „Wusste ich auch erst seit gestern Abend Andrea, also keine Sorgen. Hat er dir schon etwas über seinen Kollegen erzählt?“ „Natürlich, er findet ihn okay. Sie verstehen sich gut, kommen super miteinander aus. Aber es ist nicht das gleiche, wie mit dir“, wandte sie leise ein und war erleichtert als sie das Krankenhaus schon erkennen konnte. „Freut mich zu hören“, gab er leise und brachte den letzten Rest der Fahrt sicher hin. Schnell hatte er einen Parkplatz und ging den Frauen hinterher, die schon das Krankenhaus betreten hatten. Sofort wurde er auf die Gynäkologische Station verwiesen und fand sich schnell zurecht. Bis er allerdings wieder bei Susanne und Andrea war, verging noch einige Zeit. Die Schwestern hatten allgemein keine Zeit auf seine Fragen zu antworten, die Ärzte wollten ihm einfach nicht antworten. Bis er eine Schwester ausfindig gemacht hatte, konnte er durch Umwege zu Andrea gelangen. Es war das Krankenhaus welches sie beide für ein Ehepaar gehalten hatte. Jetzt stand er vor einer etwas älteren, widerspenstigen Schwester. „Hören sie, meine Ehefrau bekommt gerade unser erstes Kind. Andrea Jäger, sie ist bestimmt schon registriert“, wandte er leicht verzweifelt ein und brachte die Schwester zum Nachdenken. Diese entschuldigte sich kurz, kam nach ein paar Sekunden wieder und schenkte ihm glauben. Sie brachte den jungen Polizisten zu den beiden Frauen. Susanne hob leicht ihren Kopf an, als sie ihren Freund reinkommen sah. Andrea reagierte gar nicht so darauf und ließ nur ein leichtes Stöhnen von sich vernehmen. Sie konzentrierte sich, damit ihr Körper ruhig blieb und die Strapazen der Geburt aushielt. Ben schenkte ihr ein entwaffnendes Lächeln und setzte sich zu ihr, beugte sich nah zu ihrem Gesicht und drückte ihr einen kurzen Kuss auf die Wange. „Das schaffst du Schatz! Bin stolz auf dich!“, fuhr er lauter fort und hoffte das sie, wie einst mitspielen würde. Susanne schien für den ersten Moment irritiert, erinnerte sich aber dann an die Geschichte und fing an zu grinsen. Andrea verzog ihren Mund zu einem leichten Lächeln und stöhnte kurz. „Der Muttermond ist zu 2cm geöffnet, es kann noch ein wenig dauern. Ich schaue in einer Stunde noch einmal vorbei. Wenn was ist, bitte sofort Bescheid geben“, erklärte der Arzt ausführlich und verschwand dann sofort. Ben fuhr sich mit der Hand durch sein Gesicht und seufzte einmal tief. „Andrea, geht es?“ „Ja, schon“, gab sie nur leise zurück und erholte sich gerade von der Wehe. „Hast du schon Semir erreichen können?“, fragte sie dann leise und versuchte sich leicht aufzurichten. Wurde jedoch von Ben wieder zurück gedrückt, der einen Seitenblick auf Susanne warf. Diese schüttelte sachte mit dem Kopf und hob entschuldigend die Schultern. „Tut mir Leid Andrea, habe ich vollkommen vergessen“. Ben biss sich leicht auf die Lippen und war hin und her gerissen. Einerseits würde er gerne mal wieder mit Semir reden, auch wenn es nur etwas Banales war. Andererseits war er immer noch enttäuscht und verletzt. So schnell würde er auch nicht klein bei geben. Dafür müsste sein Freund sich schon etwas einfallen lassen. Zögernd zog er sein Handy aus seiner Jeans, wiegte es hin und her. „Rufst du ihn an?“, hörte er dann Andreas leise Frage und nickte dann fest entschlossen. Er tat es für seine beste Freundin, für wen dann als für sie? „Ich bin sofort wieder da, bin vor der Tür“, murmelte er leise und verzog sich an die besagte Stelle. Mit leicht zitternden Händen wählte er die Nummer seines Expartner und hoffte dieser würde drangehen. „Gerkahn?“, hörte er dann die vertraute Stimme und verstummte. Eigentlich hätte dieser sehen müssen, dass er angerufen hatte.
Soo ihr lieben(: Danke! Das ist der letzte Teil bevor es mit den 'neuren' weitergeht :D
„Semir? Ben hier. Ich wollte dir nur sagen, dass Andrea dich braucht. Sie liegt in den Wehen und ist bereits im Krankenhaus. Sie erwartet dich Sehnsüchtig!“, gab er leise bekannt und drehte sich zur Wand um. Er wusste genau, dass man in Krankenhäusern nicht telefonieren durfte. „In welchem Krankenhaus?“, kam es monoton zurück und er schluckte kurz. „Im Marien-Krankenhaus“ „Ich bin sofort da“, sprach er und beendete das Gespräch. Etwas verdutzt blickte er auf sein Handydisplay und steckte dieses wieder in die Hosentasche. Er würde sich später damit auseinander setzten müssen.
Vorsichtig ging er zurück ins Krankenzimmer und konnte den Arzt wieder bei Andrea erkennen. Sofort war er alarmiert und stand keine Sekunde später neben der blonden Frau. „Ist etwas mit meiner Frau?“, wagte er vorsichtig zu fragen und zog sich einen kleinen Seitenblick von Susanne ein. Er winkte kurz mit der Hand ab und nahm vorsichtig die Hand von Andrea. „Die Geburt wird sich wohl nicht mehr lange hinziehen. Ich denke in 2 – 3 Stunden werden wir einen neuen Erdenbürger haben“, meinte der Arzt zuversichtlich und sah auf die Gebärende. Der braunhaarige Arzt überprüfte noch einmal die Werte und ging. Ben lächelte erleichtert und strich Andrea kurz über die Stirn. „Ich habe ihn erreicht, er wird kommen“, flüsterte er ihr leise ins Ohr und drückte ihre Hand kurz, ehe er sich wieder erhob und zu Susanne ging, die etwas abseits stand. „Na mein Schatz? Irgendwann wirst du hier liegen und ich werde dein tapferer Held sein“, versuchte er zu scherzen und bewirkte das sie ihn anlächeln musste. „Du Blödmann“, wiederholte sie leise und legte ihre Arme um seine Taille. „Vielleicht hat es ja sogar geklappt“, murmelte sie leise in sein Ohr und konnte sich ein grinsen nicht verkneifen. Ihr Freund kniff leicht die Augen zusammen und sah sie erstaunt an. Darüber hatte er einfach noch nicht nachgedacht. „Oha“, bemerkte er nur leise und bekam eine sanfte Kopfnuss von ihr. „Ich kann es nur immer wiederholen, du bist und bleibst ein Blödmann!“ „Ein lieber Blödmann“, wandte er dann noch leise ein und drückte ihr einen langen Kuss auf den Mund. Sie Schlug ihm leicht gegen die Brust und sah dann zu Andrea. Diese hatte das Spiel lächelnd verfolgt und wirkte schon leicht erschöpft. „Man könnte echt meinen, ihr wärt ein altes Ehepaar“, wandte sie dann ein und brachte damit alle zum Lachen. „Vielleicht haben wir ja auch schon heimlich geheiratet und du weißt es nur noch nicht“, gab Ben gekonnt zurück und sorgte damit für heitere Stimmung. Sie erzählten sich Geschichten aus früheren Zeiten und er verstand Semir zu verstehen. Er verstand, wie sehr sein Partner gelitten haben musste unter der Trennung seines Vaters. Und jetzt das, das würde er sich insgeheim nicht verzeihen.
Irgendwann klopfte es ganz zart an der Tür. Ben wusste sofort wer da hinter der Tür stand: Semir. Lächelnd befreite er sich von Susanne, stand vom Bettrand auf und ging langsam zur Tür. Er wollte das Zusammentreffen unbedingt noch heraus zögern. Aber es schien ihm nicht wirklich zu gelingen. Die paar Schritte zur Tür waren fast gar nichts. Im Hand umdrehen hatte er die Tür geöffnet und stand seinem ehemaligen Partner gegenüber. „Hallo Semir“, sagte er leise und ließ ihn eintreten. Das der Kollege überhaupt so förmlich war. Der andere sagte kein Wort, guckte ihn einmal an und eilte dann zum Bett seiner Frau. „Warum hast du dein Handy immer ausgeschaltet?“, hörte er Andrea sofort losfragen und verkniff sich ein Lächeln. So war Andrea halt, wie sie leibt und lebte. „Du weißt ganz genau, dass Heute die Kölner Kollegen kommen wollten“, antwortete er leise und setzte sich neben sie. Sein Gesicht war grau, die Augenringen betonte seine Müden Augen. Ben nahm Susanne von hinten in den Arm und legte sein Kinn sanft auf ihrer linken Schulter ab. Hauchte ihr einen sanften Kuss in den Nacken. Er hatte total vergessen der Chefin Bescheid zu sagen, dass sie beide bei Andrea waren, weil Semir bis dato unabkömmlich gewesen war. „Mein Chef hat nur gesagt das Herr Jäger verhindert wäre. Jetzt weiß ich warum“, fuhr er leise fort und ließ Andrea keinen Augenblick aus den Augen. „Zumindest war Ben erreichbar, obwohl ihr euch treffen wolltet!“, fauchte sie dann leise und entzog ihm ihre Hand. Semir schluckte kurz und senkte seinen Kopf. Was sollte er auch darauf sagen? Es war ja auch so gewesen! Er schüttelte kurz mit dem Kopf und fuhr mit leiser Stimme fort: „ Ben, Krüger will euch unbedingt heute noch sehen. Es wäre gut, wenn ihr möglichst bald bei ihr erscheint“.
Aha. Er wollte sei beide los werden. Er tauschte einen kurzen Blick mit Susanne aus und nickte dann langsam. „Okay, Andrea. Schaffst du das?“, fragte Susanne leise und löste sich von Ben. Ihre Freundin schien kurz zu überlegen, gab ihnen dennoch das okay. „Heute Abend stehen wir spätestens wieder auf der Matte Schatz!“, zwinkerte er kurz und verließ dann das Zimmer mit Susanne. Auf den Gang legte er seine Arme um seine Freundin und gab ihr einen sanften Kuss. „So mein Schatz, am liebsten würde ich dich jetzt hier vernaschen… aber das wäre…“ „… nicht so gut“, meinte sie dann lachen und wuschelte ihm durchs Haar. „Lass uns schnell zur Chefin, die weiß ja noch gar nicht das wir bei Andrea sind“ „Außerdem halte ich es für möglich das Hilbert wieder irgendwas gemacht hat. Irgendwas ist an dem Faul, da bin ich mir sogar ziemlich sicher!“, hauchte er leise und verließ mit ihr das Krankenhaus. Sie wollten den Teufel nicht gleich an die Wand malen. „Dann lass uns fahren“, kommentierte Ben nur leise und brachte beide schnurstracks in die Past.
Als sie die Tür zum Büro aufstießen, ruhten die Blicke sämtlicher Kollegen auf ihnen. „Gutes Timing, meinst du nicht?“, hauchte sie ihm leise ins Ohr und musste grinsen. So was konnte auch nur ihnen passieren. „Ich geh schnell zur Chefin“, murmelte Ben nur leise und setzte seinen Weg fort.
Er klopfte kurz an die Tür und trat dann vorsichtig ein. Der junge Polizist wusste genau, die Chefin war jetzt „leicht“ gereizt. Als er kurz seinen Kopf zur Tür reinsteckte, merkte er wie genervt sie schon wieder. „Schön, das sie auch mal zur Arbeit erscheinen Herr Jäger!“, fauchte die blonde Frau leise und richtete sich auf. „Kommen sie ruhig rein, während hier gearbeitet wurde, haben sie sich einen faulen Tag gegönnt. Die Kollegen aus Bonn haben angerufen, sie sind nicht erschienen! Wo waren sie Jäger?!“, wütete sie weiter und schaute keinen Augenblick von ihren Akten hoch.
Dankeschön (:
„Frau Gerkahn hat mich angerufen und um Hilfe gebeten. Bei ihr haben die Wehen eingesetzt und ihr Mann war einfach nicht erreichbar, bei der Eile habe ich dann vergessen es Ihnen zu melden“, brachte er zerknirscht hervor und sah der Chefin direkt in die Augen. Er wollte nicht als Verlierer ihr gegenüber stehen. „Okay, der Bonner Kollege erwartet sie. Begeben sie sich bitte dahin und fahren sie mit dem Kollegen zur angegebenen Adresse. Herr Hilbert wird zu den Düsseldorfer Kollegen fahren und diese einweihen. Je mehr Bescheid wissen und die Ohren und Augen offen halten, ist besser“, kommentierte sie knapp und schlug eine Akte, die neben ihr lag zu. Er nickte nur kurz und war erleichtert das Büro schnell wieder verlassen zu können.
Erleichtert schloss er die Tür hinter sich und sah sich schon Hotte und Dieter gegenüber. „Wie geht es Andrea?“, fragte Dieter sofort und hielt ihn an der Hand fest. Diese schüttelte er sofort wieder weg und ging ein paar Schritte weiter. „Sie liegt in den Wehen, wie soll es ihr da schon gehen?“, erwiderte er nur und zuckte mit den Schultern. „Bevor du weiter fragst Dieter, nein, die Kinder sind noch nicht da! Und nein, ich werde erst heute Abend wieder hinfahren. Zufrieden?“, hauchte er leise und ließ seine beiden Kollegen einfach stehen. Mit den beiden wollte er sich nun echt heute nicht mehr rumschlagen, das war zu viel für einen Tag. „Ich bin bei dem Bonner Kollegen“, rief er nur noch kurz Susanne zu und verschwand aus der Past.
Wie er doch eigentlich diese Fahrten zu irgendwelchen Kollegen hasste, besonders wenn es zu Semirs Partner ging. Dieser schien eigentlich ja ganz nett zu sein, wie er gehört hatte. Aber davon wollte er sich lieber selber überzeugen, vielleicht hatte dieser ja auch so einen scheinheiligen Kollegen bekommen? Seufzend verfiel er in Gedanken und bemerkte nicht, wie er rund eine Stunde später auf den Hof der Bonner Kollegen fuhr. Die Dienststelle war ein wenig kleiner, schein aber genauso gemütlich zu sein wie ihre. Nach kurze zögern stand er aus seinem Dienstwagen aus, schloss diesen Ordnungsgemäß ab und ging ins Innere der Past.
„Okay, es ist ein wenig anders hier“, murmelte er leise zu sich selbst und lief prüfend ins Großraumbüro ein. Die Köpfe der Kollegen gingen nach oben, musterten ihn kurz und widmeten sich dann wieder ihrer Arbeit. ‚Komische Leute‘, war sein kurzer Gedanke ehe er einem Gleichaltrigen Mann gegenüber stand. So überraschen wie er aufgetaucht war, so schnell fing er mit dem Reden an. „Hauptkommissar Jäger?“, murmelte dieser und streckte seine Hand aus, die Ben dankend entgegen nahm. „richtig, Hauptkommissar Flaus?“, entgegnete Ben leise und fing an zu lächeln. Dieser Mann war ihm sympathisch. „Nennen sie mich einfach nur Christian“ „Okay Christian, Ben“, grinste dieser nur und ließ sich in ein kleineres Büro führen. An der Tür stand sein und Semirs Name. Etwas weh Mut kam in Ben auf, die er allerdings versuchte abzuschütteln. Schnell schloss er die Tür hinter sich und sah seinen Kollegen abwartend an. „Okay, wie geht es Andrea?“ „Den Umständen entsprechend, sie hätte Semir eher gebrauchen können!“, warf er leicht ein und ließ sich doch auf einen der beiden Stühle nieder. Flaus legte seinen Kopf kurz schief und lächelte dann leicht. „Sie als sein Freund müssten das wohl so sehen“ „Ich bin nicht mehr sein Freund, Semir kann mich ja nicht mal mehr leiden!“, protestierte Ben leicht und wollte sich schon wieder aufrichten. „Natürlich, so müssen Sie denken. Aber es ist nicht so! Glauben sie mir, ich muss mir jeden Tag Geschichten über Sie anhören und merke wie toll das alles früher gewesen sein muss. So eine Partnerschaft wie er mit ihnen hatte, kann ich ihm leider nicht bieten. Er hängt noch zu sehr an ihnen!“. Der junge Hauptkommissar wusste erst mal nicht was er darauf sagen sollte. Semir sprach tagtäglich von ihrer früheren Zusammenarbeit? Unmöglich! Er gab ihm doch immer zu verstehen, dass alles für immer beendet war. Er legte es ja auch darauf an, dass sie keinen Kontakt mehr mit Andrea hatten.
„Okay, lass uns zu einem anderen Thema kommen. Die Leiche wurde in der Nähe eines Firmengeländes gefunden. Ich wäre dafür wenn wir uns das mal näher ansehen, wo ist überhaupt ihr Kollege Herr Jäger?“, fuhr sein Gegenüber unumwunden fort und klappte die offen liegende Akte vor sich zu. „Mein Kollege ist zu den Düsseldorfer Kollegen gefahren und bittet diese die Augen und Ohren offen zu halten“, sprach er leise und stand etwas schneller auf als geplant, er stieß mit dem Knie an dessen Schreibtisch. „Scheiße“, zischte er leise und rieb sich sachte die Stelle am Knie. „Wenn ich nicht wüsste, das sie Single wären würde ich glatt sagen: Lassen sie sich Heute Abend von ihrer Frau verwöhnen!“, grinste der andere und steckte seine Waffe ein. „Damit sie es wissen, ich bin glücklich vergeben!“, fauchte Ben leise zurück und ging aus dem Büro raus. Die Luft war stickig und er brauchte Platz zum atmen.
Christian stutzte kurz und fing noch mehr an zu grinsen. Also hatte er doch recht gehabt, Jäger war vergeben. Sein Kollege hatte es ihm ja nicht glauben wollen, jetzt hatte er ja den Beweis. Lächelnd folgte er Ben leise und schloss die Tür seines Büros ab. „Ist das hier immer so üblich Kollegen auszufragen?“, hörte er Ben leise fragen und hob seinen Kopf leicht an. „Nein Ben, aber es war wichtig das zu erfahren. Besonders für Semir“, gab er knapp zurück und ging voraus. Der andere schien kurz zu überlegen und biss sich auf die Lippe. „Wieso?“ „Er freut sich für sie!“, gab er nur noch zurück und nahm den jüngeren Kollegen kurzerhand mit zum Fundort.
Ich hau einfach Heute noch mal einen Teil rein (; Ich denke nicht das dass euch dermaßen stört! (; Übrigens hab ich da wohl einen Fehler gemacht, Andrea bekommt nur ein Kind (; Danke!
Ben dachte noch lange über die Worte seines älteren Kollegen nach und seufzte. So ganz schlau wurde er ja nicht daraus. Später würde er sich damit befassen und vielleicht Susanne fragen. Sie hatte eigentlich immer einen Rat parat. Seufzend zog er seine Sonnenbrille aus der linken Hosentasche, setzte sie auf und fuhr sich kurz durch die Haare. „Hat jemand irgend einen Täter gesehen?“, fragte der ältere lauernd und sah Ben kurz von der Seite her an. Dieser schüttelte nur kurz mit dem Kopf und zog ein Dokument der Pathologie aus der Hosentasche. Sven hatte es ihm eben noch schnell in die Hand gedrückt und gemeint dass es ihnen vielleicht helfen könnte. Er zweifelte zwar daran ein wenig, aber ansehen konnte man es sich ja. „Leider keine, aber unter den Fingernägeln wurden undefinierbare Fingerabdrücke eines Mannes gefunden. Die Suche war bisher erfolgslos. Es soll sich aber anscheinend um einen Mann im Alter von ca. 45 Jahren handeln, wie sie das so genau herausfinden konnten, frag die Pathologie“, erzählte Ben leise und steckte den Zettel wieder ein. Ein 45 Jähriger? Für einen kurzen Moment kam ihm Mahler in den Sinn, aber der hatte doch bestimmt andere Ziele als jemand fremdes umzubringen. Oder waren sie sich nicht fremd? Er nahm sich auf jeden Fall vor, die Sache im Hinterkopf zu behalten.
Rund 20 Minuten später zeigte Christan stumm den Leichenfundort und wies auf einen kahlen Baumstumpf, der umringt von großen Eichen war. Es war eher eine ländlichere Gegend für Bonn und wies so gar nicht auf einen eiskalten Mord hin. Der Mord musste geplant gewesen sein, da war der junge Hauptkommissar sich sicher. „Hat die Pathologie noch etwas rausgefunden?“, forschte der andere leise nach und ging in die Knie. Hob ein paar Blätter an und seufzte resigniert. „Leider nein, wie ich schon erwähnte“, knurrte Ben leise und trat gegen einen Stein. Den Weg hätten sie sich auch sparen können. „Nicht gleich so bissig, man muss jeder Spur nachgehen und vielleicht haben die Kollegen von der Spurensicherung ja etwas übersehen?“, sagte der andere Kollege freundlich bemüht und ging aus der Hocke. Er selbst wusste es ja nicht besser, hier war alles untersucht worden. Der Weg war wirklich umsonst gewesen. „Dann kann ich ja jetzt wieder in die Past fahren“, murmelte Ben leise und zog seinen Autoschlüssel vorsorglich aus der Hosentasche. „Passen sie lieber auf, wo und mit wem sie irgendwohin gehen Herr Jäger. Es ist nur ein Tipp“, murmelte Christian noch leise, grüßte und verschwand in seinem eigenen Dienstwagen. Ben runzelte leicht mit der Stirn und konnte sich auch darauf keinen Reim machen. „Susanne“, murmelte er leise und machte sich selbst auf den Rückweg.
„Susanne!“, rief Dieter etwas lauter und polterte zu der Dienststellensekretärin hin. Diese musste leicht lächeln und verkniff sich ein Lachen. „Was denn Dieter?“ „Andrea ist im Krankenhaus und du sagst uns das nicht?“, warf er ihr leicht erbost vor und verschränkte die Arme vor seinem Bauch. Sie drehte sich leicht mit dem Bürostuhl zu ihm und tat es ihm gleich. „Ja, aber Semir ist bei ihr. Also ist alles in Butter“ „Ja, Kind! Weißt du denn nicht, dass der Junge immer Ohnmächtig wird wenn Andrea ein Kind bekommt?! Bei Aida war es nicht anders“. Sie nickte leicht mit dem Kopf und legte ihn kurz schief. „und? Ben und ich fahren nach Dienstschluss ins Krankenhaus um sie zu unterstützten. Andrea selbst hat uns weg geschickt, sonst wären wir gar nicht hier“, erwiderte sie noch leise und widmete sich grinsend wieder ihren Aufgaben. Der ältere Polizist drehte sich beleidigt um und ging langsam zu Hotte zurück. „Die sagt mir auch nichts, also müssen wir Ben fragen“, schnaufte er leise und ließ sich in einen Bürostuhl sinken. „Meinst du, der sagt uns etwas? Bestimmt haben die sich abgesprochen!“, warf Hotte leise ein und sah auf als der angesprochene gerade zur Tür rein kam. „Ben“, rief er etwas lauter und stand vorsorglich auf. „Kannst du mir etwas über Andrea sagen?“, versuchte er einzusteigen und hoffte mit der vorsichtigen Frage etwas zu erreichen. Der jüngere Kollege verdrehte kurz die Augen und setzte seinen Weg fort. „Später“, bekamen sie noch zu hören. Dann war auch er verschwunden.
Sven grinste leicht als er Christian gegenüber stand. „Es läuft alles nach Plan Chef, der Bulle taut immer mehr auf. Du wirst schon sehen, bald hab ich ihn in der Hand und er vertraut mir. Zwar muss ich noch die Drecksarbeit machen, aber wenn er sieht dass ich was Ordentliches leiste, muss er mir auch mehr zugestehen. Wer weiß, vielleicht werde ich noch Hauptkommissar?“, strahlte der Handlanger und faltete seine Hände. „Gut, gut. Aber sei auf der Hut, nicht das noch irgendwas dazwischen kommt, was unsere Ziele gefährden könnte. Also pass gut auf!“, schärfte er ihm noch einmal ein und entließ seinen stolzen Mitarbeiter dann. Fast täglich erschien dieser auf seiner Bildfläche und berichtete von seinen gefühlten Fortschritten. Er selber glaubte nicht daran, dass diese Aktion etwas bringen würde und hatte Mahler darauf angesetzt. Der vorgetäuschte Tot vor Wochen war schon perfekt geplant gewesen und war aufgegangen. Wolf hatte ihn Ruhe seinen Plan vollenden und durchführen können. Um mehr war es ihnen nicht gegangen und jetzt auch noch die Leiche in dem Wald in Bonn. Sven hatte diesen Typen selbst eiskalt erschossen, warum wusste er nicht. Es interessierte ihn auch nicht. Hauptsache er ließ sich nicht überführen und stand dann für seinen Ruf da. Sachte lehnte er sich in seinem Sessel zurück und griff nach einem seiner Kugelschreiber. Der Plan lief bisher perfekt, Mahler würde die Sache durchziehen und Sven leer dastehen lassen.
Kurz entschlossen griff er nach dem Telefonhörer und grinste zufrieden. „Mahler?“ „Christian hier, ich möchte dass du die Sache vollendest. Ich habe vollstes Vertrauen in dich! Enttäusch mich nicht!“, setzte er noch hinzu und hoffte auf eine Zusage seines Gesprächspartners. Dieser grummelte leise und schien zu überlegen. Nach kurzem Zögern bejahte er die Frage und besprach mit ihm das weitere Vorgehen. „Ich möchte, dass du Jäger irgendwie nervös machst. Lass dir da etwas einfallen, ich weiß, du kannst das hervorragend!“, grinste er und legte schließlich auf. Für ihn war alles beschlossen und geregelt worden.
Huhu! Ihr bekommt die nächsten Teile jetzt in relativ kurzer Zeit reingeworfen (; Habt viel Spaß!
„Komm lass uns reingehen“, hauchte Susanne leise und trennte sich von ihm mit einem kurzen Kuss. Ben schnaufte leise, folgte seiner Freundin jedoch ins Innere des Krankenhaus auf die Geburtstation. Wie sie erfahren hatten, war das Baby bereits auf der Welt und versorgt worden. Der Mama ging es gut. „Bin ich froh“, murmelte Susanne und drückte Ben einen kurzen Kuss auf die Lippen. Dieser grinste und folgte ihr ins Zimmer der Freundin. Es war ein Einzelzimmer, welches gemütlich eingerichtet worden war. Das Fenster stand auf Kippe und ließ die frische Luft rein. Andrea lag dick eingemummelt in ihrem Bett und schien sehr erschöpft. Semir saß auf einem der Besucherstühle und sah gar nicht nach einem glücklichen Vater aus. „Hallo“, sagten die beiden fröhlich und schreckten sowohl Semir als auch Andrea auf. Auf dem Gesicht der Freundin zeichnete sich ein strahlen ab, während Semirs eiskalt blieb. „Hallo ihr beiden“, hauchte sie leise und wurde von Susanne in den Arm genommen. „hast du es gut geschafft?“, fragte Susanne leise und setzte sich leicht an die Bettkannte. „Ja, um 15.39 Uhr war sie auf der Welt“, stolz zeigte Andrea auf ein kleines Foto welches auf ihrem Nachtschränkchen stand. Es zeigte sie und das Neugeborene kurz nach der Geburt. „Wie heißt sie denn?“ „Semir wollte einen Deutschen Namen und wir haben uns gemeinsam dafür entschieden sie Elia zu nennen. Kein häufiger Name, aber wir finden ihn schön“, strahlte sie und drückte die Freundin wieder an sich.
Ben hatte sich derweil etwas zurück gehalten und trat nun zu Andrea ans Bett. „Na Große“, grinste er und umarmte sie kurz. Die vier unterhielten sich etwas und waren froh mal wieder zusammen zu sein. Eher gesagt, waren es die beiden Frauen die sich vorsätzlich unterhielten. Ben und Semir hielten sich zurück und blickten stumm an die Wand. „Wie war die Nacht mit ihm?“, fragte Andrea plötzlich und grinste schelmisch. Sie hatte sich schon so etwas gedacht, deswegen sprach sie Susanne jetzt darauf an. Genau so wie sie es erwartet hatte, find diese an zu strahlen. „Woher?“ „Intuition“, verriet sie dann nur noch lächelnd und freute sich ebenso für sie. „Will Ben denn auch Vater werden?“ „Er? Nein, ‚drauf angelegt haben wir es nicht. Wir lassen uns überraschen!“, verriet Susanne grinsend und wechselte das Thema. „Du solltest dich mal bei Hotte und Dieter melden. Die wollen unbedingt etwas erfahren und wollen nicht eher Ruhe geben, bis sie auch diese Informationen haben“ „Kann ich mir vorstellen!“ „Die sind einfach nur nervend“, grinste Ben der sich ein wenig vorgelehnt hatte und über das Geschehene nachdachte. Semir sagte immer noch nichts, starrte stur an die Wand.
„Semir?“, fragte Ben während einer kurzen Stille Phase und richtete sich wieder auf. Sein ehemaliger Partner sah überrascht auf und räusperte sich kurz. „Dein Partner will mit dir, wenn du wieder da bist ein paar alte Fälle ansehen und aufarbeiten. Das sollte ich dir nur sagen“, warf er leise ein und schluckte. Dieser nahm es nur nickend zur Kenntnis und wandte sich wieder ab. „Dann halt nicht“, fauchte Ben leise hinterher und stand wieder auf. Wandte seinen Blick leicht zu Susanne und Andrea, schluckte. Er hielt es in diesem Raum nicht mehr länger aus, was sollte er noch hier? Semir wollte gar nicht mit ihm reden. Sanft schob er den Stuhl wieder zum Tisch zurück, ging zu Susanne und legte beide Hände auf ihre Schultern. „Schatz, ich geh‘ nach Hause. Ich bin müde und will mich hinlegen. Dir noch mal alles Gute Andrea“, murmelte er leise und gab Susanne einen langen Kuss, umarmte Andrea und ging schnurstracks aus dem Zimmer heraus.
„Semir“, zischte Andrea und stupste ihren Mann leicht an. „Was machst du denn schon wieder?“. Der Mann zuckte leicht zusammen und richtete sich wieder auf. „Was soll ich denn gemacht haben?“ „Ben ist jetzt wegen dir gegangen! Könnt ihr euch nicht wie normale Erwachsene benehmen?“, warf sie ihm vor und zog die Bettdecke bis zum Kinn. Sie hasste es, wenn die beiden sich stritten und sich einfach nicht wieder einkriegen wollten. „Was habe ich denn so schlimmes gemacht?“, gab er leise zurück und richtete seine Augen auf seine Frau. In diesen spiegelten sich Wut und Enttäuschung wieder, dass er sogar fast erschrak. So sah sie selten aus. „Du ignorierst ihn komplett, soll das noch ewig so weitergehen?“, fauchte sie und drehte sich von ihm weg. „Am besten wäre es, wenn du gehst“, fügte sie noch hinzu und merkte wie ihre Augen feucht wurden. Jetzt nicht, nicht vor ihm. Dem käme eine Schande bei“, murmelte sie leise und fuhr sich mit dem Ärmel ihres Nachthemdes über die Augen. Die Schwäche und Blöße wollte sie nicht zeigen. Wenn er weg war, dann würde sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Den Geburtstag ihrer Tochter hätte sie gerne in anderen Umständen gefeiert, immerhin war sie auch müde und wollte endlich schlafen. Ihr Mann seufzte leise, warf ihr noch einen kurzen Blick zu und verschwand endlich aus dem Krankenhauszimmer. Als die Tür ins Schloss gefallen war, fing sie bitterlich an zu weinen. Wenn er doch den Tod seines Vaters nicht verkraftete, wieso ließ er sich nicht behandeln? Sachte wischte sie sich mit der Hand über die Augen und unterdrückte die aufkommenden Tränen. Sie würde für ihre Familie kämpfen, sie wollte nicht ihren Mann verlieren. Sie würde ihm helfen, bei dem Verlust. „Ich lasse ihn nicht allein“, murmelte sie noch leise, ehe sie sich etwas zurück legte und die Augen schloss. Sie war so unendlich müde.
Semir schluckte die aufkommenden Tränen herunter und ließ sich in seinen BMW sinken. Er machte sich damit alles kaputt, selbst Andrea warf ihm aus dem Zimmer und wollte dass er einfach nur noch ging. War er so ein schlechter Mensch geworden? Er verstand sich ja selber nicht, wusste nicht wie er damit umgehen sollte. Selbst nicht, nach dem seine Mutter so etwas von ihm forderte. Er würde wohl ewig mit dem schlechten Gewissen rumlaufen, aber wie sollte er ihr das beibringen?
„Sven, ich will das du das nächste Mal an seinem Schreibtisch rumschnüffelst, vielleicht findest du ja etwas. Keine Ahnung ob sie in Urlaub fahren oder ähnliches. Hauptsache du findest etwas!“, hauchte Christian leise und musste sich weiterhin in der Geduld üben. Es machte ihn kirre, nicht zu wissen was die beiden gerade machten. Momentan war es Mittwoch und der Bulle war tagsüber nicht bei der Arbeit erschienen. „Die Krüger hat endlich eingesehen dass ich nicht nur im Büro rumhängen sollte. Demnächst bin ich mit Jäger auf Tour. Vielleicht bekomm ich ja so etwas aus ihm raus“ „Bezweifel ich“, gab Christian prompt zurück und wandte sich ab. Er mochte es nicht wenn seine Mitarbeiter sich überschätzten. Dieser Jüngling war gerissen und genau das gefiel ihm überhaupt nicht. Er würde sogar fast sagen, dass Jäger ihm ebenbürtig war. „Sven, häng dich voll in die Arbeit rein. Lass aber ja keinen Verdacht auf dich kommen, dann sehen wir uns im Knast wieder! Oder spätestens wenn du wieder raus bist!“, zischte er leise und ging mit dem Zeigefinger auf ihn zu. „Mein Gott, ich hatte Handschuhe an! Mir wird schon keiner auf die Schliche kommen, die Waffe war von einem Kumpel. Keine Spur wird zu mir führen, da kannst du dir sicher sein!“, presste er hervor und wandte sich zum gehen um. „Ich wollte es auch nur gesagt haben“, murmelte der blonde und sah zur Tür. Sein Mitarbeiter hatte sie offen stehen lassen, er sah die anderen Kollegen auf den Fluren hin und her rennen. Wie es halt in einer Firma üblich war. Aber seine Firma war halt nicht normal.
Seufzend starrte Semir auf seine Uhr und packte die restlichen Klamotten in einen riesigen Koffer und verstaute diesen in sein Auto. Sie würden noch heute fahren, er fand einfach keine andere Lösung für sein Problem. Seine Mutter wollte ihn gerne bei sich haben und er selbst… er war einem Neuanfang auch nicht gegenüber abgeneigt. Vielleicht war es ja auch besser so, wenn sie aus Deutschland verschwänden. Er hatte mit Ben sowieso alles zerstört, ihre Freundschaft und auch sein übliches Arbeitsfeld. Er warf noch einen kurzen Blick zurück auf sein Haus und seufzte. Seine Mutter hatte in der Türkei für alle schon ein neueres, größeres gekauft. Sie war glücklich, endlich ihren eigenen Sohn bei sich zu haben. Jetzt, nachdem ihr der Mann genommen wurde. Entschlossen schluckte er noch einmal kurz und setzte sich dann in sein Auto um Andrea abzuholen, die von nichts eine Ahnung eine Ahnung hatte.
Runde eine Viertelstunde später traf Semir beim Krankenhaus ein und seufzte. Es fiel ihm überhaupt nicht leicht, seine Frau jetzt so vor die vollendeten Tatsachen zu stellen. Aber, er konnte einfach nicht anders! Schnurstracks suchte er sich seinen Weg zu ihrem Zimmer und ging ohne anzuklopfen sofort rein. Auf einem der Besucherstühle konnte er Susanne erkennen. Andrea hatte sich auf die Bettkannte gesetzt und schien schon vollkommen fertig zu sein. „Andrea, wir müssen… los. Ich will weg, wir müssen zu meiner Mutter! Sie will uns sehen“, haspelte er sofort los und griff eilig nach ihrem Koffer. Seine Frau sprang erschrocken auf und auch ihre Freundin sah ihn nur mit großen Augen an. „Was ist los?“ „Erklär ich dir später, verabschiedet euch!“, raunzte Semir dazu und drückte Susanne kurz, ehe er sofort aus der Tür eilte. „Ich weiß zwar nicht, was seine Mutter will… aber es beunruhigt mich! So ein Überfall Kommando“, lächelte sie leicht und legte einen Arm um die Freundin. „Dann wird das erst mal nichts mit den gemeinsamen Plänen für einen weiteren Urlaub“, seufzte Susanne und begleitete Andrea nach draußen.
Soooderle, dies ist der letzte Teil dieser Geschichte! Aber keine Angst, sie ist hiermit nicht beendet, die Fortsetzung folgt schon sehr bald, sie nimmt Bezug auf diese Story.
Ich wollte mich erstmal für die tolle Unterstützung bei dieser Geschichte bedanken, hätte nie gedacht das euch etwas mal von mir gefallen würde. (; Danke für eure vielen lieben Kommentare und netten Worte!
Ich würde mich freuen, das ihr jetzt nicht soo enttäuscht über das Ende seit und bei der nächsten Story wieder mit dabei seid, natürlich mit Semir und Ben. (:
„Semir, was ist denn jetzt los?“, murmelte Andrea während sie gemeinsam mit Susanne aus dem Krankenhaus kam. Auf der einen Hand hatte er Elia, in der anderen Aida. „Wir fliegen jetzt zum einer Mutter, sie hätte es gerne wenn wir erst mal bei ihr bleiben würden, ich habe ihr schon zugesagt!“, flüsterte er nur zurück und hätte am liebsten den Kopf eingezogen. „Wieso denn? Geht es ihr schlechter?!“ „Vermutlich, sie hat uns auch schon ein Haus angemietet! Und die Flüge, Herr Gott! In vier Stunden geht unser Flieger in die Türkei“, lächelte er nervös und ließ Aida s Hand kurz los. Zog an seinem Schlüsselbund und nestelte daran. „Semir, erklärst du mir erst mal was hier los ist? Stattdessen übergehst du mich einfach! Vielleicht hättest du auch vorher einfach mal fragen können!“, fauchte Andrea und ging ein Schritt auf ihren Mann zu. „Dazu bleib gar keine Zeit“, stotterte er leise und senkte den Blick. „Hast du mir noch etwas zu sagen? Wie lange dauert das?“ „Vielleicht ein paar Monate..Kerl, ich weiß es nicht“ „ein paar Monate?! Semir! Was ist mit meiner Arbeit, deiner? Willst du… du willst doch nicht wirklich? Semir!“, erschrocken wich sie wieder einige Schritte zurück und schlug die Hand vor den Mund. War ihr Mann jetzt völlig übergeschnappt? „Also doch“, vollendete Susanne dann nur leise und hätte sich am liebsten die Haare gerauft. Semir schnappte jetzt tatsächlich über. „Warum?“, fragte sie nur leise und ging langsam auf ihn zu, nahm ihm Elia aus der Hand und hob sein Kinn leicht an.
„Wieso? Ganz einfach, ich brauch eine Auszeit! Mit meinem Chef ist schon alles geklärt…?“ „Semir, warum jetzt alles so schnell und plötzlich? Gestern hast du noch gar nichts davon erwähnt!“ „Die Idee kam mir erst Heute und ach, ich muss raus aus diesem Land. Verstehst du mich denn nicht?!“ „Wie soll ich dich verstehen, wenn du dich selber noch nicht mal verstehst“, hauchte sie nur leise zurück und gab Elia an Andrea weiter. Diese hatte die Lippen fest auf einander gepresst und starrte auf den Boden. Dazu konnte man auch wirklich nichts sagen. Es war unfassbar. Am liebsten hätte sie jetzt Ben angerufen, doch dieser war gerade mit diesem Sven unterwegs und wollte dabei keine Störungen. Aber wenn es um Semir ging? Versuchen konnte man es ja! Aufgeben ging nicht. Zweifelnd zog sie ihr Handy langsam aus ihrer Tasche und bis sich leicht auf die Lippe. Sie wusste wirklich nicht was sie machen sollte. Die Eheleute schwiegen sich an, die Kinder wussten gar nicht was jetzt los war. Elia registrierte das ganze ja noch nicht mal. „Ich ruf ihn jetzt an“, murmelte die Sekretärin dann eher zu sich selber und ging ein paar Schritte Parkplatz abwärts.
Ben schaute etwas verärgert auf sein Handy und seufzte. Gerade jetzt. Wenn das nichts Wichtiges war, derjenige konnte was erleben! Schnell zog er sein Handy aus der Tasche und musste erstaunt fest stellen dass es Susanne war. Eigentlich wusste sie, dass er nicht gestört werden wollte. Schon mal lange nicht, wenn er seinem Partner so misstraute wie von Anfang an. „Ja Schatz?“ „Du Ben, komm bitte zum Flughafen, Semir will Deutschland verlassen!“, hauchte diese nur leise und er hörte wie schwer ihr es fiel dies auszusprechen. „Was, wieso das denn?“ „Er braucht Abstand von dir und allen anderen!“ „Ich komme“, sprach er und legte auf. Hilbert sah ihn nur schräg an und wartete auf irgendeine Anweisung. „Ehm. Warten sie in unserem Büro auf mich, ich komme in ca. 2 Stunden wieder“, murmelte Ben und sprang von seinem Platz auf, ehe er sich seinen Schlüssel und die Jacke schnappte. Das musste unter allen Umständen verhindert werden!
Währenddessen hatte Semir sich durchgesetzt und alle, sogar Susanne mit zum Flughafen genommen. Aber auch nur, weil sie ihm versichert hatte das sie abgeholt werden würde. „Wieso so radikal? Semir, das bist nicht du! Wo ist dein altes Ich?“, hauchte Andrea unter Tränen und strich sich müde über ihre Augen. „Ist seit dem Mord gestorben“, antwortete er verbittert und schlug die Tür seines Wagens kräftig zu, so dass die beiden Kinder sich erschreckten. „Ich versteh deine Eile nicht, geht es wirklich um deine Mutter?“ „Habe ich doch eben gesagt, um mich. Ich komm einfach nicht mehr klar, ich muss hier raus und das für länger. Und das möchte ich mit euch, obwohl ich da von euch wirklich ein derbes Opfer fordere und auch noch so plötzlich und so schnell. Ich brauch einen Tapetenwechsel und einen richtigen. Umzug in eine andere Stadt, nein danke. In Köln habe ich mich immer wohl gefühlt. Ich kann meine Eile doch selbst nicht verstehen!“, fügte er noch hinzu und fuhr langsam mit dem Gepäck Richtung Flughafen Eingang.
In einer Viertelstunde hatte es Ben doch tatsächlich geschafft zum Flughafen zu kommen. „Wenn ich den erwische“, murmelte er leise und verfluchte Semir innerlich. Warum tat der so etwas? Selbst so etwas, hätte er ihm nie zugetraut! Er mochte doch Deutschland und wollte eigentlich in Köln bleiben, was war denn jetzt plötzlich der Sinneswandel? Jetzt musste man die fünf nur noch finden, seine Freundin hatte eben noch einmal angerufen und gesagt wo ungefähr sie jetzt stünden. Nach kurzem Suchen hatte er sie vor dem Check-In gefunden und schnaufte einmal kurz durch. „Semir?“, fragte er sauer und stieß seinen ehemaligen Kollegen an. Dieser schreckte einmal kurz zusammen, wich einen Schritt zurück und sah dann erst auf. Dass Ben im Dienst war, schien Semir nicht so zu gefallen. Denn er war jederzeit Schussbereit. „Hättest du deine Waffe nicht weglassen können?“, hauchte er ihm leise ins Ohr und schluckte seine weitern Worte runter. „Halt die Klappe, ich bin im Dienst und du weißt genau dass dies Pflicht ist!“, schoss er zurück und versuchte sich unter Kontrolle zu halten. Seit wann wusste Semir noch nicht mal mehr die Dienstvorschriften? Es war ihm völlig fremd geworden! „Du willst doch jetzt nicht wirklich?“, murmelte der junge Hauptkommissar entsetzt und folgte Semir der zum Check-In ging und seine ganze Familie hinter sich her zerrte. Andrea sagte gar nichts mehr, sie schaute zur Seite und versuchte die Fassung zu bewahren.
„Ihre Karten bitte“, lächelte eine schöne jüngere Frau sie an und nahm diese dann dankend entgegen. Ben schnaufte in dies einmal kurz durch und drehte Andrea zu sich um. „Sag doch auch mal was“, flehte er leise und nahm sie in den Arm. Die ältere Freundin zeigte keine Reaktion und machte ihm Sorgen. So verkehrt und verdammt war diese Situation! Was hatte sie denn ihm getan, das er ihr das antat? „Ben, es war immer schön mit dir! Das weißt du hoffentlich, aber momentan komm ich einfach nicht mehr mit mir selbst klar….es geht einfach nicht mehr. Ich kann, ich habe dir schon lange verzeihen. Aber ich selber bin noch nicht bereit, mir diesen Fehler einzugestehen. Ich hätte, ich dürfte und so weiter. Ich melde mich wieder bei dir… ganz bestimmt. Andrea wird das vermutlich sowieso tun!“, erklärte Semir mit leiser Stimme und nahm den Freund seit Wochen mal wieder in den Arm. Wie weh er Ben damit, konnte er nur erahnen. Es zerbrach ihm das Herz, seine besten Freunde so leiden zu sehen. „Ich,… werde warten“, antwortete er nur und drückte seine Hand noch einmal kurz während er sich schon mal Aufbruch fertig machte. Mit kleinen Schritten stand er neben Andrea und zog sie rasch in seine Arme. Endlich, endlich zeigte auch diese Emotionen und ließ ihren Tränen freien Lauf! „Es wird alles gut Große, wir schaffen das! Denk daran, ja? Du wirst da nicht lange bleiben müssen, dafür werde ich schon Sorgen!“, hauchte Ben ihr leise ins Ohr und erhielt dafür einen dankbaren Kuss auf die Lippen. Es war ihr egal, was die anderen beiden Sagen würden.
„Aida, Süße“, murmelte er noch leise und trat auf das kleine Mädchen zu. Ihre Wangen waren von Tränen geziert, ihre Hände umklammerten ihren Plüschhasen. Mit schweren Herzen ging er in die Knie und drückte sein Patenkind ganz fest. Die kleinen Arme versuchten seinen Körper zu umschlingen. „Ben Ben“, hauchte sie leise und fing wieder an zu schluchzen. Er selber konnte bei diesem herzzerreißenden Anblick auch nicht mehr zurück halten. „Mädchen, ich komm dich bestimmt besuchen, ja? Ich lass dich doch jetzt nicht im Stich Maus. Denk dran, ich hab dich lieb, ja? Du kannst mich immer anrufen“, brachte er noch heraus ehe er sie nochmals an sich zog, sanft über die Haare strich und versuchte die aufkommenden Tränen zu unterdrücken. „Ich liebe dich!“, versprach er noch einmal und ließ sie dann langsam los. Semir, hin- und hergerissen nahm seine Tochter dann an die Hand und schenkte ihm noch einen letzten Blick, bevor er mit seiner Familie den Sicherheitsbereich passierte.
Ben trat einen Schritt zurück und ließ seinen Tränen einfach freien Lauf. Zögernd legten sich Arme um seinen Körper und zogen ihn fest zu sich. Es war Susanne. „Ich liebe dich“, murmelte er unter Tränen und küsste sie sanft, ehe er glaubte jeden Moment umzufallen.
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